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TEIL 32: Fachwissen Personalentwicklung

Nein sagen – mit den eigenen Emotionen umgehen

Teil 32 unserer Serie rund um das Thema Personalentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Management-Entwicklung (ime) aus Bielefeld erläutert, wie Sie ganz einfach "Nein" sagen.

Ab einem bestimmten Punkt in Ihrer Karriere werden die Aufgaben, Anfragen und Anforderungen Ihre persönlichen Ressourcen übersteigen. Unabhängig davon, wie smart Sie arbeiten: Es wird Ihnen nicht gelingen, die Ihnen entgegengebrachten Ansprüche zu erfüllen. Setzen Sie deshalb Prioritäten und sagen Sie zu unwichtigen Tagesordnungspunkten einfach mal “Nein”.

Zwangsläufig werden Sie dabei Kollegen oder Mitarbeiter enttäuschen. Die damit verbundenen Emotionen machen es gerade schwer, bestimmte Anfragen und Aufgaben zu ignorieren. Bis wir diese emotionale Dimension des Prioritätenmanagements nicht anerkennen und bearbeiten, werden die Bemühungen, Arbeitsprozesse durch ein Zeit- und Aufgabenmanagement zu strukturieren, nicht erfolgreich sein.

Emotionen sabotieren eine effektive Entscheidungsfindung

Denn was passiert mit uns, wenn wir berufliche Tätigkeiten nach “wichtig” und “unwichtig” einteilen? Wir verbinden diesen Aspekt mit der Person, die ein Interesse an der Erledigung oder Wahrnehmung der Aufgabe hat. Wir werden mit Emotionen konfrontiert, die einen sehr großen Einfluss auf unsere spätere Entscheidungen und unser Verhalten haben.

Zwischen effektivem Neinsagen und unkollegialem, herrschsüchtigem oder despotischem Verhalten existiert eine Grenze. Die Mehrheit der Menschen ist so besorgt, diese Grenze zu verletzen, dass sie ihr nicht einmal nahe kommen. Das ist der Grund, warum wir Zeit und Aufmerksamkeit für Aufgaben und Menschen aufbringen, die diese Investition nicht wirklich verdienen.

Emotionen bewusst machen

Um effektiv zu wirken, müssen wir uns die eigenen Emotionen und Bedenken bewusst machen. Wenn wir uns übermächtigen Anforderungen an die eigene Zeit gegenüber sehen, fühlen wir uns ängstlich, ärgerlich oder vielleicht sogar hilflos. Diese Gefühle liegen in Entscheidungssituationen unterhalb der eigenen Bewusstseinsschwelle. Gerade in stressigen Zeiten sind wir nicht in der Lage, den Einfluss der Emotionen zu erkennen. Wir treffen Entscheidungen, die unseren Bedürfnissen zuwider laufen.

Das eigene Emotionsmanagement zu verbessern, ist ein komplexes Unterfangen. Es gibt aber eine Reihe von Schritten, die uns dabei helfen:

1. Aktualisieren Sie Ihre mentalen Modelle, um die Bedeutung der Emotionen und ihre Rolle bei der Entscheidungsfindung zu reflektieren.

Beispiel: Aus Erfahrung wissen Sie, dass Ihr Kollege enttäuscht reagiert, wenn Sie ihm mitteilen, dass Sie für sein Anliegen keine Zeit haben. Aus Ihrem mentalen Modell gewinnen Sie die Überzeugung, dass alle Kollegen so reagieren und ziehen andere Entwicklungen überhaupt nicht in Betracht. Dass Menschen auch mit Verständnis auf Ihre Situation reagieren können, ignorieren Sie unbewusst. Deshalb müssen Sie dieses mentale Modell immer wieder in Frage stellen. Gehen Sie solchen Entscheidungssituationen nicht aus dem Weg und überprüfen Sie, wie Menschen auf Absagen reagieren. Veraltete oder unangemessen angewandte mentalen Modelle schränken Sie stark ein und machen Ihre Annahmen schrecklicher und mächtiger als sie wirklich sind.

2. Kümmern Sie sich besser um sich selbst. Regelmäßige Bewegung und genügend Schlaf sind wichtig, um eigene Emotionen wahrzunehmen und zu regulieren.

3. Nutzen Sie Achtsamkeitsroutinen wie Meditation oder Journaling und verbessern Sie Ihre Fähigkeit, die eigenen Gedanken und Gefühle zu äußern.

4. Erweitern Sie Ihr emotionales Vokabular. Ein umfangreicher Wortschatz unterstützt Sie bei der Kommunikation mit anderen und hilft dabei, dass Sie sich selbst auch besser verstehen.

Institut für Management-Entwicklung (ime)

Das Institut für Management-Entwicklung (ime) berät, begleitet und unterstützt mittelständische und große Unternehmen in allen Fragen der Personalentwicklung innerhalb der beiden Geschäftsbereiche Offene Seminare und Inhouse-Leistungen. Die Kernkompetenz liegt dabei auf der Durchführung intensiver, praxisnaher und berufsrelevanter sowie methodenorientierter Weiterbildungen. Die Schwerpunkte des ime liegen in den Bereichen Führung, Management, Kommunikation und Methodenkompetenz, Persönlichkeitsentwicklung sowie Vertrieb.

Mehr Informationen unter www.ime-seminare.de.

(Redaktion)


 


 

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