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TEIL 9: Fachwissen Personalentwicklung

Was bedeutet eigentlich agiles Führen?

Teil 9 unserer Serie rund um das Thema Personalentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Management-Entwicklung (IME) aus Bielefeld befasst sich mit Agilität und damit, wie sie Führungskräfte zugutekommt.

Im Allgemeinen lässt sich der Begriff agil mit flink oder beweglich übersetzen. Ursprünglich ist der Begriff in der IT-Branche benutzt worden, um die Arbeitsweise der Entwicklerteams auf ein neues Niveau zu heben. Internet, Vernetzung und Digitalisierung haben die Arbeitsprozesse in der Informationstechnik nämlich so stark beschleunigt, dass die bewährten Methoden der Softwareplanung nicht mehr zum Erfolg führten. Die sich ständig verändernden Entwicklungsprozesse sollten auch durch eine entsprechend flexiblere, also agilere Organisation abgelöst werden. 2001 entstand das Agile Manifest der Software-Entwicklung, welches auf zwölf Prinzipien beruht:

  1. Stellen Sie den Kunden durch frühe und kontinuierliche Lieferung funktionierender Software zufrieden.
  2. Die Anforderungen an Software können sich während des Entwicklungsprozesses verändern. Nutzen Sie das Feedback des Kunden, um die Qualität des Produkts zu verbessern.
  3. Liefern Sie funktionierende Produkte in kurzen Zeitabständen aus.
  4. Fachexperten und Entwickler arbeiten während des Projektes täglich zusammen.
  5. Entwicklerteams brauchen ein unterstützendes und vertrauensvolles Umfeld, in dem sie das Projekt realisieren können.
  6. Informationen an und innerhalb des Entwicklungsteams werden von Angesicht zu Angesicht kommuniziert. Das ist effizient und effektiv.
  7. Funktionierende Software ist das wichtigste Erfolgsmaß.
  8. Agile Prozesse fördern nachhaltige Entwicklung.
  9. Technische Exzellenz und gutes Design fördert Agilität.
  10. Identifizieren Sie überflüssige Arbeiten und machen Sie sie nicht!
  11. Selbstorganisierte Teams finden die besten Architekturen, Anforderungen und Entwürfe.
  12. Das Team reflektiert regelmäßig, wie es effektiver werden kann und passt sein Verhalten entsprechend an.

Welche Schlussfolgerungen können Führungskräfte daraus ziehen?

Das Agilitätskonzept geht davon aus, dass Unternehmensziele effektiver und nachhaltiger erreicht werden, wenn die Mitarbeiter mehr Mitspracherecht erhalten und so aktiv das Unternehmen beeinflussen können.
Agile Führung funktioniert nach dem Prinzip „weniger ist mehr“ und Führungskräfte, die agil führen wollen, sollten sich deshalb immer die Frage stellen: „Wie muss ich mich verhalten, damit das Team selbstverantwortlich handeln kann?“

  • Führungskräfte brauchen die grundlegende Bereitschaft, die Selbstverantwortung der Mitarbeiter anzuerkennen und darauf zu vertrauen.
  • Führungskräfte stehen den Mitarbeitern beratend und fragend bei der Bewältigung ihrer Aufgaben zur Seite. Sie geben die Richtung vor und schaffen den Rahmen für ein positives Arbeitsklima.

Wie profitieren Führungskräfte und Mitarbeiter von agiler Führung?

Das Unternehmen öffnet sich neuen Ansätzen und Einflüssen. Die Stärken des einzelnen Mitarbeiters werden angesprochen und genutzt. Es entsteht eine Arbeitswelt, in der Vorgesetzte und Mitarbeiter voneinander lernen. Bewährte Entwicklungspfade werden durch alternative Optionen ergänzt, die bislang keine Rolle spielten:

  • Die Führungskraft nutzt die Potentiale der Mitarbeiter, anstatt eigene Lösungen vorzugeben.
  • Mitarbeiter fühlen sich wertgeschätzt, weil ihre Meinung, ihr Lösungsansatz gefragt ist.
  • Die Führungskraft befreit sich vom Druck, auf alle Fragen eine perfekte Antwort haben zu müssen.

Sie wollen sich intensiver mit den Strukturen agiler Führung auseinandersetzen? In unserem Seminar „Agiles Führen“ üben Sie Mechanismen für einen flexiblen Umgang mit Kunden, Partnern und Mitarbeitern ein.

Institut für Management-Entwicklung (IME)

Das Institut für Management-Entwicklung (IME) berät, begleitet und unterstützt mittelständische und große Unternehmen in allen Fragen der Personalentwicklung innerhalb der beiden Geschäftsbereiche Offene Seminare und Inhouse-Leistungen. Die Kernkompetenz liegt dabei auf der Durchführung intensiver, praxisnaher und berufsrelevanter sowie methodenorientierter Weiterbildungen. Die Schwerpunkte des IME liegen in den Bereichen Führung, Management, Kommunikation und Methodenkompetenz, Persönlichkeitsentwicklung sowie Vertrieb.

Mehr Informationen unter www.ime-seminare.de.

(Redaktion)


 


 

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