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Existenzgründung

Überwiegend erfolgreich - Mehrheit der Existenzgründer hält durch - Viele vernachlässigen die Altersvorsorge

Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus sind erfolgreicher als häufig angenommen. So ist die klare Mehrheit der ehemals Arbeitslosen, die Überbrückungsgeld oder den Existenzgründungszuschuss («Ich AG») bekommen haben, auch fünf Jahre nach der Gründung noch selbstständig, wie eine Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) zeigt.

Für potenzielle Gründer halten die Arbeitsmarktexperten weitere ermutigende Ergebnisse bereit. So kommen Selbstständige, die als Ich AG gefördert wurden, heute auf ein monatliches Nettoeinkommen von durchschnittlich 1758 Euro in West- und 1635 Euro in Ostdeutschland. Selbstständige mit Überbrückungsgeld erzielen sogar 2515 Euro beziehungsweise 1710 Euro. Gründerinnen verdienen demgegenüber deutlich weniger, was auch daran liegt, dass sie die Selbstständigkeit häufig als Teilzeitbeschäftigung ausüben.

Zumindest bei einigen Selbstständigen geht das relativ hohe Nettoeinkommen allerdings zu Lasten der Altersvorsorge. Mindestens jeder sechste ehemals geförderte Gründer zahlt weder in die gesetzliche Rentenkasse noch in eine private Versicherung ein.

Aufschlussreich sind die in der Studie aufgeführten Ursachen für das Scheitern von Existenzgründungen. Bei über 60 Prozent der Befragten blieben Kunden und Aufträge aus, knapp 50 Prozent mussten wegen Kapitalmangel aufgeben. Zudem hat knapp jeder zweite Gründer einer Ich AG die Kosten für Renten- und Krankenversicherung nach dem Ende der staatlichen Förderung unterschätzt.

Aus Gründersicht beruhigend ist der Umstand, dass das Abenteuer Selbstständigkeit nur für wenige Unternehmer bei der Arbeitsagentur endet. Je nach betrachteter Gruppe suchen fünf Jahre nach der Gründung nur zwischen drei Prozent (Gründerinnen mit Überbrückungsgeld im Westen) und knapp zwölf Prozent (Gründer mit Ich AG im Westen) der Befragten einen Arbeitsplatz.

Die finanziellen Risiken einer gescheiterten Selbstständigkeit sollten Gründer jedoch nicht unterschätzen. So hat gut jeder dritte ehemalige Unternehmer Schulden. Knapp acht von hundert Existenzgründern haben Kredite von 10 000 Euro und mehr abzutragen.

(«Ich-AG und Überbrückungsgeld - Erfolgsgeschichte mit zu frühem Ende», IAB Kurzbericht 3/2009, kostenloser Download im Internet unter iab.de)

(ddp)


 


 

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