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Mestemacher Gruppe

Ulrike Detmers, Gesellschafterin der Mestemacher Gruppe: „Ich will zukünftig keine Männerwelt Wirtschaft mehr“

Ulrike Detmers bringt ganzen Einsatz. Ob für ihre Familie, das Unternehmen Mestemacher, oder ihre Wirtschaftsprofessur an der FH Bielefeld. Als Initiatorin unterschiedlicher Projekte kämpft sie zudem für die Gleichstellung der Geschlechter in der Wirtschaft. OWL.business-on.de sprach mit Prof. Dr. Ulrike Detmers, Mitgesellschafterin und Mitglied der Geschäftsführung der Mestemacher Gruppe, über ihre vielfältigen Tätigkeiten und wie sie in der Wirtschaftswelt „ihren Mann steht“.

business-on.de: Ihr Lebenskonzept besteht aus der Vereinbarung von Beruf und Familie. Was für Hindernisse mussten Sie auf Ihrem Weg überwinden?

Ulrike Detmers: Es waren insbesondere die Vorwürfe, die mir vor allem von klassischen Hausfrauen und Müttern gemacht wurden. An jedem Problem mit den Kids war ich auf Grund meiner Berufstätigkeit schuld. Hinderlich war im Schulalter meiner Kinder die fehlende Ganztagsversorgung. Ich habe immer meine skandinavischen Kolleginnen beneidet, deren Kinder abends mit erledigten Schulaufgaben im Familienkreise saßen. Mein Mann und ich mussten nach einem langen Arbeitstag erst einmal kontrollieren, ob alle Aufgaben von den Kindern gemacht worden waren.

Vereinfachte Einstellungen traten mir in meiner Berufslaufbahn immer wieder entgegen. Am besten konnte ich mich bei uns im Familienunternehmen entfalten. Dort zählte und zählt die eigene Leistung und der Erfolg, der im harten Wettbewerb dem Betrieb und den Arbeitsplätzen der Belegschaft zugute kommt.

"Es ist immer jemand anwesend"

business-on.de: Wie kriegen Sie Familie, Unternehmen und Professur unter einen Hut?

Ulrike Detmers: Optimal ist die Großfamilie. Mein Mann und ich leben seit 1981 in einem Haus, welches in vier Wohnbereiche unterteilt ist. So hat jeder Teil der Großfamilie sein Reich zum Glücklichsein. Aber: Es ist auch immer jemand anwesend. Dadurch fühlten sich meine inzwischen erwachsenen Kinder und heute mein 12-jähriger Enkelsohn, gut aufgehoben. Mein Mann und ich vertrauen einander und halten zusammen. Wir sind gemeinsam durch dick und dünn gegangen. Und: Mein Mann hat mich geistig und praktisch immer unterstützt.

business-on.de: Als Gesellschafterin von Mestemacher leiten Sie das Ressort „Social Marketing“. Was versteht man darunter? Was sind Ihre zentralen Aufgaben?

Ulrike Detmers:  Social Marketing bedeutet gesellschaftliche Verantwortung übernehmen durch die Unterstützung der Modernisierung der Geschlechterbeziehungen. Durch meine Konzepte fördern wir konsequent die Gleichstellung von Frau und Mann. Ich will zukünftig keine Männerwelt Wirtschaft mehr. Dafür kämpft Mestemacher – dafür kämpfe ich!

business-on.de: Sie sind Initiatorin unterschiedlichster Auszeichnungen, beispielsweise des Spitzenvaters oder der Managerin des Jahres. Im vergangenen Jahr haben Sie das Mestemacher Forum Zukunft ins Leben gerufen. Was möchten Sie mit diesen Initiativen bewirken?

Ulrike Detmers: Gleichstellung der Geschlechter, emanzipierte Männer und gesellschaftliche Aufmerksamkeit für trendorientierte Themen.

business-on.de: Sie sind gemeinsam mit Ihrem Mann, Albert Detmers, in der Geschäftsführung der Mestemacher Gruppe. Wie ist es, mit Ihrem Ehemann zusammen zu arbeiten?

Ulrike Detmers: Wunderbar! Mein Mann und ich verstehen uns seit 38 Jahren prima. Das ist eine Alter Ego-Beziehung geworden.

business-on.de: Sie engagieren sich in vielfältigster Art für die Gleichstellung der Geschlechter in der Wirtschaft. Wie erleben Sie die „Diskriminierung“ der Frauen und die Männeremanzipation in Ihrem täglichen Umfeld?

Ulrike Detmers: Ja, leider werden Frauen in der Männerwelt Wirtschaft erheblich diskriminiert: Lohnungleich, fast 100-Prozent Männer im Top-Management und Männerbünde, die der weiblichen Elite im Wege stehen!

"Frauen- und Männerwelt Wirtschaft"

business-on.de: Was wünschen Sie sich für die nächsten fünf Jahre für die Gleichstellungsbewegung der Geschlechter in der Wirtschaft?

Ulrike Detmers: Eine Frauen- und Männerwelt Wirtschaft! Viele Spitzenväter, die der Partnerin bei der Karriere unter die Arme greifen, indem sie ihr den Rücken freihalten.

business-on.de: Sie sind Wirtschaftsprofessorin für BWL, Personalwesen und Betriebsorganisation an der FH Bielefeld. Zudem betreuen Sie Diplomarbeiten und sind Prüfungsausschussvorsitzende. Was bedeutet Ihnen die Arbeit mit den Studierenden? Was möchten Sie Ihnen vermitteln/mit auf den Weg geben?

Ulrike Detmers: Ich bin sehr gern mit jungen Menschen zusammen. Das schönste ist für mich dabei, die Chance zu haben, das Qualifikationsprofil dieser Frauen und Männern positiv zu beeinflussen.

business-on.de: Sie haben selbst viele Auszeichnungen erhalten, beispielsweise das Bundesverdienstkreuz oder den Bürgerinnenpreis „Liberta“. Was bedeuten Ihnen diese Preise? Motivieren und bestätigen sie Sie in Ihrer Arbeit?

Ulrike Detmers: Die Auszeichnungen beflügeln mich, weiter für die Gleichstellung zu arbeiten. Im 21. Jahrhundert will ich einfach keine männliche Monokultur in der Wirtschaft mehr akzeptieren.

business-on.de: Woher nehmen Sie die Energie für Ihre vielfältigen Tätigkeiten und Einsätze?

Ulrike Detmers: Die Liebe macht’s.

(Redaktion)


 


 

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