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Umfrage

Die Konjunktur in Ostwestfalen läuft rund

Die Konjunktur in Ostwestfalen läuft rund. Zu diesem Ergebnis kommt die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) in der Auswertung ihrer Herbstkonjunkturumfrage, an der sich 1.661 Unternehmen mit 142.025 Beschäftigten aus Industrie, Handel und Dienstleistungen beteiligten. „Insbesondere die derzeitige Lage wird als überdurchschnittlich gut bewertet“, betonte IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven am 08.09.2016 bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist für die gesamte Wirtschaft in Ostwestfalen - inklusive Handel und Dienstleistung – nochmals gestiegen, von 130 im Frühjahr auf aktuell 135 Punkte. Für die Industrie ist er von 127 deutlich auf 139 Punkte angewachsen.

In der Industrie hat sich die aktuelle Geschäftslage nochmals deutlich gegenüber dem Frühjahr verbessert: 60 Prozent der Betriebe bewerten ihre derzeitige Geschäftslage mit „gut“ (Frühjahr 45 Prozent), nur vier Prozent als „schlecht“ (Frühjahr 8 Prozent). Von einer Verschlechterung in den nächsten zwölf Monaten gehen nur acht Prozent aus (Frühjahr 11 Prozent), von einer Verbesserung immerhin 33 Prozent (Frühjahr: 29 Prozent). Meier-Scheuven: „Deutschlands erfreuliche Entwicklung der letzten Jahre fußt zu einem guten Teil auch auf einem Gewinn an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Ausland.“ Die dürfe allerdings nicht gefährdet werden, der Vorsprung Deutschlands sei schnell verspielt, warnte der IHK-Präsident.

Größtes Risiko aus Sicht der ostwestfälischen Industrie sind mit 58 Prozent die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Zum sechsten Mal in Folge sind die Risiko-Einschätzungen hierzu gestiegen. „Dieser Faktor hat neben seiner internationalen und nationalen Ausprägung auch eine regionale Dimension, die wir mit Sorge betrachten: die Gewerbeflächenentwicklung in der Region. Der aktuelle Landesentwicklungsplan birgt für unsere Region und für unsere Unternehmen erhebliche Gefahren“, mahnte der IHK-Präsident.

Erfreulich sehen die Beschäftigungspläne der Industriebetriebe aus: Fast ein Drittel aller Betriebe plant Beschäftigung aufzubauen (Frühjahr 19 Prozent), über die Hälfte will ihren Personalstamm stabil halten und zwölf Prozent wollen abbauen. Diese Erwartungen korrespondierten mit dem gestiegenen Risiko des Fachkräftemangels: Aber in einigen - insbesondere gewerblich-technischen Berufsfeldern - sei die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften durchaus schwierig, so Meier-Scheuven.

Nach Angaben von IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff stieg der Gesamtumsatz des Verarbeitenden Gewerbes von Januar bis Juni 2016 in Ostwestfalen um 2,8 Prozent im Vergleich zu 2015 auf einen Spitzenwert von 20,3 Milliarden Euro (NRW: -0,8 Prozent, Bund: 0,8 Prozent). Wie in den Vorjahren konnte Ostwestfalens Industrie dabei im Ausland stärker zulegen als im Inland. So kletterten die Auslandsumsätze um 4,5 Prozent auf 7,6 Mrd. Euro. Die Inlandsumsätze nahmen leicht um 1,8 Prozent zu auf 12,7 Milliarden Euro (NRW: Inland -1,1 Prozent, Ausland -0,4 Prozent; Bund: Inland +0,3 Prozent, Ausland +1,3 Prozent). Die Exportquote hat mit aktuell 37,6 Prozent in Ostwestfalen ebenfalls ein Rekordniveau erreicht. Die Zahl der Beschäftigten in der ostwestfälischen Wirtschaft wuchs um 3,0 Prozent auf 154.486 an (NRW: -0,3 Prozent, Bund: +0,9 Prozent).

(Redaktion)


 


 

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