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Interdisziplinäres Netzwerk für Exzelle

Universität Bielefeld: Die größte Hochschule in Ostwestfalen-Lippe ist 40 Jahre alt

Bielefeld ist kein klassischer Hochschulstandort mit ehrwürdiger Tradition. Gleichwohl sind die Hochschulen für die Stadt längst ein bedeutender Wirtschaftsfaktor geworden. Allein die Universität Bielefeld bietet Hunderte von Arbeitsplätzen – für rund 300 Professorinnen und Professoren, für rund 400 wissenschaftliche und rund 850 nicht-wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie alle sind Steuerzahler und verfügen gemeinsam mit ihren Familien über eine beachtliche Kaufkraft.

Niklas Luhmann war am 1. Oktober 1968 der erste Professor der neu gegründeten Universität Bielefeld. In der internationalen Wissenschaftslandschaft ist er als Soziologe und Gesellschaftstheoretiker zu Weltruhm gelangt. Er lehrte bis 1993 in Bielefeld und trug wesentlich zum Ausbau der Fakultät für Soziologie als größter Fakultät ihrer Art in Europa bei. In der Geschichte der Universität Bielefeld gibt es viele bedeutende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in ihrem Fachbereich eine herausragende Rolle gespielt haben und spielen. Die größte Hochschule der Region Ostwestfalen-Lippe feiert 2009 ihr 40-jähriges Bestehen. Bis zur offiziellen Jubiläumsfeier am 28. November 2009 beleuchten zahlreiche Veranstaltungen, was Forschung, Lehre und Studium an der Universität Bielefeld zu bieten haben.

Forschungsintensive Reforumuniversität

Die forschungsintensive Reformuniversität betont ihre interdisziplinäre Ausrichtung. 13 Fakultäten mit 80 Studiengängen ermöglichen ein Studium, das auf individuelle Interessen zugeschnitten werden kann. Erfolge in der Exzellenzinitiative 2007 und beim Drittmittelaufkommen, das 2008 bei 42,5 Millionen Euro lag, stehen für gute Perspektiven. Bei der leistungsorientierten Mittelverteilung glänzte die Universität Bielefeld im Jahr 2008 mit dem höchsten Zuwachs in Nordrhein-Westfalen – im Haushaltsjahr 2009 erhält die Hochschule für ihre Erfolge in Forschung und Studium 1,134 Millionen Euro.

Beim Förderschwerpunkt Hochschulforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sind 8 von bundesweit 27 Projekten von der Universität Bielefeld gekommen. Die Wissenschaftler der Biotechnologie gehören zu den Gewinnern des Wettbewerbs Bio.NRW. Die Platzierungen in den wichtigsten Rankings können sich sehen lassen. Die Alexander von Humboldt- Stiftung dokumentiert die Beliebtheit deutscher Universitäten bei ausländischen Gastwissenschaftlern; seit Jahren belegen die Bielefelder Spitzenplätze in der Mathematik. Im CHE-HochschulRanking 2008 steht die Universität Bielefeld bundesweit auf Platz 16, in NRW belegt sie den dritten Platz. Die Universitätsbibliothek bleibt nach Konstanz auf Platz 2.

Am 17. November 1969 war der Lehrbetrieb aufgenommen worden, mit 270 Studierenden in den Fakultäten Mathematik, Rechtswissenschaft und Soziologie. Damals gingen die Planer von maximal 6.000 Studierenden aus. Mit der Fertigstellung des Universitätshauptgebäudes im Jahr 1976 war diese Zahl schon fast erreicht. Im Jahr 2009 studieren an der Universität Bielefeld rund 18.000 junge Menschen.

Vier hochkarätige Sonderforschungsbereiche, acht Leibniz-Preisträger

Vier hochkarätige Sonderforschungsbereiche, acht Leibniz-Preisträger – das alles spricht schon heute für ein Spiel in der Ersten Liga. Das mittelfristige Ziel ist ehrgeizig: Bielefeld will sich in der Gruppe der Exzellenz-Universitäten etablieren. Aktuell beschäftigt sich die Hochschulleitung darüber hinaus mit einer kompletten Sanierung des rund 35 Jahre alten Universitätshauptgebäudes. Zum 50. Jubiläum soll der Hochschul-Campus eine erstklassige Infrastruktur für optimale Forschungs- und Studienbedingungen für dann rund 20.000 Studierende bieten. Interdisziplinarität, Forschungsorientierung und Internationalität sollen auch künftig das Wesen der Universität prägen, die sich dem Streben nach Exzellenz in der Breite verschrieben hat – von den Geistes- und Sozialwissenschaften bis zu Naturwissenschaften und Technik.

Als Partner der Wirtschaft prägen die forschungsintensiven Fakultäten und Einrichtungen der Universität die Innovationsregion Ostwestfalen-Lippe mit ihren effektiven Branchennetzwerken. Kooperationen zwischen Hochschule und Wirtschaft stiften für beide Seiten Nutzen, wenn hochkarätige Forschung und wirtschaftliche Interessen zu gemeinsamen Entwicklungen führen.

Kooperation mit Honda

Ein Beispiel, das international Schlagzeilen macht, ist die Kooperation mit Honda. Der japanische Technologiekonzern hat dem Research Institute for Cognition and Robotics, kurz Cor-Lab, zwei humanoide Roboter des Typs Asimo zur Verfügung gestellt. Ziel ist die Erforschung von Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine. Bereits seit mehr als zehn Jahren steht Prof. Dr. Edgar Körner, Leiter des Honda Research Institute Europe in Offenbach, mit den Forschern der Technischen Fakultät im engen Kontakt. Weltweit wurde die Roboterforschung der Universität Bielefeld in der Anzeigenkampagne des Landes Nordrhein-Westfalen „We love the New“ vorgestellt. Auch der neue Rektor der Universität Bielefeld, Prof. Dr. Gerhard Sagerer, ist Mitglied der Technischen Fakultät. Sagerer tritt am 1. Oktober 2009 die Nachfolge von Prof. Dr. Dieter Timmermann an.

Forscher und Studierende aus mehr als 100 Ländern
Eine Universität verleiht einer Stadt nicht nur wissenschaftlichen Glanz, auch das Thema Internationalität spielt im Zeitalter der Globalisierung eine bedeutende Rolle. An der Universität Bielefeld forschen, lehren und studieren Menschen aus mehr als 100 Ländern. In der ganzen Welt gibt es mehr als 100 Kooperationen auf Fakultätsebene. Das International Office sorgt dafür, dass sich internationale Studierende, Doktoranden und Wissenschaftler nicht nur fachlich, sondern auch menschlich exzellent aufgehoben fühlen. Im Verein zur Förderung ausländischer Studierender engagieren sich Bielefelder Bürger und Unternehmen.

„Zentrum für interdisziplinäre Forschung“

Die internationale Reputation wurde ganz wesentlich durch das ZiF geprägt. Das „Zentrum für interdisziplinäre Forschung“ der Universität Bielefeld wurde bereits im Jahr 1968 gegründet und nimmt als erstes Institute for Advanced Study auf deutschem Boden eine exponierte Stellung in der internationalen Wissenschaftslandschaft ein. Mehr als tausend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind jedes Jahr zu Gast, rund ein Drittel kommt aus dem Ausland. Im jährlichen Wechsel stehen innovative und interdisziplinäre Forschungsfragen im Mittelpunkt der Arbeit. Dann wohnen und arbeiten Fellows aus der ganzen Welt ein Jahr lang im ZiF. Das Thema der Forschungsgruppen 2009/2010 lautet: „Herausforderungen für Menschenbild und Menschenwürde durch neuere Entwicklungen der Medizintechnik.“

(Redaktion)


 


 

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