Weitere Artikel
IHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2009

Unsicherheit prägt Stimmung bei Handel und Dienstleistern

Unsicherheit auf breiter Front prägt die aktuelle Stimmung bei den Dienstleistern und im Handel. Zu diesem Ergebnis kommt die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) in ihrer aktuellen Frühjahrskonjunkturumfrage in diesen beiden Bereichen. 1.514 Unternehmen mit zusammen 55.150 Beschäftigten haben sich an der Befragung beteiligt.

„Die skeptische Erwartungshaltung der Handels- und Dienstleistungsunternehmen in Ostwestfalen für die kommenden Monate überwiegt“, kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff gestern (11.02.09) die Umfrageergebnisse vor der Presse. „Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist im Handel von 105 im Frühjahr 2008 auf aktuell 86 und bei den Dienstleistungen von 130 im Frühjahr 2008 auf derzeit 88 gesunken; alle Werte über 100 sind positiv zu bewerten“, hob Niehoff hervor. Das belege den konjunkturellen Abschwung bei Handel und Dienstleistung, allerdings sei der Rückgang nicht ganz so stark wie in der Industrie (von 129 auf 76).

Verunsicherung in allen Bereichen des Handels

Als mögliche Ursachen für die deutliche Eintrübung der Stimmung nannte der IHK-Hauptgeschäftsführer neben den Auswirkungen der Finanzkrise sowie die zu gering ausgeprägte Binnennachfrage beim Handel und bei den Dienstleistungen deren Nähe zur Industrie. Die gegenwärtige Stimmungslage im Handel habe sich zwar verschlechtert, sei aber nicht wirklich schlecht, betonte Reinhard Dieter Wolf, Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses. Sein Erklärungsversuch: Die gestiegenen Konjunkturrisiken trübten die Erwartungen erheblich ein. „Hoffnung auf eine Belebung des Konsums machen uns die insgesamt gestiegenen Beschäftigtenzahlen sowie das steigende private Einkommen. Allerdings ist fraglich, ob die Mehreinnahmen der Verbraucher durch für sie gute Tarifabschlüsse, die Pendlerpauschale oder beispielsweise die Senkung der Arbeitslosenversicherung 2009 im Handel ankommen“, erläuterte Wolf. Deshalb sei die Verunsicherung in allen Bereichen des Handels groß.

Unterschiedliche Entwicklung in den verschiedenen Branchen

Der IHK-Handelsausschussvorsitzende: „Es bleibt zu hoffen, dass zumindest die Maßnahmen des beschlossenen Konjunkturpaketes den Handel erreichen.“ „Die aktuelle Stimmung bei den Dienstleistern ist noch gut, aber es ziehen dunkle Wolken am Konjunkturhimmel für die nächsten Monate auf“, unterstrich Reinhold Prohaska, Vorsitzender des IHK-Dienstleisterausschusses. Die unterschiedliche Entwicklung in den verschiedenen Branchen sei größer als sonst, der Jobmotor Dienstleistung komme zum Stillstand. „Die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate werden von den Dienstleistern deutlich zurückgenommen“, unterstrich Prohaska, „denn sie können sich nicht von der allgemeinen Verunsicherung frei machen.“ Jedoch kompensierten die EDV-Dienstleister, das Versicherungsgewerbe, die Werbebranche und Unternehmensberater durch ihre optimistischeren Erwartungen zum Teil die negativen Einflüsse der anderen Teilbranchen.

Im tertiären Sektor waren zum 30. Juni 2008 in Ostwestfalen 369.182 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, davon 273.480 bei den Dienstleistern und 95.702 im Handel, berichtete Harald Grefe, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer. Der sekundäre Sektor, also die Industrie, zählte zum 30. Juni 2008 exakt 227.615 Beschäftigte.

(Redaktion)


 


 

IHK Ostwestfalen
Bielefeld
Frühjahrskonjunktur
Umfrage
2009

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "IHK Ostwestfalen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: