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IHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2009

Unternehmen im Kreis Herford stark verunsichert

Die Unternehmen im Kreis Herford sind stark verunsichert. Zu diesem Fazit kommt die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) in ihrer aktuellen Frühjahrskonjunkturumfrage. 293 Unternehmen mit zusammen 17.627 Beschäftigten aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistung haben sich an der Befragung beteiligt. „Nach einem dreieinhalb Jahre währenden Aufschwung schlägt nun auch im Kreis Herford die aus der Finanzkrise entstandene Wirtschaftskrise durch“, kommentierte IHK-Vizepräsident Dirk-Walter Frommholz gestern (13.02.2009) die Umfrageergebnisse vor der Presse.

„Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist im Wittekindkreis im Verlauf eines Jahres um 37 Punkte von 117 auf 80 gefallen; alle Werte über 100 sind positiv zu bewerten“, hob Frommholz hervor. Der Kreis Herford sei trotz dieser negativen Entwicklung beim Konjunkturklima im Ranking des IHK-Bezirks von Platz vier auf den dritten Platz vorgerückt. Aber dies verdanke er nicht seiner guten Performance, sondern den noch negativeren Werten der Stadt Bielefeld und der Kreise Minden-Lübbecke sowie Höxter.

Während die aktuelle Geschäftslage noch überwiegend als „mittelmäßig“ angesehen werde, seien die Erwartungen düster. Auch der Konjunkturmotor Export stottere, denn die Firmen erwarten fallende Auslandsumsätze. Auch die Signale für den Arbeitsmarkt seien nicht positiv: 50 Prozent der Befragten gehen von sinkenden Beschäftigungszahlen aus, nur neun Prozent von steigenden. „Wir müssen zwar mit einer drastischen konjunkturellen Abkühlung rechnen, aber nicht mit einer Katastrophe“, betonte der IHK-Vizepräsident. „Es ist eben nicht so, dass die Unternehmen flächendeckend überlegen, ihre Firmen zu schließen, auch wenn das in manchen Kommentaren in der Öffentlichkeit so oder ähnlich suggeriert wird.“ Niemand sei momentan in der Lage, zu sagen, wie fundamental der erkennbare Konjunkturabschwung in der Breite sei oder wie lange er wirklich dauern werde.

Die Stimmungslage im Handel habe sich zwar verschlechtert, sei aber nicht wirklich schlecht, betonte IHK-Vollversammlungsmitglied Rainer Döring. Sein Erklärungsversuch: Die gestiegenen Konjunkturrisiken trübten die Erwartungen erheblich ein. „Hoffnung auf eine Belebung des Konsums machen uns die insgesamt gestiegenen Beschäftigtenzahlen sowie das steigende private Einkommen. Allerdings ist fraglich, ob die Mehreinnahmen der Verbraucher durch für sie gute Tarifabschlüsse, die Pendlerpauschale oder beispielsweise die Senkung der Arbeitslosenversicherung 2009 im Handel ankommen“, erläuterte Döring. Deshalb sei die Verunsicherung in allen Bereichen des Handels groß. „Es bleibt zu hoffen, dass zumindest die Maßnahmen des beschlossenen Konjunkturpaketes den Handel erreichen.“

Bei den Dienstleistern sei die Stimmung noch zufriedenstellend, „aber es ziehen dunkle Wolken am Konjunkturhimmel für die nächsten Monate auf“, erklärte Döring. Die Dienstleister seien unsicher, der Jobmotor Dienstleistung komme zum Stillstand. „Die Aussichten für die nahe Zukunft sind kritisch“.

Nach Angaben des stellvertretenden IHK-Hauptgeschäftsführers Harald Grefe hat der Gesamtumsatz des Verarbeitenden Gewerbes 2008 im Kreis Herford 5,63 Mrd. Euro betragen und das Vorjahresergebnis um 0,5 Prozent verfehlt (Ostwestfalen: + 5,2 Prozent). Die Exporte gingen im Wittekindkreis um 3,3 Prozent auf 1,81 Mrd. Euro zurück (Ostwestfalen: + 5,3 Prozent). Die Beschäftigtenzahlen im Kreis Herford fielen um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 25.653 Personen (Ostwestfalen: + 1,4 Prozent).

(Redaktion)


 


 

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