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Versicherungen für Berufsanfänger

Welche Policen Berufsanfänger wirklich benötigen

Berufsanfänger sind bei Versicherungsvertretern und -maklern gern gesehene Kunden. Sie verdienen oft zum ersten Mal im Leben richtig Geld und sind offen für ein Verkaufsgespräch. Und sie haben kaum Erfahrung im Umgang mit dem Risikoschutz und sind damit auch leichte Opfer für sinnlose und überteuerte Policen.

Ein Beispiel dafür sind Unfallversicherungen. Denn die Unfallpolicen sind in der Regel als Schutz gegen Invalidität und Berufsunfähigkeit nicht das richtige Mittel. Unfälle stellen kaum ein nennenswertes Risiko da, wenn es um die Gründe für Berufsunfähigkeit geht. Psychische Erkrankungen waren in den vergangenen Jahren fast in jedem dritten Fall der Auslöser von Berufskrankheiten. Danach folgen Rückenerkrankungen und Krebs war in 15 Prozent der Fälle der auslösende Faktor. Unfälle sind gerade einmal in 2,5 Prozent der Fälle der Grund einer Berufsunfähigkeit. Wer also beim Invaliditätsschutz nur auf eine Unfallversicherung setzt, ist in 97,5 Prozent der Fälle nicht versichert.

Sinnvoller ist es deswegen, bereits in jungen Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, die im Ernstfall bis zum Beginn des Rentenalters eine Versorgung sicherstellt. Dann sind die Einstiegsprämien niedrig und es ist leicht, bei einem günstigen Direktversicherer einen Vertrag zu bekommen. In der Regel werden mit 20 Jahren bei den Antragstellern kaum Vorerkrankungen festgestellt, die die Versicherbarkeit verschlechtern oder ausschließen. Mit 30 oder 40 hingegen ist das Risiko einer Ablehnung höher - der Schutz ist dann ohnehin teurer und wird durch Risikozuschläge oft unbezahlbar.

Junge Menschen sollten von sich aus darauf achten, dass sie spätestens nach dem Ausbildungsende eine private Haftpflichtversicherung abschließen. Denn dann wird die mögliche Mitversicherung über die Eltern in aller Regel beendet sein und eine eigene Police gehört dann zum Standard-Schutz. Der kostet übrigens bei günstigen Anbietern nicht mehr als 50 Euro jährlich.

Auch Hausratversicherungen gehören zum Standard-Repertoire der Vertreter. Grundsätzlich ist auch in diesem Fall der Schutz über die Police der Eltern möglich, wenn ein Großteil des Mobiliars noch bei den Eltern lagert. Aber der Versicherungsschutz ist meist auf 10 Prozent der Versicherungssumme begrenzt und Schäden sind in der Regel nur bis zu 11 000 Euro abgedeckt. Tatsache ist, dass viele junge Menschen hoffnungslos überversichert sind, wenn sie eine eigene Hausratversicherung abschließen. Wer in seine erste Wohnung zieht, braucht keine Versicherungssumme von 650 oder 700 Euro pro Quadratmeter, die die Versicherer oft automatisch vereinbaren wollen. Das wären bei einer 50-Quadratmeter-Wohnung satte 35 000 Euro Versicherungssumme - in aller Regel dürfte die erste Wohnung damit überversichert und die Prämie entsprechend überteuert sein.

Der richtige Versicherungsschutz ist übrigens keine einmalige Lebensentscheidung. Spätestens alle zwei Jahre sollte der Umfang des Versicherungsschutzes überprüft werden und auch der Umfang des Versicherungsschutzes selbst gehört auf den Prüfstand. Denn Hausrat, finanzielle Ansprüche und die eigene Lebenssituation ändern sich viel zu schnell, als dass die Versicherungen mitwachsen. Aus diesem Grund sollten auch Verträge - vor allem für Sachversicherungen - nie länger als ein Jahr laufen. So kommt man jederzeit aus den Verträgen raus, muss aber nicht befürchten, ohne Versicherungsschutz dazustehen. Denn die Verträge verlängern sich ohne Kündigung ohnehin von Jahr zu Jahr.

(Redaktion)


 


 

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