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Zwei Weltmeister: China und Deutschland

Wirtschaftsclub Paderborn + Höxter über China mit seinen Chancen und Risiken

Deutschland ist zum sechsten Mal Exportweltmeister, obwohl die Lohn- und Lohnnebenkosten in Deutschland auch Weltrekord erreichen. Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass mehr als die Hälfte deutscher Unternehmen ihre Zulieferteile aus China beschaffen, um ihre Endprodukte zu konkurrenzfähigen Preisen auf dem Weltmarkt durchzusetzen. Denn als verlängerte Werkbank hält China den Weltrekord. Eingeladen vom Arbeitskreis Internationales der Wirtschaftsjunioren Paderborn + Höxter diskutierten Richard Erb (Fujitsu Siemens AG China und Taiwan), René Berhorst (MA Lighting International GmbH), Anke Almers (Studentin der Universität Paderborn und Mitglied im Vorstand der AIESEC) und Dr. Nils Wigginghaus (Rechtsanwalt in Gütersloh und stellt die „Brücke“ zur Kanzlei in Peking dar) in der IHK-Zweigstelle Paderborn über China mit seinen Chancen und Risiken. Mit dem einfachen Ergebnis: Die zwei Weltmeister passen gut zusammen.

Zu Recht findet auch Richard Erb: „Das bevölkerungsreichste Land der Welt verzeichnet nach wie vor imposante Wachstumsraten. Unternehmen unterschiedlichster Branchen investieren in China und suchen dadurch den Erfolg in dem noch ungesättigten Markt. Aber auch die derzeit noch niedrigen Produktionskosten steigern die Attraktivität von Investitionen in China. Diese Konstellation bietet für ausländische Unternehmen Chancen und Risiken, die erkannt werden müssen.“ Ein Risiko sieht er in der Kunst des Verhandelns, die schnell zu einem Stolperstein auf dem Weg zu einer erfolgreichen Investition in China werden kann.

Genauso haben Vertragsabschlüsse in China ihre Tücken, weiß Rechtsanwalt Nils Wigginghaus: „Auch das Verständnis bezüglich abgeschlossener Verträge zwischen chinesischen und europäischen Vertragspartnern ist aufgrund unterschiedlicher Rechtsmentalitäten sehr verschieden. Verträge haben in China keine Tradition. Ein Vertrag ist im chinesischen Verständnis nur ein Zwischenergebnis zu einer langfristigen Zusammenarbeit und die Vertragsunterzeichnung keine Verpflichtung, sondern eine Zeremonie.“

Trotz formal weit reichender Gesetzesbestimmungen zum Schutz geistigen Eigentums, ist der „Know-how-Klau“ ein nicht zu unterschätzendes Problem. Allerdings hat der Projektingenieur René Berhorst von der MA Lighting International GmbH vom „Know-How-Klau“ nichts gespürt. Im Gegenteil beruhte die Zusammenarbeit zwischen deutschen und chinesischen Fachkräften vor Ort auf Vertrauen und Respekt. MA Lighting ist ein international führendes Unternehmen für computergesteuerte Lichtstellpulte, Netzwerkkomponenten und digitale Dimmersysteme und lieferte die Technik für die Eröffnungs- und Abschlussveranstaltungen bei den Olympischen Spielen in Peking mit seinem Wissen.

Abschließend machte Erb sehr deutlich: „Die beiden Länder treten dafür ein, auf der Basis gegenseitiger Achtung und Gleichberechtigung den Dialog zu intensivieren, das Verständnis zu vertiefen und den Konsens auszubauen“. Auch wenn momentan in aller Munde das Wort „Krise“ ist, sollte Deutschland sich die chinesische Bedeutung des Wortes genauer ansehen: „Wei ji“ heißt Krise auf chinesisch und setzt sich aus den Worten „Wei xiao“ für Gefahr und „Ji hui“ für Chance zusammen. Einig waren sich die Podiumsteilnehmer darüber, dass in jeder Krise neben der Gefahr auch eine Chance steckt. Genau das sollte Deutschland von seinem Partner China lernen.

(Redaktion)


 


 

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