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Moskau: das New York Osteuropas

Wirtschaftsjunioren Paderborn + Höxter diskutieren über Möglichkeiten in Russland

Russland – das Land der Superlative. Mit einer Fläche von über 17 Millionen Quadratkilometern ist Russland 50-mal größer als Deutschland. Aber mit 9 Einwohnern pro Quadratkilometer spärlich besiedelt. Eingeladen vom Arbeitskreis Internationales der Wirtschaftsjunioren Paderborn + Höxter diskutierten Svetlana Waltemate, Bernhard Morawetz, Stefan Schwan und Eduardas Vaigauskas in der IHK-Zweigstelle Paderborn über die Möglichkeiten in Russland Geschäfte zu machen. Mit dem Ergebnis: Moskau ist nicht Russland, sondern eher das New York von Osteuropa.

Das findet auch Bernhard Morawetz, Inhaber der Agentur MOST (Russisch für Brücke) und Mitglied des Vorstands der Wirtschaftsjunioren NRW: „Moskau ist das Wirtschaftszentrum Russlands, daran besteht kein Zweifel. Dort sitzt das Kapital.“ „Aber nicht jedes deutsche Unternehmen ist gut beraten, sich in Moskau niederzulassen“, ergänzt Stefan Schwan, der drei Jahre als stellvertretender Außenstellenleiter des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) in Moskau tätig war. „Sie sollten sich daran orientieren, wo ihre Kunden sitzen. Denn die Wege in Russland sind weit. Selbst in Ballungsräumen, fährt man sechs bis sieben Stunden von der einen zur anderen Stadt. Daher ist die erste Anlaufstelle für Unternehmer aus Deutschland der Verband der deutschen Wirtschaft in Moskau. Diese haben eine politische und eine meteorologische Klimakarte zur Hand. Denn gerade die verschiedenen Klimazonen und die Größe Russlands darf ein deutsches Unternehmen nicht unterschätzen.“

Moskau – politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Landes – ist gleichzeitig ein Paradebeispiel dafür, dass Russland ein Land des Paradoxen ist. „Gucken wir uns nur mal die Quadratmeterpreise für Gewerbeflächen an“, sagt Morawetz „Hier kostet der Quadratmeter locker 4.000 bis 8.000 Euro. Auch ein guter Fahrer ist unter 1.500 Euro nur schwer zu finden. Und das bei einem monatlichen pro Kopf Einkommen von etwa 400 Euro.“

Thema "Bildung"

Ein weiterer Schwerpunkt der Podiumsdiskussion war das Thema ‚Bildung’ und speziell die Problematik der Anrechnung ausländischer Abschlüsse. Die gebürtige Russin Svetlana Waltemate, kann davon ein Liedchen singen. Sie hat sechs Jahre in Moskau studiert und gearbeitet. Als sie nach Deutschland kam, war es für sie schwer eine Arbeit zu finden. „Mein russischer Hochschulabschluss wurde hier nicht anerkannt. Erst nach meinem deutschen Abschluss hatte ich Aussichten auf einen Job“, berichtet Waltemate, Assistentin der Geschäftsleitung des Energieteams Lichtenau.

Und auch Stefan Schwan weiß wie schwer die Anerkennung ausländischer Studienleistungen ist: „Das russische Hochschulsystem ist viel verschulter als das deutsche. Die Regelstudienzeit wird selten überschritten.“ Das hört sich doch erst mal ganz gut an. „Doch in Russland nehmen etwa 60 Prozent der Abiturienten ein Studium auf. In Deutschland sind es etwa 35 Prozent. Daher verliert das russische Studium an Wertigkeit“, erklärt Eduardas Vaigauskas, der selbst einige Jahre als Professor in Vilnius (Litauen) tätig war und heute als Inhaber der Elifai Services GmbH mit Russland handelt. Auch Bernhard Morawetz kennt dieses Phänomen: „Hoch qualifizierte Leute, wie beispielsweise russische Programmierer, fahren in Deutschland Taxi, da ihr Hochschulabschluss nicht anerkannt wird.“

Abschließend waren sich aber doch alle einig, dass Russland viel Potenzial für deutsche Unternehmen bietet. Dennoch sollten deutsche Unternehmer nicht zu blauäugig sein, wenn sie in Russland Fuß fassen möchten: „Russland ist zwar das Land mit unbegrenzten Möglichkeiten. Allerdings nicht im Sinne des amerikanischen Traums. Wer das denkt, erleidet sehr schnell Schiffbruch“, macht Schwan deutlich.

(Redaktion)


 


 

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