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Wirtschaftsstandort Bielefeld

IHK fragt Bielefelder Unternehmen nach ihrer Zufriedenheit

Die Bielefelder Unternehmen bewerten ihren Standort insgesamt mit der Schulnote 2,8. Das ergab die aktuelle Standortumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK).

 „Die Note 2,8 zeugt von keiner besonderen Zufriedenheit mit dem Standort“, bewertete IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff. „Im bundesweiten Vergleich mit anderen Standortumfragen befinden wir uns damit eindeutig im unteren Tabellenbereich“. Über 1.000 Betriebe aus Bielefeld beteiligten sich nach Worten von IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven an der Befragung. „Die Ergebnisse zeigen, dass es einigen Handlungsbedarf gibt, damit Bielefeld auch zukünftig ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort mit Wachstumschancen bleibt“, betonte er. „Die Firmen vermissen eine Art ‚Willkommenskultur für Unternehmen‘ in Bielefeld.“ 

Besonders kritisch werden die Entscheidungen der Bielefelder Ratsmehrheit von der Wirtschaft bewertet. Die zweimalige Anhebung der Gewerbe- und Grundsteuer und die unzureichende Flächenvorratspolitik mit teilweiser Ausgrenzung bestimmter Branchen „liegen den Unternehmen schwer im Magen“, so Niehoff. „Wenn dann noch mangels geeigneter Angebote Traditionsunter-nehmen die Stadt verlassen müssen, beschädigt das den Standort nachhaltig.“ Besonders besorgniserregend sei in diesem Zusammenhang, dass die Unter-nehmen der derzeitigen Ratsmehrheit mit ihrer bisherigen Politik offenbar kaum zutrauten, Bielefeld in eine wirtschaftlich gute Zukunft zu führen. Denn die Gesamtnote für die Bewertung der längerfristigen Weichenstellungen ist laut Niehoff „mit der Note 3,5 noch deutlich schlechter als die allgemeine Bewertung des Standortes“. Beim Blick auf die Stadtverwaltung werden speziell lange Genehmigungsverfahren kritisiert. Der IHK-Hauptgeschäftsführer: „Die Wirtschaftsförderung sollte weiter gestärkt werden, auch personell“.
Als Stärken des Bielefelder Wirtschaftsstandorts identifizierte die Umfrage die Erreichbarkeit über Straße und ÖPNV, die Nähe zu Kunden und Zulieferern, das Kultur, Einkaufs- und Freizeitangebot, die medizinische Versorgung, Umweltqualität und die Branchennetzwerke. Auch mit den Kontakten zu Hoch-schulen und Forschungseinrichtungen sind die Firmen weitgehend zufrieden.
Der mit Abstand wichtigste Standortfaktor ist für die Bielefelder Unternehmen mittlerweile die Breitbandversorgung. „Leider sind die Betriebe bei diesem Thema nicht sonderlich zufrieden“, erklärte Niehoff. Es sollte das Ziel sein, in allen Stadtbezirken und in den Betrieben angesichts der Stichworte Industrie 4.0 und Digitalisierung die Voraussetzung für schnelles Internet zu schaffen. „Daran müssen wir dringend arbeiten, das ist eine echte Zukunftsinvestition.“
348 Unternehmen wollen sich in den nächsten fünf Jahren in Bielefeld vergrößern und 66 verkleinern. „Das ist prinzipiell eine wirklich gute Nachricht und eine riesige Chance für die Stadt“, so Niehoff, „aber diese Chance muss auch genutzt werden. Es gibt Bedarf an Flächen. Deshalb appellieren wir an die Stadt, diesen Betrieben Möglichkeiten zu eröffnen, hier in Bielefeld zu expandieren“. Dieses Thema sei auch wegen der Flüchtlingsthematik brandaktuell, denn diejenigen, die ihnen Arbeitsplätze geben, brauchten Erweiterungsflächen. Sonst werde es mit der Integration in den Arbeitsmarkt nicht funktionieren - mit allen Konsequenzen für den Bielefelder Sozialhaushalt.
Die Firmen konnten zu 41 Standortfaktoren aus den Themengebieten Infrastruktur, Kosten, Marktpotenzial/Netzwerke, Fachkräfte/Bildung, Attraktivität der Stadt und Stadtverwaltung antworten, wie wichtig ihnen das Thema ist und wie zufrieden sie damit sind. Durchgeführt und wissenschaftlich begleitet wurde die IHK-Umfrage vom Institut für empirische Wirtschaftsforschung und angewandte Statistik aus Hannover.

(Redaktion)


 


 

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