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Die Situation am Bau

Ziemlich mau

Die Hoffnungen der Bauwirtschaft für eine Belebung durch das Konjunkturpaket II haben sich bislang nicht erfüllt. „Wir hätten erwartet, dass deutlich mehr öffentliche Auftraggeber die zur Verfügung gestellten Mittel abrufen“, sagte Annette Zülch, Mitglied im Vorstand der Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen.

Bislang würden die Unternehmen der Bauwirtschaft die Folgen der Krise noch aus eigener Kraft meistern. Von den Konjunkturhilfen jedenfalls komme wenig bei Bauunternehmen und Planungsbüros an – „Zu wenig!“, wie Zülch betonte.

Genau sechs Monate, nachdem die Ingenieurkammer-Bau NRW eindringlich dazu aufgerufen hatte, zukunftsfähige Investitionen zu tätigen und nicht in kurzfristige Konsumanreize zu investieren, zog die Kammer nun eine erste Bilanz. „Die öffentlichen Auftraggeber hatten zu Beginn des Konjunkturpakets II offensichtlich nicht genügend Projekte in der Schublade, die schnell hätten realisiert werden können. Und auch heute läuft die Umsetzung von Maßnahmen, die aus den zusätzlich zur Verfügung gestellten Mitteln finanziert werden, eher schleppend“, kritisierte Annette Zülch Dabei sei für jedermann ersichtlich, dass der Bedarf durchweg vorhanden sei. „Instandhaltungsmaßnahmen an Gebäuden und Infrastruktur sind in vielen Bereichen nötiger denn je. Auch Neubaumaßnahmen könnten dazu beitragen, Mängel im Straßen- und Schienennetz oder an Schulen und Hochschulen zu beseitigen“, so das Vorstandsmitglied.

Warum die Mittel des Konjunkturpakets II dennoch nur verhalten eingesetzt würden, darüber könne sie nur spekulieren, meinte die Bauingenieurin: „Ein Grund ist vermutlich, dass die Planungsabteilungen der öffentlichen Hand an ihre personellen Kapazitätsgrenzen gelangen, wenn kurzfristig zusätzliche Projekte realisiert werden sollen.“ Sie rät daher, auf externe Ingenieurbüros und Sachverständige zurückzugreifen, um erforderliche Planungen schnell und wirksam voranzutreiben: „Die Bauwirtschaft braucht in der Wirtschaftskrise gut geplante Maßnahmen – und sie braucht sie jetzt.“

(Redaktion)


 


 

Annette Zülch
Mitglied im Vorstand der Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen

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