04.03.2010  14:51 Uhr

Pharmamarketing
Mit Datenbankintelligenz zum Face-to-Face-Marketing - 5 Thesen fürs Pharmamarketing

Alsdorf. Die Pharmaindustrie steht in den kommenden zehn Jahren vor einer grundlegenden Neuausrichtung ihrer Vertriebsstrategie. Zu diesem Ergebnis kommen die Branchenexperten der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers in ihrer Studie „Pharma 2020: Marketing the future“1.

In Zukunft werde es darauf ankommen, hoch qualifizierte Vertriebsmannschaften, die innovative Therapieansätze auf Augenhöhe mit Ärzten und Experten der Krankenversicherungen diskutieren können, zur Verfügung zu haben, resümiert die Studie. Der Außendienst muss folgerichtig effizienter, agiler und zielgruppenspezifischer agieren.

„Hier muss in Zukunft auch das Marketing ansetzen“, so Heinz Raszkowski, Vorstand der Raszkowski.Werbeagentur AG, „zumal kleiner werdende Werbebudgets nach intelligenten Lösungen schreien. Vorbei die Zeiten, als Außendienst und Werbung Paralleluniversen waren: Integration von Vertrieb und Marketing heißt das Gebot der Stunde. Das Gießkannenprinzip mit seinen hohen Streuverlusten hat ausgedient; ein gezielter Marketingmix, in dem der Außendienst fokussiert wird, muss die Konsequenz sein.“

Die Raszkowski.Werbeagentur hat für die praktische Umsetzung fünf Thesen entwickelt.

Fünf Thesen zum Pharmamarketing

These 1: Es gibt keine Alternative zum Pharma-Außendienst

Trotz größer werdenden Kostendrucks ist und bleibt der Außendienst – vom Generikabereich einmal abgesehen – die Königsdisziplin in der Pharma-Kommunikation. Die Pharmaberater beweisen tagtäglich die Schlagkraft des „Face-to-Face-Kontaktes“.

Als „Gesicht“ des Pharmaunternehmens sind sie für viele Ärzte und Apotheker zu ihrer fachlichen Information unverzichtbar. Mit steigender Tendenz: Laut der MKM-Trendstudie „Pharmaberater“2 sahen im Jahr 2008 63 Prozent der Ärzte keine Alternative zum Außendienst, 11 Prozentpunkte mehr als zwei Jahre zuvor. Wir befinden uns also mehr denn je am „Point of Prescription“.

Ärzte und Apotheker erleben das Unternehmen und seine Marken durch den Pharmaberater, sie werden durch ihn hindurch fasslich, ins Gedächtnis projiziert und verankert.

These 2: Der Pharmaberater muss Key Account Manager werden

Die Älteren werden sich daran erinnern, dass dies keine neue Forderung ist. Lediglich ihre Umsetzung ist immer noch nicht gelungen. Das mag an liebgewonnener Tradition liegen oder an der Tatsache, dass trotz aller Regulative und steigendem Wettbewerb immer noch nicht genügend Druck im Kessel war, um ein Umdenken mit Handlungskonsequenz einzuleiten.

Um es kurz zu machen: Die alten Zeiten sind vorbei, der Umstieg vom althergebrachten Arztbesuch durch den Außendienst hin zur individuellen Betreuungsstrategie ist unvermeidbar. Auch die großen, forschenden Pharmaunternehmen sehen sich in die Zange genommen: Einerseits Druck auf Preise und Absatzchancen durch Politik, Krankenkassen und Wettbewerb, andererseits die Gewinnerwartungen der Aktionäre.

Sind die Grenzen der Marktausweitung und Preisgestaltung erreicht, lässt sich das wirtschaftliche Ergebnis nur noch durch Straffung und konsequente Zielverfolgung halten oder ausbauen.

Dazu muss der Außendienst lernen, Ziele auch durch Verlagerung von Kommunikation auf andere Kanäle zu erreichen und Instrumente wie Mailings, E-Mails, Veranstaltungen, Telefonmarketing etc. für „seine“ Ärzte zu bespielen.

Das setzt Planung voraus, wird damit Zeit kosten und zu weniger Besuchen, aber auch zu einer höheren Kontaktfrequenz und damit zu einer besseren Performance führen.

Schließlich können nach den Weisungen des Gebietsmanagers andere unterstützend seine Arbeit begleiten, indem Call-Center anrufen, Lettershops Mailings verschicken oder das Veranstaltungsmanagement die von ihm für passend gehaltene Veranstaltung organisieren.

Das setzt natürlich voraus, dass unternehmensseitig vom Marketing Angebote erarbeitet werden, unter denen der Mitarbeiter auswählen und sich seinen speziellen und zielgenauen Mix zusammenstellen kann.

So kann der Gebietsmanager seine Kräfte bündeln und gezielt bei den Ärzten ansetzen, bei denen er durch seinen Besuch die größten Potenziale bewegen kann.

Um trotz dieser konzentrierten Besuchstätigkeit in seinem Gebiet omnipräsent zu sein, benötigt er Tools, die auf ihn zugeschnitten sind.


 
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