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Kapitalerträge als Kerngröße des Profis aus finanziellen Einlagen

Als Kapitalertrag wird der als Unternehmensgewinn erwirtschaftete Profit aus verschiedenen Anlageformen bezeichnet. Kapitalerträge gelten dabei als Einkommen und müssen aus diesem Grund auch besteuert werden. Seit 2009 fungiert die erhobene Kapitalertragssteuer als Sonderform der klassischen Einkommenssteuer.

Sie kann aus verschiedenen Quellen erhoben werden. Dazu zählen:

  1. Dividenden
  2. Verzinsung
  3. Kapitalerträge
  4. Wertsteigerung
  5. Veräußerung von Kapital-Lebensversicherungen

Insofern kein gesonderter Freistellungsauftrag vorliegt, werden die Kapitalerträge (zur Definition Kapitalerträge) einheitlich mit 25 Prozent Abgeltungssteuer belegt. Die staatliche Prämie des Bausparvertrages ist hingegen von der Kapitalertrag ssteuer befreit. Sollten die Kosten bzw. Gebühren allerdings höher liegen als die dabei erzielten Erträge, so kann dies auch als negativer Kapitalertrag bezeichnet werden. Auch wenn das Ausfüllen der Anlage KAP grundsätzlich in der Steuererklärung nicht mehr erforderlich ist, so lohnt es sich dennoch diese auszufüllen, weil somit meist noch einmal eine Steuerrückzahlung fällig wird. So können sie unter Umständen eine niedrige Besteuerung erreichen, insofern dieser niedriger angesetzt ist als die 25 Prozent des Abgeltungssteuersatzes.

Abgeltungssteuer vs. Kapitalertragssteuer – was ist sinnvoller?

Prinzipiell ist zu wissen, dass die Kapitalerträge, welche bereits mit der Abgeltungssteuer belegt wurden, bei der Ermittlung des Gesamtbetrages keine wirkliche Rolle spielen. Individuell außergewöhnliche Belastungen müssen seit 2012 nicht mehr angegeben werden.

In Deutschland ist jedes Kreditinstitut verpflichtet, einen Steuerabzug vorzunehmen und die Steuer dabei direkt an die Finanzverwaltung abzuführen. Kapitalerträge, welche sich durch Anlagen im Ausland ergeben, müssen beim jeweiligen Finanzamt in Deutschland gemeldet werden. Sollte allerdings bereits im Ausland eine Quellensteuer auf die Kapitalerträge gezahlt werden, dann kann diese auf die inländische Einkommenssteuer angerechnet werden.

Die steuerliche Abrechnung der Kapitalerträge wird seit dem 1. Januar 2009 über die Abgeltungssteuer. Es gilt damit ein ähnliches Quellenabzugsverfahren, wie bei der Lohnsteuer . „Quelle“ bedeutet in dem Fall sozusagen, dass die Steuer direkt auf das Kapital an der Quelle erhoben wird. Es herrscht dabei ein grundsätzlicher Bestandsschutz für Aktien, Fonds oder festverzinsliche Wertpapiere. Gewinne die vor 2009 aus Kapitalanlagen veräußert wurden, bleiben auch zukünftig steuerfrei. Bei der Abgeltungssteuer wird die abgeführte Kapitalertragssteuer jedoch mit eingerechnet.

Wann es sich lohnt, die Kapitalerträge anzugeben

Obwohl es nicht verpflichtend ist, ist es in einigen Fällen ratsam, die Kapitalerträge in der Steuererklärung anzugeben. Szenarien, in denen dies ratsam erscheint, sind:

  1. Wenn vergessen wurde, einen entsprechend hohen Freistellungsauftrag zu stellen.
  2. Wenn die Kreditinstitute Abgeltungssteuer einbehalten haben, kann die zu viel gezahlte Steuer mittels Einkommenssteuererklärung zurückgeholt werden.

Bei recht geringem Einkommen empfiehlt es sich, die Kapitalerträge direkt mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern, anstelle über die Abgeltungssteuer. Über eine Nichtveranlagungsbescheinigung können die Kapitalerträge ohne entsprechend steuerlichen Abzug erhalten werden.

Auch als Ruheständler ist es ratsam, die Kapitalerträge in der Steuererklärung abzugeben, da hierbei automatisch der Altersentlastungsbeitrag berücksichtigt wird. Auch für alle, die über die Bank Verluste erwirtschaften, lohnt sich das Ausfüllen der Anlage KAP in der Steuererklärung. So muss wahlweise weniger Abgeltungssteuer bezahlt werden bzw. lässt sich der Verlust auch ins kommende Jahr übertragen und kann dann ggf. ausgeglichen werden.

Für Gewinnausschüttungen in der EU an steuerpflichtige Unternehmen kann ein Abschlag vorgenommen werden bzw. können diese direkt von der Kapitalertragssteuer unter bestimmten Aspekten befreit werden. Im Gegenteil zu Privatpersonen können Unternehmen keinen Freistellungsauftrag für ihre Kapitalerträge nutzen. Die Aufwendungen gelten dabei nicht als Betriebsausgaben, vielmehr handelt es sich um eine Vorauszahlung auf eine zu leistende Einkommenssteuerschuld.

(Christian Weis)


 


 

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