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Was ist eine GmbH und Co. KG?

Eine GmbH und co kg ist eine Kommanditgesellschaft, in welcher eine GmbH der persönlich haftende Gesellschafter ist. Damit ist diese Person keine natürliche, sondern eine juristische Person.

Andere Rechtpersonen bei einer GmbH und co kg sind die sogenannten Kommanditisten, die zumeist selbst Gesellschafter (Gesellschafter Definition) in dieser GmbH (GmbH Definition) sind. Die Abkürzung GmbH und co kg steht für Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Compagnie Kommanditengesellschaft. Kommanditgesellschaft selbst meint eine Personengesellschaft aus natürlichen oder juristischen Personen, die zusammen ein Unternehmen zum Zwecke einer Handelsausübung gründen.

Diese etwas komplizierte Verstrickung ist vom Gesetzgeber als Rechtsform in der Regel nicht als solche ausgegeben. Experten nennen die GmbH und co kg eine Mischform, die einige Vorzüge mit sich bringt.

Gründung einer GmbH und CO. KG

Zur Gründung einer solch kombinierten Form bedarf es einen oder mehrere Komplementäre (dies sind Gesellschafter, die unbeschränkt haften) und Kommanditisten (diese haften nur in beschränktem Maße).

  1. Es müssen, wie der Name bereits sagt, zwei Gesellschaften gegründet werden: Die GmbH und die KG, die Kommanditgesellschaft.
  2. Die GmbH tritt als allein haftende, juristische Person in Erscheinung. Sie ist der Komplementär. Damit ist sie aber allein noch nicht handlungsfähig.
  3. Es braucht eine Geschäftsführung. Diese kann aus einem oder mehreren Mitgliedern der KG bestehen. Sie nennen sich Kommanditisten.
  4. Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass die GmbH und co kg eine KG ist, die den Vorteil der beschränkten Haftung aus der GmbH nutzt.

Diese Form für Unternehmen wird durch einen Gesellschafts Vertrag gegründet. Dafür muss zunächst eine GmbH gegründet werden, falls diese nicht bereits besteht. Ist dies der Fall, muss die GmbH als juristische Person den Vertrag mit einem Kommanditisten unterzeichnen.

Eine Beglaubigung durch einen Notar ist verpflichtend. Ebenso muss die GmbH und CO. KG von allen darin enthaltenen Gesellschaftern in das Handelsregister (Handelsregister Definition) eingetragen werden, nachdem sie sich beim Gewerbeamt angemeldet hat. Dies dient der steuerlichen Erfassung und des Empfangs eines Gewerbescheins. Die Gründung dieser Form beruht maßgeblich auf den Bestimmungen, die auch für die Erstellung einer KG gelten. Dies sind des Weiteren:

  • Es werden zwei Gründer benötigt.
  • Ein schriftlicher Gesellschaftervertrag. Dieser ist in der geschriebenen Form zwar nicht verpflichtend vorgeschrieben, ist aber zur Absicherung zu empfehlen. Dabei ist man frei in der Art und Weise des Aufbaus.
  • Ein Mindestkapital gibt es nicht, ebenso wenig wie ein extra für dieses Unternehmen angelegtes Bankkonto. Letzteres ist jedoch ebenso zu empfehlen, um private und berufliche Einnahmen trennen zu können.

Lesen Sie auch: Was ist eine GmbH?

Die GmbH und co kg als eine besondere Kommanditgesellschaft

Dadurch, dass der Komplementär, dies ist der Unternehmer, der mit seinem Privatvermögen eintritt, keine natürliche Person ist, wird die GmbH zu einer speziellen Form der Kommanditgesellschaft. Die juristische Person, hier die GmbH übernimmt die Haftung. Die Vorteile daraus sind:

  • Offiziell muss mindestens ein Gesellschafter ein vollhaftender Komplementär sein. Ein weiterer ist verpflichtet, als beschränkt haftender Kommanditist aufzutreten. Dies kombiniert zwei Rechtsformen miteinander. Dadurch kann der erstgenannte Vollhafter durch, wie bereits genannt, die juristische Form der GmbH ersetzt werden.
  • Dadurch kann man als Unternehmer seine Haftung beschränken. So ist man auf einer Stufe mit einer Kapitalgesellschaft. Das meint, dass ein Gewerbes nicht mehr mit einem Mindesteinsatz gegründet werden muss. Das Stammkapital kann auch lediglich nur einen Euro (die gegründete GmbH benötigt jedoch ein Anfangsgehalt von 25 000 Euro) betragen.
  • Häufig findet die GmbH und co kg aber dann Anwendung, wenn viele Kommanditisten Geld mit in das Unternehmen einbringen. Dadurch, dass somit große, finanzielle Posten bereitstehen, ist in der Regel keiner der Mitglieder gewillt, ein persönlich dafür haftender Gesellschafter zu sein. Dies übernimmt bei einer GmbH und co kg die juristische Person.

Aber auch Nachteile können sich aus dieser Form der Unternehmensführung ergeben:

  • Die 250 000 Euro müssen anfangs bereits bereitstehen, was für viele Existenzgründer eine große Hürde ist.
  • Rechtlich gesehen ist die GmbH und co kg nicht durchsichtig. Man muss sich hierbei sehr lange und intensiv einlesen und sich möglicherweise Hilfe holen.

Fazit

Um eine GmbH und co kg zu gründen, bedarf es nur sehr weniger Schritte. Dies ist ein großer Vorteil. Zudem entfällt eine Mindesteinlage und auch die Haftung ist für die Mitglieder optimal geregelt. Jedoch sollten Sie bei einer Gründung auch die negativen Seiten beachten.

Tipp der Redaktion:

Oft besitzt die GmbH und co kg eine hohe Krisenanfälligkeit. Dies geschieht vor allem dadurch, dass sich viele Jungunternehmen bereits für die Gründung der GmbH einen hohen Kredit aufnehmen müssen und sich hierbei verschulden. Das Privatvermögen kann hierunter leiden. Seien Sie sich dessen gewiss, auch wenn die Idee von einer Übertragung der Haftung auf die GmbH im ersten Moment verlockend klingt.

(Christian Weis)


 


 

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1 Kommentar

von Suchender
03.11.15 12:02 Uhr
GmbH und Co.KG

Sie schreiben bei den Nachteil von "250.000 Euro müßten anfangs bereits, bereit stehen.
Zwei Absätze darüber von 25.000 Euro Anfangsgehalt?
Sind da zwei verschiedene Dinge gemeint?

MfG

Jürgen Stach

 

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