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Ratgeber zur Limited

Was ist LTD?

Eine Ltd oder auch Limited genannt ist eine britische Rechtsform, die sich jedoch auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit erfreut. Ltd wird im britischen Gesellschaftsrecht eine nicht-börsendotierte Kapitalgesellschaft genannt.

Die LTD haftet nur mit dem Eigenkapital und nicht mit dem privaten vermögen der Gesellschafter (Gesellschafter Definition), daher ähnelt die Ltd in den Grundzügen der deutschen GmbH. Entgegen der GmbH bietet die Ltd Gründern einige Vorteile: Sie ist günstiger zu gründen und erfordert ein geringeres Startkapital .

In diesem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie zur Ltd wissen sollten.

Die Limited oder Ltd im Detail

Nach den deutschen Rechtsformen handelt es sich bei einer Ltd um eine Aktiengesellschaft (Hier erfahren Sie, wie man eine Aktiengesellschaft gründen kann) mit einem begrenzten Gesellschafterkreis. Der Vergleich zur AG (zur Rechtsform AG) liegt daher nahe, ist jedoch etwas zu kurz gegriffen, denn: In Großbritannien ist die Ltd die häufigste Form der Kapitalgesellschaft für kleine und mittlere Unternehmen. Sie erfüllt damit also eine ähnliche wirtschaftliche Funktion wie die deutsche oder österreichische Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder eine kleinere Aktiengesellschaft (AG). Außerdem sind die Anteile der Ltd nicht auf einem öffentlichen Aktienmarkt zu erwerben, sondern auf einen bestimmten Personenkreis (shares) begrenzt. Dadurch grenzt sich die Limited (Limited Rechtsform) von der Public Limited Company (PLC) ab. Diese entspricht eher unserer Aktiengesellschaft, deren Anteile als Aktien öffentlich erhältlich sind.

Limited - eine britische Rechtsform in Deutschland

Nach der anerkannten Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes ist in der Europäischen Union und damit auch in Deutschland die Niederlassungsfreiheit einer britischen Gesellschaft wie der Limited gewährleistet. Aufgrund dieser Rechtsgrundlage sind in Deutschland mittlerweile viele Limiteds mit einer Vertretung aktiv. Das bedeutet, dass in Großbritannien eine Firma gegründet und diese dann aus einer selbstständigen Zweigniederlassung in Deutschland geführt wird. Man spricht dabei auch von einer „deutschen Limited“. So konnte die Limited zu einem Konkurrenzmodell der GmbH werden. Dies hat unter anderem folgende Gründe:

  • Eine Ltd bietet eine einfache, schnelle Gründung.
  • Ein niedriges Stammkapital ist notwendig.
  • Der Bürokratieaufwand in Großbritannien können von sogenannten Limited Agenturen übernommen werden.

Eine „deutsche Limited“ muss, wie jedes Unternehmen mit einer gewerblichen Tätigkeit in Deutschland, beim Gewerbeamt angemeldet werden. In einigen Fällen ist auch eine Eintragung im Handelsregister (Handelsregister Definition) erforderlich. Ist die Ltd in Deutschland tätig, gelten hier natürlich auch das deutsche Recht und auch das deutsche Steuerrecht.

Vorteile und Nachteile der Ltd in Deutschland

Vorteile:

  • Hauptargument für eine Limited ist zum einen die Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen, sodass das private Vermögen der Gesellschafter unangetastet bleibt. Der zweite wichtige Aspekt, der die Ltd von der GmbH unterscheidet, ist der, dass es bei der Ltd keine Vorgaben zum Mindestkapital gibt. Theoretisch kann mit einer Summe von einem Pfund bereits eine Ltd gegründet werden. Für eine vergleichbare GmbH sind rund 25.000 Euro Mindesteinlagen erforderlich.

Nachteile:

  • Das grundsätzlich nicht erforderliche Mindeststammkapital hat jedoch auch seine Schattenseiten. Denn bei einem zu niedrig angesetzten Startkapital droht vielen Firmen gerade am Anfang schnell die Insolvenz . Bei in Deutschland tätigen Ltds wird hier das deutsche Insolvenzrecht angewendet, bei dem, zum Beispiel in Folge einer Insolvenzverschleppung, schnell auch das private Vermögen zur Haftung gezogen wird.
  • Aufgrund der Gründung in zwei Ländern und in zwei Sprachen gibt es viele bürokratische Pflichten, die sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland anfallen.
  • In Deutschland ist das Image der Ltd bisweilen von begründeten und unbegründeten Vorurteilen geprägt. Fragen Sie sich daher, ob der Einsatz der Ltd in der Praxis für Sie, zum Beispiel bei inländischen Kunden, einen negativen Einfluss haben könnte. Sine Sie international tätig, ist die Sachlage jedoch anders. Dort ist die Bezeichnung Ltd anerkannt und weit verbreitet.

Tipp der Redaktion: Wann lohnt es sich, die Gründung einer Ltd in Betracht zu ziehen?

Um bei den Einlagen in eine Firma Geld zu sparen, ist die Gründung einer Ltd nur sehr bedingt geeignet. Denn bei zu geringen Einlagen steht das Risiko einer frühen Insolvenz immer im Raum. Auch der Verwaltungsfaktor mit den damit verbundenen Kosten ist bei einer Ltd nicht zu unterschätzen.

In Sondersituationen ist eine Ltd durchaus die bessere Wahl. Dies ist zum Beispiel bei Konzernen der Fall, die europaweit agieren und daher gleiche Rechtsstrukturen im ganzen Betrieb etablieren möchten. Diese können ihre internationalen Tochtergesellschaften einheitlich als Ltd einrichten. Für kleinere inländische Firmen, die international tätig sind, kann der Geschäftsname mit dem international bekannten Zusatz „Ltd“ eine Verbesserung des Rufs ermöglichen.

(Christian Weis)


 


 

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