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Moody's stuft Frankreich wegen Schuldenkrise ab

Die Ratingagentur Moody's hat Frankreich kürzlich die Bestnote der Bonität entzogen und stuft die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas damit zurück. Grund dafür seien fehlende Reformen in der vorherrschenden Schuldenkrise.

Frankreich besitzt ohnehin eine schwierige Haushaltslage und könnte nun zusätzlich Probleme bekommen, neues Geld an den verschiedenen Kapitalmärkten aufzunehmen. Finanzminister Pierre Moscovici versuchte heute die Bevölkerung zu beruhigen und will weiter an dem Reformvorhaben des Landes festhalten. Wolfgang Schäuble sieht die Abstufung Frankreichs nicht als dramatisch an, würde dies jedoch als Mahnung verstehen.

Steuererleichterung für Unternehmer

Bereits Anfang des Jahres musste Frankreich an den Kapitalmärkten einen Rückschlag einstecken, da der Rivale S&P als Ratingagentur wichtige Punkte aberkannt hatte. Die Kreditwürdigkeit des Landes wurde nur noch als AA1 eingestuft, knapp unter der Höchststufe AAA. Die Ratingagentur Moody's hat jetzt weitere Abstufungen angekündigt, sollte es keinen zügigen Reformkurs geben oder sollten die Reformvorhaben stocken.

Frankreich hat sich mit dieser Abstufung nach Griechenland, Portugal und Spanien jetzt als heimliches Sorgenkind im Euroraum zu erkennen gegeben. Für das kommende Jahr ist kein großer Wirtschaftswachstum zu erwarten. Auch in Großbritannien hatten Experten Frankreich bereits als tickende Zeitbombe bezeichnet. Die Abstufung könnte Frankreich jetzt hart treffen. Die meisten Fonds investieren nur in Staaten, die eine einwandfreie AAA Bewertung tragen. Frankreich liegt jetzt knapp dahinter.

Die Regierung in Paris hat neue Steuerreformen auf dem Plan. Damit sollen vor allem die Unternehmer Erleichterungen bei der Steuer erhalten und wieder in den globalen Wettbewerb treten können. Den Arbeitgebern wurde hier eine steuerliche Entlastung von insgesamt 20 Milliarden Euro zugesagt. Finanziert werden kann dieses Vorgehen jedoch nur mit Kürzungen im Haushalt und mit einer höheren Mehrwertsteuer. Frankreichs Finanzminister sieht vor, die Neuverschuldung für das Jahr 2013 auf drei Prozent zu drücken, nachdem sie in diesem Jahr bei 4,5 Prozent lag.

(Christian Weis)


 


 

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