Börse, 6. Dezember
Nach S&P-Schock DAX mit 0,7 Prozent im Minus
Frankfurt/Main. (bo/dapd). Nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) 15 der 17 Mitglieder des gemeinsamen Währungsgebiets mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit gedroht hat, ist der deutsche Aktienmarkt mit Verlusten in den Dienstag gestartet. Im frühen Geschäft grenzten die Indizes die ersten Abschläge erwartungsgemäß allerdings bereits wieder etwas ein.
Gegen 9.50 Uhr verlor der DAX 0,7 Prozent auf 6.062 Punkte. Im Tagestief hatte er bereits 1,6 Prozent tiefer bei 6.006 Punkten notiert.
"Das erhöht eigentlich nur noch einmal den ohnehin schon starken Druck auf die Politik, bei dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag so etwas wie den 'großen Wurf' zu präsentieren", sagte ein Händler. Allerdings gehe es dabei nicht darum, S&P zu überzeugen, sondern der Europäischen Zentralbank Argumente zu liefern, im ersten Quartal kommenden Jahres, wenn die Refinanzierungsprobleme Italiens und Spaniens am größten seien, die Notenpresse anzuwerfen und somit für einen begrenzten Zeitraum den "lender of last resort" zu geben.
Auch der Euro legte wieder zum Dollar zu. Gegen 10.00 Uhr notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,3374 Dollar. Die derzeit als besonders gutes "Panikbarometer" geltenden Renditen der zehnjährigen italienischen Staatsanleihen blieben unter 6 Prozent.
Dessen ungeachtet wurden im frühen Geschäft zunächst einmal reflexartig Bankenaktien verkauft: Commerzbank gaben um 2,2 Prozent auf 1,41 Euro nach, Deutsche Bank um 0,7 Prozent auf 30,02 Euro. In der zweiten Reihe verloren Aareal Bank 2,8 Prozent auf 14,11 Euro.
Mit Blick auf die Einzelwerte stehen RWE im Fokus: Der vom Atomausstieg gebeutelte Versorger kündigte am Montagabend an, 52,3 Millionen neue Aktien auszugeben und gleichzeitig 28,1 Millionen eigene Anteilsscheine zu veräußern. "Die Kapitalerhöhung kommt nicht überraschend, das Volumen ist für das aktuelle Umfeld allerdings sehr hoch", sagte ein Marktteilnehmer. Für RWE geht es um 11,5 Prozent auf 26,86 Euro nach unten. Die Papiere des Indexschwergewichts E.on verbilligten sich um 4,3 Prozent auf 17,40 Euro.
Fresenius Medical Care verloren gegen den Trend bei den als defensiv geltenden Werten 1,9 Prozent auf 49,98 Euro. Die Analysten von Nomura haben ihre Empfehlung für die Aktien des Dialysespezialisten auf "Reduce" von "Neutral" gesenkt. Sie sprechen von einer "exzessiven Bewertung" und warnen davor, dass der Kurs auf 32,50 Euro je Aktie fallen könnte, sollten alle negativen Szenarien vollständig eintreten.
(Redaktion)
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