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60 Jahre IAA in Frankfurt

Ein Mann der ersten IAA-Stunde erinnert sich

(dapd). Schon als Sechsjähriger hat sich Dieter Matthes hinters Lenkrad eines Autos gesetzt und es allerdings gegen einen Pfosten gefahren. "Autos haben mich immer schon fasziniert", sagt der 79-Jährige. Da war es kein Zufall, dass der Student der Maschinenbautechnik auch die erste Internationale Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main im April 1951 besuchte. Später organisierte er die Messe 40 Jahre lang.

Bis dahin war stets Berlin Schauplatz der IAA gewesen. Noch einmal, im September 1951 gab es eine Automobilmesse in Berlin, doch fortan wurde die IAA immer nach Frankfurt vergeben. "Die Automobilindustrie wollte nach Frankfurt, weil es der Mittelpunkt Westdeutschlands war, Berlin hingegen eine geteilte Stadt", erinnert sich Matthes. Zudem habe Frankfurt mit der weitgehend unversehrten Festhalle ein "anständiges" Messegelände gehabt.

Spiegel des Wirtschaftswunders

Im noch zu großen Teilen zerstörten Frankfurt war die erste internationale Autoschau nach dem Krieg etwas ganz Besonderes. Die Automobilindustrie galt als Spiegel des beginnenden Wirtschaftswunders. Der Andrang war riesengroß und der 19-jährige Student Matthes war als "fachkundiger Besucher" mit dabei. Dort, wo sich heute das Maritim Hotel befindet, stand damals der Griechische Pavillon, in dem Mercedes ausstellte. "Der Andrang dort war so groß, dass berittene Polizei eingesetzt werden musste, um die Halle abzuriegeln."

Eine der größten Attraktion der ersten IAA in Frankfurt war der Hansa 1500 von Borgward. Ein Sportwagen, der es je nach Motorisierung auf bis zu 100 PS brachte. 570.000 Besucher drängten damals in die 15 Hallen. "Das ist ein atemberaubender Andrang für die damalige Größe des Geländes", erinnert sich Matthes. Vieles sei damals noch improvisiert gewesen, sagt Matthes, der sich an weitere Einzelheiten der allerersten IAA in Frankfurt 60 Jahre später aber nicht mehr erinnern kann.

Paläste und Kristalle

Nachdem der gebürtige Darmstädter sein Studium an der dortigen Hochschule beendet hatte, holte ihn sein Professor 1957 zum Verband der Automobilindustrie (VDA) nach Frankfurt. Seit dieser Zeit organisierte Matthes die IAA bis zu seinem Ausscheiden aus dem VDA 1997.

Geändert habe sich in all den Jahren vor allem der Aufwand, den die Aussteller betreiben. "Wer früher 300 Quadratmeter brauchte, will heute 2.000 und baut Paläste", sagt Matthes. Anfangs seien die Getränke in Pappbechern ausgeschenkt worden, "dann in Gläsern und dann in Kristallen."

Nur noch zur Eröffnungsfeier

Ende der 80er Jahre wurde das Frankfurter Messegelände zu klein für die komplette IAA. Die Ausstellung für Nutzfahrzeuge wanderte nach Hannover ab. "Eine weise Entscheidung, an der ich auch nicht ganz unbeteiligt war", verrät Matthes. Zur ersten reinen IAA für Personenkraftwagen 1991 kamen nicht zuletzt wegen des Booms der Wiedervereinigung mit 1.271 Ausstellern so viele wie nie zuvor oder danach. Die meisten Besucher verzeichnete die IAA 2003, als rund eine Million Menschen auf das Frankfurter Messegelände kamen.

Bei solchen Zahlen verwundert es nicht, dass auch andere Städte immer wieder die IAA ausrichten wollten. Es hätten "viele Städte" Interesse an der weltgrößten Automobilmesse bekundet, ließ VDA-Präsident Matthias Wissmann durchblicken, als sich die IAA Mitte März bis 2019 an Frankfurt band.

In diesem Jahr öffnet die 64. IAA vom 15. bis 25. September. Zu den zahlreichen Besuchern wird auch Dieter Matthes gehören: "Ich gehe aber nur noch zur Eröffnungsfeier, das reicht mir dann."

Oliver Teutsch

(dapd )


 


 

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