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Keine Briefe mehr in Rhein-Main?

Ab Mai Dauerstreik bei der Post geplant

(bo/ddp.djn). Die Kunden der Deutschen Post müssen sich auf einen Streik der Briefträger einrichten. Die Tarifkommission der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di lehnte das Angebot des Konzerns am Samstag ab und erklärte die zweitägigen Tarifverhandlungen für die 130 000 Beschäftigten für gescheitert. Die von der Post geplante Erhöhung der Wochenarbeitszeit hätte die «Vernichtung von 12 500 Arbeitsplätzen» zur Folge gehabt, sagte ver.di Verhandlungsführerin Andrea Kocsis in Düsseldorf. Ein unbefristeter Streik sei in Vorbereitung. Damit könnten ab dem 2. Mai die Briefkästen in Rhein-Main und ganz Deutschland leer bleiben. Die Post versicherte, sie sei weiter «uneingeschränkt gesprächsbereit».

ver.di-Vizechefin Kocsis zeigte sich skeptisch, ob weitere Gespräche derzeit sinnvoll seien. Ab sofort seien weitere Warnstreiks möglich. «Es gibt keine Friedenspflicht», sagte Kocsis. Die Post-Mitarbeiter seien «stinksauer» über die «pure Provokation» der Unternehmensführung. Dem Konzern gehe es gut. Daran müssten auch die Beschäftigten ihren Anteil bekommen. Die zweitägigen Tarifverhandlungen mit der Post waren in der Nacht zu Samstag in Düsseldorf ohne Vereinbarung eines weiteren Termins beendet worden.

Vom 24. bis zum 29. April sollen die verdi-Mitglieder bei der Deutschen Post in einer Urabstimmung über einen unbefristeten Streik abstimmen. Das Ergebnis soll am 30. April vorliegen. Sollten mindestens 75 Prozent für den Ausstand votieren, startet der Streik am 2. Mai.

Die Deutsche Post sprach von einem «attraktiven Angebot». Es sehe eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis zum 30. Juni 2011 vor. Die Löhne der 130 000 Tarifmitarbeiter sollen den Arbeitgeber-Angaben zufolge in den nächsten zwei Jahren um rund 5,5 Prozent ansteigen. Im Gegenzug sollen die Arbeitnehmer künftig statt 39,5 Stunden 40 Stunden pro Woche arbeiten. Für die Beamten soll sich die kürzlich auf 41 Stunden erhöhte Arbeitszeit wieder auf 40 Stunden verringern.

Dazu sagte Personalvorstand Walter Scheurle: «Wer 39 Monate Kündigungsschutz bei einer angemessenen Lohnerhöhung für sechs Minuten längere Arbeitszeit am Tag ausschlägt, vertritt nicht wirklich die Interessen unserer Mitarbeiter.»

Laut ver.di haben die Arbeitgeber ab 1. November dieses Jahres eine Einkommensverbesserung von 3 Prozent angeboten. Ab 1. November 2009 sollen die Löhne um weitere 2,4 Prozent steigen. Dies bedeute umgerechnet eine zweiprozentige Einkommensverbesserung über eine Laufzeit von 26 Monaten.

ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten neben dem verlängerten Kündigungsschutz sieben Prozent mehr Lohn sowie zehn sogenannte Arbeitszeitverkürzungstage. Die Gewerkschaft hatte ihren Forderungen mit mehreren Warnstreiks Nachdruck verliehen.

(rheinmain)


 


 

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