Weitere Artikel
Finanzamt

Kniffe für die Abgeltungssteuer

(bo/ddp.djn). Die Abgeltungssteuer greift ein Viertel der Erträge ab, wenn Sparer Zinsen und andere Kapitalerträge erwirtschaften.

Mit ein paar Kniffen lässt sich diese Abgabe auf das Nötigste reduzieren. So sollten etwa Freistellungsaufträge kontrolliert werden. Denn auch mit der Abgeltungssteuer werden Teile der erzielten Erträge steuerfrei gestellt. Bis zu 801 Euro sind es bei Alleinstehenden, bis zu 1602 Euro bei Verheirateten.

Dabei ist es wichtig, die Aufträge an die Anlagestrategie anzupassen. Denn - und das vergessen viele Sparer - der Freistellungsauftrag gilt nicht nur für Zinsen, sondern auch für Kursgewinne bei Fonds und für die volle Dividende . Ohne Anpassung der Freistellungsaufträge verpuffen die Freibeträge vielleicht wirkungslos, wenn beispielsweise Kursgewinne nicht erfasst werden. Im Blick haben sollten Anleger zudem, dass die depotführende Bank Gewinne und Verluste gegeneinander aufrechnet - erst dann «wirkt» der Freistellungsauftrag.

Grundsätzlich bietet die Abgeltungssteuer jedoch bessere
Möglichkeiten, Verluste zu verrechnen. So können Gewinne aus
Wertpapiergeschäften miteinander verrechnet werden, aber auch
erhaltene Zinsen und Dividenden fließen in die Verrechnung mit ein.
Den dafür geschaffenen Verlustverrechnungstopf muss die Bank im Auge behalten, damit niemand unnötig Abgeltungssteuer bezahlt. Dabei gilt, dass Aktienverluste nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden dürfen - zu groß ist die Angst des Staates, dass eine Börsen- Baisse die
Abgeltungsteuer-Einnahmen eines ganzen Jahres aufzehrt.

Werden die Verluste nicht verrechnet, weil nicht genug Gewinne da
sind, können die sie stehenbleiben. Verluste bei unterschiedlichen
Banken und Geldinstituten werden übrigens nicht automatisch
verrechnet. Sparer können dies aber über die Steuererklärung tun.

Ganz wichtig ist es auch, Altverluste anrechnen zu lassen.
Zunächst einmal verrechnet das Finanzamt diese Altverluste mit
steuerpflichtigen Altgewinnen. Wenn Verluste sich nicht verrechnen
lassen, können Sie bis in 2013 vorgetragen und bis dahin mit
Veräußerungsgewinnen (jedoch nicht mit Zins - und Dividendeneinnahmen) verrechnet werden.

Auch der Steuersatz sollte überprüft werden. Denn die 25 Prozent
sind nicht in Stein gemeißelt. Grundsätzlich gilt, dass die
Abgeltungsteuer nur dann zur Anwendung kommt, wenn der persönliche
Steuersatz über 25 Prozent liegt. Gerade im Alter zahlen viele
Rentner aber deutlich weniger Steuern und erreichen den Steuersatz
von 25 Prozent gar nicht. Alle Einkünfte sollten deshalb in der
Steuererklärung angegeben werden - das Finanzamt besteuert die
Kapitalerträge und Veräußerungsgewinne dann auch nur mit dem
individuellen Steuersatz. Der kann dann deutlich unter 25 Prozent
liegen.

Ältere Sparer ab Mitte 60 haben zudem die Möglichkeit, für Teile
ihres Einkommens und auch für Zinsen und Veräußerungsgewinne den
sogenannten Altersentlastungsbetrag geltend zu machen. Der wird zwar
in den kommenden Jahren mehr und mehr abgeschmolzen, bis er 2040 ganz abgeschafft ist. Bis dahin aber kann er in Anspruch genommen werden. In der Folge bleiben neben dem Sparfreibetrag weitere Kapitalerträge steuerfrei, wenn der Altersentlastungsfreibetrag in Anspruch genommen werden kann. Die Voraussetzung dabei ist, dass der Steuerpflichtige bereits vor Beginn des Kalenderjahres sein 64. Lebensjahr vollendet hat.

(ddp-Korrespondent Ulrich Breitbach)


 


 

Abgeltungssteuer
Verluste
Freistellungsauftrag
Bank Gewinne
Steuern
Zinsen
Aktienverluste
Aufträge
Sparer

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Abgeltungssteuer" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: