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Börsenkompass

Die tägliche Einschätzung der Börse

Das Topthema des Tages beruht heute auf den stillgelegten Bauplänen der Pipelines in den USA. Der Aktienmarkt tendierte recht positiv und war von Hoffnungen geprägt. Auf dem Rentenmarkt und in der Konjunktur gab es hauptsächliche positive Abschlüsse.

Rentenmarkt / Konjunktur

Den dritten Tag in Folge standen die Kurse der Bundesanleihen gestern unter Druck. Nach einem festen Start in den Vormittagsstunden gab der Bund-Future im Tagesverlauf um 75 Ticks nach. Damit stieg die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe bis fast auf 2% an - in den besagten drei Tagen immerhin ein Anstieg um 20 Basispunkte. Auch in der EWU-Peripherie konnte sich die Erleichterungstendenz seit Jahresanfang fortsetzen. Die Renditen portugiesischer Staatsanleihen gaben über die jeweiligen Laufzeiten zwischen 10 und 60 Basispunkte nach, italienische Bonds rentierten zwischen 15 und 25 Basispunkte niedriger und bei spanischen Papieren konnte immerhin eine Reduzierung zwischen 3 und 15 Basispunkten erreicht werden. Dennoch bleiben die politischen Ereignisrisiken hoch: Bei den Gesprächen des internationalen Bankenverbandes IIF in Athen konnte im Vorfeld des Finanzministertreffens der EU am Abend trotz positiver Verlautbarungen kein finaler Durchbruch bei den Konditionen der „freiwilligen Umschuldung“ erzielt werden. Auch die Vorbereitungen zur Konkretisierung der Fiskalunion und des EU-Stabilitätspakts auf dem EU-Gipfeltreffen Ende Januar blieben im Tagesverlauf wage. Die Risikoaversion hat sich seit Jahresanfang deutlich reduziert – hinsichtlich der Konjunkturindikatoren aus den USA und den Schwellenländern sicher berechtigt. Einem entspannten Umgang mit der EWU-Schuldenkrise fehlt aber bisher die Grundlage. Daher werden sich trotz nicht weiter rückläufiger EWU-Frühindikatoren die Blicke auf die Hauptstädte richten.

Aktienmarkt

An den europäischen Aktienmärkten ging es zum Wochenauftakt weiter aufwärts. Erneut waren es Hoffnungen auf eine doch noch kommende Einigung über einen Schuldenerlass der „privaten“ Gläubiger, die für Auftrieb und insbesondere für Kursgewinne im Bankensektor (+2,1%) sorgte. Auf Branchenebene (Stoxx) führten Banken zusammen mit den Versicherungen (+1,6%) die Performancerangliste an. Bei den Einzelwerten fielen hier u.a. Commerzbank (+13%) und Unicredit (+10%) auf. Überhaupt stieg die Risikobereitschaft der Investoren wieder an, so dass defensive Sektoren wie z.B. Healthcare (-0,4%) oder Nahrungsmittel (-0,3%) unter Umschichtungen in zyklische Sektoren (Energie und Grundstoffe je +0,9%) litten. Versorger (-1,7%, E.ON -2,2%, RWE -2,4%) litten unter einer negativen Branchenstudie. Im Dax standen zudem ThyssenKrupp (+ 2,6%) im Fokus, die von der angedachten Zusammenlegung der Edelstahlsparte mit dem finnischen Konkurrenten Outokumpu (+18%) profitierten. An den US-Märkten wechselten dagegen im Verlauf mehrmals die Vorzeichen und am Ende ging der Markt nach einem ruhigen Handel fast unverändert aus dem Tag. Der S&P hat mit dem gestrigen minimalen Gewinn nunmehr 12 der letzten 14 Handelstage im Plus beendet. Klare Impulse fehlten und die Investoren schienen auf weitere Nachrichten zur Schuldenkrise warten zu wollen. Während die chinesische Börse weiterhin geschlossen hat, dominieren an den übrigen asiatischen Märkten die Pluszeichen. Insbesondere in Indien geht es nach der heutigen geldpolitischen Lockerung der Zentralbank deutlich aufwärts. Heute stehen die Einkaufsmanagerindizes in Europa und in den USA der Richmond Fed Index im Fokus.

Topthema des Tages

Keystone-XL-Aus festigt WTI-Abschlag zu Brent

Die Keystone XL Pipeline von den kanadischen Ölsand-Lagerstätten in Alberta zu den Raffinerien am Golf von Mexiko wird aus Umweltschutzgründen vorerst nicht gebaut, entschied Präsident Obama. Auch in Kanada stößt der Bau von Pipelines von den Ölsandlagerstätten an die Pazifikküste auf Widerstand von Umweltschützern und Ureinwohnern. Umweltschützern ist dabei der große Flächen zerstörende und emissionsreiche Abbau der Ölsande ein Dorn im Auge. Zudem sorgt der Pipelinetransport des unraffinierten Schweröls für umweltschädliche Emissionen und es besteht das Risiko von Pipelinelecks. Damit wird kanadisches Öl weiter vor allem nur bis Cushing fließen und kann von dort nur im geringen Umfang per Pipeline weitergeleitet werden, um exportiert zu werden. Der Weitertransport per Bahn ist teuer und lohnt sich nur bei entsprechend hohem Preisabschlag. Der Abschlag von WTI, das sich am hohen Angebot in Cushing orientiert, zu Brent, dürfte somit auch längerfristig bestehen bleiben. WTI eignet sich vor diesem Hintergrund nicht als Benchmark oder als Absicherung gegen geopolitische Risiken. Wir präferieren Brent, das wir zum Kauf empfehlen und das durch diese Entscheidung zusätzlich gestützt wird. Dies auch deswegen, da sich die geplante Steigerung der Ölproduktion aus Ölsanden um ca. 2. Mio. Fass/Tag in den nächsten Jahren verzögern und weniger zur Nachfragedeckung beitragen könnte. In erster Linie betrifft die Entscheidung Kanada. Der CAD profitiert weniger stark von hohen Ölpreisen und steigenden Ölexporten. Er bleibt attraktiv. Die US-Konsumenten kommen weiter in den Genuss eines Abschlags auf die Weltölpreise.

(ots / Commerzbank AG)


 


 

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