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Marktkommentar Aktien - Helaba

AIG von allen Ratingagenturen herabgestuft

Sorgen über die Stabilität des US-Finanzsektors infolge des Zusammenbruchs der Investmentbank Lehman Brothers und der Übernahme von Merrill Lynch durch die Bank of America haben eine Flucht in Sicherheit ausgelöst und die Aktienmärkte stark belastet. Der Dow Jones Industrial schloss bei 10.917 mit einem Abschlag von 4,42 %. Dies ist der größte Tagesverlust seit Juli 2002.

Der breiter gefasste S&P 500 brach um 4,71 % ein, so stark wie seit September 2001 nicht mehr. Zur Stützung des Finanzsystems hat die US-Notenbank eine Reihe von Maßnahmen angekündigt. Unter anderem werden weitere Formen von Sicherheiten zur Refinanzierung akzeptiert. Spekulationen auf sinkende Leitzinsen machen die Runde. Vor diesem Hintergrund steht die heutige FOMC-Sitzung im Mittelpunkt des Interesses, denn marktseitig wird eine Senkung um 25 Bp. auf 1,75 % zu einem großen Teil eskomptiert. Es wäre leichtsinnig, eine Leitzinssenkung auszuschließen. Dennoch sollte ein Stillhalten der Währungshüter nicht überraschen, zumal sie mit einer Fed Funds Rate von 2,00 % schon weit in Vorleistung getreten sind. Denkbar ist auch eine Reduzierung des Diskontsatzes (Primary Credit Rate), so wie es die Fed im Anschluss an die Rettung von Bear Stearns im März beschlossen hatte.
Im begleitenden Statement dürfte die Fed die erhöhten Konjunkturrisiken sowie die Stresssituation der Finanzmärkte betonen, so dass die Zinssenkungsfantasien nicht völlig enttäuscht werden. Dennoch: Sollte die Fed das Leitzinsniveau von 2,00 % bestätigen, dürfte der Markt enttäuscht werden und für neuerlichen Abgabedruck an den Aktienmärkten führen. Sollte der Dow Jones unter das Tief vom Juli bei 10.828 fallen, zeigt sich die nächste Auffangmarke erst im Bereich 10.683 bis 10.699. Hier liegen markante Kurstiefs von Mitte 2006.

Die Verschärfung der US-Finanzmarktkrise hat die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt geschickt. Der DAX schloss bei 6.064 Punkte und damit
2,74 % im Minus. Die asiatischen Märkte zeigen sich sehr schwach (Hang Seng Index –5,9 %), so dass der DAX-Future für eine schwache Eröffnung des deutschen Aktienmarktes spricht. Von konjunktureller Seite steht heute der ZEW-Konjunkturausblick zur Veröffentlichung an. Aufgrund der gesunkenen Rohstoffpreise und des geringeren Außenwerts des Euros ist eine leichte Erholung möglich. Unserer Einschätzung nach wird aber die Lagekomponente schwach ausfallen, so dass der Index eine negative Indikation für den in der nächsten Woche anstehenden ifo-Geschäftsklimaindex liefert. Von der deutschen Inflation erwarten wir keinen marktbewegenden Einfluss, zumal es sich dabei um endgültige Werte handelt und die Vorabschätzung eines Rückgangs um 0,3 % VM bestätigt werden dürfte. Auch die Konsumentenpreise auf europäischer Seite sollten im Vorfeld der FOMC-Sitzung keine Marktauswirkung haben.
In den USA stehen ebenfalls die Konsumentenpreise auf der Agenda. Diese sollten, wie schon die Import- und Erzeugerpreise, ein deutliches Vormonatsminus aufweisen und damit die Konsensschätzung von –0,1 % VM unterschreiten. Alles in allem sind die Aussichten für den Aktienmarkt getrübt. Sollte der DAX das Vortagestief von 5.942 Punkte unterschreiten, zeigt sich die nächste Unterstützung um 5.917.

Quelle: Helaba FloorResearch

(rheinmain)


 


 

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