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Moskauer Börse: beeindruckende Frühjahrsrallye wie im Vorjahr

Der stark steigende Ölpreis sorgt dafür, dass die Moskauer Börse von Jahreshoch zu Jahreshoch eilt. Die Börse bleibt damit einer der Top-Performer weltweit, nachdem sie zu Jahresbeginn noch stark nachgegeben hat. Besonders russische Öl- und Gasaktien wie Gazprom und Lukoil sind jetzt gefragt, genauso wie andere russische Rohstoffaktien.

Der russische RTS-Index (kurz RTSI, auf US-Dollar-Basis) stieg am Freitag, 22. April 2016, auf 931 Indexpunkte, der auf Euro basierende RDX-Index auf 1.097 Indexpunkte und der auf Rubel basierende Micex-Index erhöhte sich auf 1.967 Indexpunkte, was auch ein neues Fünfjahreshoch war. Im Gegensatz zum RTSI befindet sich der Micex in einem intakten Aufwärtstrend. So stieg er in den vergangenen fünf Jahren um 10 Prozent und in den zurückliegenden drei Jahren sogar um 47 Prozent.

Am Montag, 25. April 2016, gaben die Aktienkurse in Moskau durch Gewinnmitnahmen etwas nach, obwohl der Brentölpreis stabil bei 45 US-Dollar/Barrel blieb. Der RTSI fiel um 0,23 Prozent auf 929 Indexpunkte, was immer noch ein Plus von 23 Prozent seit Jahresbeginn bedeutet. Damit bleibt die Moskauer Börse zusammen mit den Börsen in Peru, Brasilien und der Türkei einer der Top-Performer der Welt.

Alle russischen Indices konnten den Dax und auch den Dow Jones Industrial Index (DJI) in diesem Jahr klar schlagen, obwohl der DJI schon wieder nahe dem Allzeithoch ist. Auch die anderen Weltbörsen konnten sich seit Mitte Februar aufgrund der fortgesetzten „Drogenpolitik“ (=Nullzinspolitik) der Notenbanken im Kurs kräftig erholen. Nun warten alle Anleger darauf, welches Zinssignal die amerikanische Notenbank Fed am Mittwoch geben wird.

Entwicklung des Rubels entscheidender als Aktienkurse

Man erkennt an der unterschiedlichen Entwicklung der russischen Indices, wie wichtig die Entwicklung des Rubelkurses für die Performance für ausländische Anleger ist. Wiederum ist für den Rubelkurs vor allem der Ölpreis maßgeblich. Steigt der Ölpreis, steigt auch der Rubel – und umgekehrt. So stieg der Brentölpreis seit dem 12. Februar 2016 von 30 auf 45 US-Dollar/Barrel. Folglich fiel auch der Euro zum Rubel von 92 auf 74,5 Euro/Rubel, sodass hohe Währungsgewinne für deutsche Anleger entstanden. Weil der Rubel auch im vergangenen Jahr bis zum Mai so stark war, war auch der RTSI bis Mai 2015 mit einem Plus von über 40 Prozent schon im letzten Jahr die am besten performende Börse der Welt.

In diesem Jahr stieg der RTSI seit Jahresbeginn um 23 Prozent und seit dem Jahrestief am 20. Januar (mit 628 Indexpunkten) um 47 Prozent Aktien wie Gazprom und Lukoil konnten seit dem Tief schon über 50 Prozent im Kurs zulegen. Gefragt waren aber auch andere russische Rohstoffwerte, vor allem Stahl- und Goldaktien, obwohl der Goldpreis zuletzt etwas auf 1.240 US-Dollar/Unze nachgab. Im Jahreshoch war der Goldpreis schon bei 1.280 US-Dollar/Unze.

Alles hängt vom Ölpreis ab

Bis zum 12. Februar 2016 war es aber genau umgekehrt. Die Moskauer Börse war zwar in Rubel relativ stabil, aber der Euro zum Rubel stieg von Mai 2015 bis zum 12. Februar um 67 Prozent von 55 auf 92, da auch der Ölpreis von 45 auf das Jahrestief von 28 US-Dollar/Barrel einbrach. Schon im vergangenen Jahr fiel der Ölpreis ab Mai 2015 von 65 auf 37 US-Dollar/Barrel. Dies war auch der Hauptgrund, warum der RTSI im vergangenen Jahr nach der Hausse bis Mai 2015 mit einem Minus von 20 Prozent endete.

Freilich war der Rubel auch 2015 bis zum Mai aufgrund des von 50 auf 65 US-Dollar/Barrel gestiegenen Ölpreises von 80 auf 55 Euro/Rubel gestiegen. Der Rubel war damals sogar die am stärksten gestiegene Währung der Welt. Als der Ölpreis wieder einbrach, gab auch der Rubel wieder nach und mithin auch der RTSI und RDX, wobei der Micex recht stabil blieb. Insofern ist die Entwicklung des Rubels für ausländische Anleger wichtiger als die Kursentwicklung der Aktien an der Moskauer Börse. Dieses wird von Medien oft verwechselt oder falsch dargestellt. Nun hoffen die ausländischen Anleger, dass sie nach dem Déjà-vu bis April nun nicht auch ein weiteres Déjà-vu, also einen erneuten Einbruch des Ölpreises wie im vergangenen Jahr erleben.

Abbau der Sanktionen als zweiter Kurstreiber?

Mit starken Kursschwankungen muss der Anleger in Russland in jedem Fall rechnen. Wenn aber die Sanktionen gegen Russland im zweiten Halbjahr abgebaut werden sollten und der Ölpreis nicht wieder zu stark einbricht, bestehen gute Chancen für eine Fortsetzung der Hausse. Ob die Sanktionen abgebaut werden, wird von der weiteren Entwicklung in der Ost-Ukraine abhängen.

(Redaktion)


 


 

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