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Marktkommentar Aktien

Aktienmärkte mit gemischtem Bild

Die Nachricht, dass China den Yuan freier floaten lassen möchte (nicht mehr als 0,5 % am Tag), beflügelte die US-Aktienmärkte im frühen Geschäft.

Die Euphorie darüber ebbte aber schon bald wieder ab, so dass die führenden Indizes schlussendlich mit Abschlägen von bis zu 1,0 % aus dem Handel gingen. Unter Druck gerieten vor allem Aktien aus dem Bereich Einzelhandel, so dass der Sektor um 0,9 % nachgab. Tech (-0,8 %) und Utilities (-0,8 %) wurden ebenfalls verkauft. An der NYSE fielen die Umsätze mit 1,07 Mrd. eher bescheiden aus. 1.262 Werte legten zu, 1.782 gaben hingegen nach. Heute ist der Konjunkturdatenkalender zwar gut gefüllt, nennenswerter Markteinfluss wird davon aber nicht ausgehen.

Sehr spannend stellt sich das charttechnische Bild des S&P 500 dar. Wie zu erkennen ist, wurde gestern im Verlauf die 200-Tage-Linie wieder unterschritten, was die Gefahr einer „Bullenfalle“ deutlich größer werden lässt. Diese These wird auch durch den langen Docht an der Tageskerze, sowie einem nach unten drehenden Stochastic Momentum Index untermauert.

Auch hierzulande erhielten die Aktienmärkte von der Aussicht auf einen freier floatenden Yuan deutlichen Rückenwind. Im späten Geschäft verflog die Euphorie aber wieder. Dennoch konnte der Dax ein Plus von 1,2 % auf 6.292 Zähler etablieren. Das Tageshoch wurde bei 6.330 Zählern markiert. Daimler führte die Gewinnerliste des Dax mit einem Plus von 3,20 % an, Fresenius ver-buchte hingegen die deutlichsten Abschläge. Um 0,91 % ging es für das Papier nach unten. Ange-sichts der Kursgewinne von gestern überrascht es nicht, dass wieder eine ganze Reihe von Aktien neue Jahreshochs erreichten, was klassischer Weise als prozyklisches Signal gewertet wird. U.a. bei Henkel, Jungheinrich, Tognum, Daimler Hugo Boss, BMW, Siemens, Grammer und SAP war dies der Fall. Immer wieder interessant ist der Blick auf die Dax-Charttechnik. Mit den Kursge-winnen im frühen Geschäft wurde die Rückkehrlinie des nach oben gerichteten Trendkanals erreicht. Für den weiteren Verlauf sehr bedeutsam ist die Tatsache, dass der Index auf Schlusskursbasis wieder in die alte „Range“ zurückkehrte. Erwähnenswert ist zudem, dass das OBV (On Balance Volume) beim Erreichen des Index-Impulshochs kein Hoch ausgebildet hat, wodurch eine negative Divergenz entsteht. Dies wird als „Warnhinweis“ auf eine nicht idealtypische Kons-tellation gewertet. Hingegen beginnt der trendfolgende DMI auf „Long“ zu drehen, sofern der heutige Handelstag positiv endet.

Entsprechend steigt die Spannung im Hinblick darauf, welche Richtung sich kurzfristig durchsetzen wird. Nach dem ruhigen Wochenstart steht mit der heutigen Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimas ein gewichtiger Stimmungsindikator auf der Agenda. Augenscheinlich sind die Vorgaben durch den deutlichen Einbruch der ZEWKonjunkturerwartungen getrübt. Ein Gegengewicht liefert jedoch die ZEW-Lagekomponente, die sich stärker verbessern konnte, als dies in den Konsensschätzungen vermutet worden war. Zudem lieferte die Sentix-Umfrage ebenfalls verbesserte Ergebnisse, wenngleich sich der Headline-Index noch immer in negativem Terrain befindet. Insgesamt gehen wir von einem nur leichten Rückgang des ifo-Geschäftsklimas aus.

(Christian Schmidt)


 


 

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