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Aktuelle Wirtschaftslage

Ifo Geschäftsklimaindex steigt zum vierten Mal in Folge

Egal, was der Einzelne vom Ifo-Geschäftsklimaindex hält, er fügt sich in den Trend von steigendem BIP und Einkaufsmanagerindex (PMI) ein. Alle Werte sind trotz Ukraine- und vor allem Griechenlandkrise in der letzten Zeit gestiegen. Das Barometer des Ifo-Instituts in München stieg ebenfalls zum vierten Mal in Folge und liegt nun bei 106,8 Punkten. Dennoch fiel die Steigerung um 0,1 Punkte gegenüber dem Januarwert geringer aus, als von vielen erwartet. Doch überbewerten darf man die Entwicklung nicht.

Zwar ist der Index kein harter Wert wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Dennoch hat er als psychologische Komponente Einfluss auf die Anleger und Börsenkurse. Als Stimmungsbild der deutschen Wirtschaft signalisieren durch ihn Manager, wie robust sich der Markt gegenüber politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit präsentiert. Die Zahlen und Grafiken zeigen mehr als nur eine Bestandsaufnahme. Der gesunkene Ölpreis, der schwächere Euro und gesunkene Energiepreise wirken bei der Bewertung der Ist-Situation und der Aussichten wie ein vorweggenommenes Konjunkturprogramm. Die Entscheider in der Exportwirtschaft profitieren davon besonders, da deutsche Waren im Ausland billiger werden. Die gute Beschäftigungslage ist dabei mehr Folge als Ursache der positiven Einschätzungen.

Tesat-Spacecom

Dennoch fällt der Anstieg geringer aus als erwartet. Finanzanalyst Richard Glöß vom internationalen Finanzdienstleister City Index schätzt die aktuelle Lage daher differenzierter ein: „Der entgegen den Annahmen schwächere Anstieg beruht auf einer gedämpften Einschätzung der aktuellen Lage, die von tagesaktuellen Krisenthemen wie den Russland-Sanktionen und einem möglichen Griechenlandaustritt aus dem Euro beeinflusst wird. Langfristig kann sich aber ein deutlicher Aufwärtstrend etablieren, der mehr von wirtschaftlichen Trends wie der günstigen Zinspolitik und wachsendem Einkommen getragen wird." Glöß merkt an, dass ohne die Unsicherheiten auf der politischen Seite der Ifo-Index noch stärker hätte steigen können. So ergibt sich eine stabile, aber keineswegs euphorische Stimmung, die den reinen Markterwartungen nur bedingt gerecht wird. Zuversichtlich stimmen primär der Einzelhandel und der private Konsum. Damit diese Säule stabil bleibt, braucht es weitere Lohnerhöhungen.

Mit dem zweiten von drei Ifo-Werten im ersten Quartal 2015 ist eine bessere Einschätzung des BIP-Wachstums im zweiten Quartal möglich. Trotz geringen Anstiegs liegt der Wert über dem Durchschnittsniveau des letzten Quartals aus 2014. Bei einem Ifo-Index von 107 im März würde das ein Wachstum von 0,6 % im zweiten Quartal und 1,6 % für das gesamte Jahr bedeuten. Ob Anleger auf diese Prognose vertrauen sollten, ist dennoch nicht unumstritten. Die Umfragen als Grundlage der Berechnung bewerten einige Experten als fragwürdig, da die subjektive Datenlage anhand pauschaler Erwartungshaltungen den wirtschaftlichen Interessen entgegenstünde. Als informeller Teil einer Vielzahl statistischer Wirtschaftsdaten hilft er aber vielen Analysten, ein differenzierteres Bild der Wirtschaftslage zu erstellen.

Bildrechte: Flickr Arbeitgeberverband Gesamtmetall Tesat-Spacecom CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

(Redaktion)


 


 

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