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Keine Schwarzmalerei

Allianz Dresdner erwartet kurze Rezession

• Außenhandel mit dominantem Konjunktureinfluss • Gefallener Euro-Wert positiv für Exporte • Entlastung durch gesunkenen Ölpreis • Niedrige Zinsen und Fiskalpolitik stimulieren

Die Weltwirtschaft durchläuft nach Ansicht der Volkswirte von Allianz
und Dresdner Bank eine scharfe, aber nicht sehr lang andauernde
Rezession. Derzeit gebe es in Deutschland einen markanten
Produktionseinbruch, bis Mitte 2009 komme es dann zu einer starken
Zurückhaltung bei den Investitionen. Die bisherigen Boom-Branchen
wie Automobile und Maschinenbau seien dabei besonders stark vom
Abschwung betroffen. „Die Erwartungen der Unternehmen sind
abgestürzt und vermitteln eine Skepsis wie kaum in den vergangenen
Jahrzehnten. Ölpreisschock und Euro-Höhenflug wirken noch nach,
verstärkt durch den globalen Erwartungsschock der Finanzmarktkrise“,
sagte Michael Heise, Chefvolkswirt von Allianz und Dresdner Bank
unter Hinweis auf einen Vergleich der Rezessionen in Deutschland seit
Anfang der siebziger Jahre.
Trotz der düsteren Lage warnt Heise vor Schwarzmalerei. Heise
zufolge ist schon ein beachtlicher Teil der Rezession vorüber. Nimmt
man Deutschland als Beispiel, so dauerten der Analyse der Volkswirte
von Allianz und Dresdner Bank zufolge die bisherigen Rezessionen
zwischen zwei und vier Quartalen. Gemeinsames Erscheinungsbild
aller Rezessionen in Deutschland sei das gleichzeitige Auftreten einer
nachlassenden Ausfuhr und rückläufiger Ausrüstungsinvestitionen.
Dabei ist der Einfluss, der von den Exporten auf die Konjunktur
ausgeht, äußerst dominant. Heise: „Gehen die Exporte auch weiterhin
so schnell zurück wie derzeit, wäre ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts
von mehr als zwei Prozent im kommenden Jahr möglich.“
Der massive Einbruch der Auslandsauftragseingänge weise auf dieses
Risiko hin.
Dagegen spreche aber, dass sich durch den gesunkenen Außenwert
des Euro die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der EU-Volkswirtschaften
gebessert habe. Dazu komme, dass sich der Welthandel bei einer
Beruhigung der Finanzmarktkrise im Verlauf von 2009 wieder erholen
sollte. Eine Konjunkturerholung bedingt durch eine anziehende Ausfuhr
wäre ohnehin das klassische Konjunkturmuster. In drei der vier
betrachteten Rezessionen wurde die Wende zum Besseren
maßgeblich von der Ausfuhr eingeleitet. Angesichts der massiven
Kaufkraftgewinne der Haushalte durch rückläufige Rohstoff- und
Nahrungsmittelpreise sollte in diesem Zyklus aber – etwas untypisch –
ein anziehender privater Verbrauch die Erholung mit einleiten.
Heise: „Für eine kurze scharfe Rezession mit einer Erholung im Verlauf
von 2009 sprechen auch die weltweit sehr expansive Geldpolitik,
gewaltige fiskalische Konjunkturstützungspakete sowie die historisch
niedrigen Zinsen.“ Vor allem aber führten die dramatisch gesunkenen
Ölpreise 2009 zu einer Entlastung des BIP um reichlich ein Prozent und
stellten somit ein eigenes Konjunkturprogramm dar. Positiv zu werten
sei auch, dass Ertragslage und Eigenkapitalausstattung der Unternehmen
in vielen Ländern besser seien als in früheren Rezessionen.
Für Länder, die in den vergangenen Jahren von einem Immobilien- und
Kreditboom begünstigt worden seien, ist allerdings mit einer deutlichen
Konsolidierung und schwächerem Wachstum in den nächsten Jahren
zu rechnen.
Die Einschätzungen stehen wie immer unter den nachfolgend angegebenen
Vorbehalten.
Vorbehalt bei Zukunftsaussagen
Soweit wir hierin Prognosen oder Erwartungen äußern oder unsere Aussagen die
Zukunft betreffen, können diese Aussagen mit bekannten und unbekannten Risiken
und Ungewissheiten verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen
können daher wesentlich von den geäußerten Erwartungen und Annahmen
abweichen. Neben weiteren hier nicht aufgeführten Gründen ergeben sich eventuell
Abweichungen aus Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der
Wettbewerbssituation, vor allem in Kerngeschäftsfeldern und -märkten, und aus
Restrukturierungsmaßnahmen. Abweichungen können ferner aus dem Ausfall von
Kreditnehmern resultieren. Auch die Entwicklungen der Finanzmärkte und der
Wechselkurse sowie nationale und internationale Gesetzesänderungen, insbesondere
hinsichtlich steuerlicher Regelungen, können einen Einfluss ausüben. Terroranschläge
und deren Folgen können die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß von Abweichungen
erhöhen.

(Redaktion)


 


 

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