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  • 22.04.2016, 09:00 Uhr
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Altersvorsorge

Thema Altersvorsorge: Kommt die „Deutschlandrente“?

In Zeiten des demografischen Wandels wird die private Altersvorsorge immer wichtiger. Ohne sie droht immer mehr Menschen in Deutschland Armut im Rentenalter. Ein Vorschlag aus Hessen plädiert nun für eine staatliche Zusatzrente.

Altersvorsorge-Angebote sind oft zu kompliziert

Viele Beschäftigte sind beim Thema Altersvorsorge latent überfordert: Die Angebote sind für sie häufig zu schwer zu verstehen, daher scheuen sie einen Abschluss. Beratungsangebote seitens der Banken, Finanzberater oder Finanzdienstleistungsunternehmen wie Swiss Life bestehen zwar, werden von einem großen Teil der betroffenen Klientel aber nicht oder in nicht genügendem Maße in Anspruch genommen. Dabei ist das Spektrum von Finanzdienstleistern breit gefächert: Neben Produkten zur privaten Altersvorsorge gibt es auch solche zur betrieblichen Altersvorsorge oder solche mit staatlicher Förderung, wie etwa die Rürup-Rente. Im Zuge der Altersvorsorge-Problematik konnten sich allerdings die bisherigen Vorsorgeformen wie die Riester-Rente bisher nicht durchsetzen, zudem wird sie wegen ihrer hohen Kosten oft kritisiert. Hinzu kommt, dass kleine und mittelgroße Betriebe häufig keine betriebliche Altersvorsorge anbieten und viele geringverdienende Arbeitnehmer auch deshalb im Rentenalter von einer Versorgungslücke und Altersarmut bedroht sind. Jetzt kommt ein Vorschlag aus Hessen auf den Tisch, der dieser Entwicklung entgegenwirken soll.

Initiative aus der Politik

Aufgrund der Altersarmuts-Problematik haben sich jetzt die drei hessischen Minister für Finanzen, Soziales und Wirtschaft zusammengetan und eine neue Idee entwickelt: Thomas Schäfer, Stefan Grüttner (beide CDU) sowie Tarek Al-Wazir (Grüne) wollen mit ihrem Vorschlag zur Deutschlandrente eine Alternative zu den bisherigen Vorsorgeformen vorschlagen – auch, um den Wettbewerb um bessere Finanzvorsorgeprodukte anzuheizen. Dabei soll es sich bei der Deutschlandrente um eine staatlich organisierte Zusatzrente handeln, die den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten als eine Art Standard-Option angeboten werden soll und an der niemand mitverdient. Wer dieser Zusatzrente nicht widerspricht, für den führt der Arbeitgeber einen bestimmten Betrag ab, und der Arbeitnehmer erwirbt Ansprüche an die Deutschland-Rente. Wenn er jedoch der Meinung ist, dass er eigenständig besser vorsorgen kann oder dass eine Zusatzvorsorge nicht nottut, dann kann er eine Opt-out-Klausel in Anspruch nehmen und muss nicht in die neue Zusatzrente einbezahlen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man für die Deutschlandrente als staatliche Versicherung keine kostenträchtigen Werbemaßnahmen initiieren muss, was die Kosten bei Vertrieb und Verwaltung verhältnismäßig gering halten würde. Außerdem wäre sie vom Renditeabkommen am Kapitalmarkt unabhängig: Berechnet würde die Rente anhand der durchschnittlichen Verzinsung der letzten Jahrzehnte. Wer zukünftig während einer Niedrigzinsphase in Rente gehen würde, müsste so trotzdem keine Einbußen bei der Rente befürchten.

(Redaktion)


 


 

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