Weitere Artikel
Schlangestehen 2.0

Neues iPad sorgt für Ansturm auf den Apple Store in Frankfurt

0
0

(dapd-hes). Rudolf Jacobi hat es sich auf der Fressgass in der Frankfurter Innenstadt gemütlich gemacht. Im Campingstuhl sitzt er vor dem Apple Store, Sonnenbrille und Mütze aufgesetzt. Seit 06.00 Uhr hat er Quartier bezogen, um ein in der Technikgemeinde begehrtes Objekt zu ergattern: das iPad 2. Am Freitag um Punkt 17.00 Uhr wollte der Computerriese den Verkauf in Deutschland starten. Und versetzte die Apple-Jünger damit in Aufregung.

Seit 22.30 Uhr am Vorabend sitzt Daniel vor dem Apple Store, ist zusammen mit seiner Freundin extra 80 Kilometer aus Homberg angereist. "Wir haben hier ein paar nette Leute kennengelernt, war richtig lustig heute Nacht", sagt der 27-jährige Softwareentwickler. "Es ist das erste Mal, dass ich bei einem Launch dabei bin. Ich wollte die Erfahrung einfach mal machen", umschreibt er den Eventcharakter. Das iPad findet er "ein stylisches Gerät, mit dem man viele Sachen machen kann". Daniel kann die maximal zwei Geräte pro Käufer auf jeden Fall mit nach Hause nehmen - er ist der erste in der Warteschlange. Und die ist lang. Zudem verteilen Apple-Mitarbeiter an die Wartenden Kärtchen, auf denen genau steht, welches Modell sie dann tatsächlich erwerben dürfen: Etwa ein iPad-Modell zu kaufen, das eine andere Farbe hat, als auf dem Zettel vermerkt, ist nicht möglich. Zwtl: Schuleschwänzen für das iPad Mehr als 350 Leute warten um 15 Uhr vor dem Geschäft, sitzend, stehend und sogar liegend. Einige haben sich Stühle mitgebracht, andere Picknickdecken. Ein Vater tippt zusammen mit seinem sich müde die Augen reibenden Sohn auf dem Bildschirm des iPad der ersten Generation rum. Viele machen Fotos, hören Musik, stopfen Fastfood in sich hinein. Schlechte Laune hat scheinbar keiner. "Ist doch Jacke wie Hose, ob ich zu Hause auf der Terrasse sitze oder hier", sagt Jacobi, nach eigener Auskunft ein absoluter Apple-Fan. Sein iPad will er verkaufen, gleich das Neue haben. "Ist ein schönes Spielzeug", sagt der 58-jährige Fahrer, der sich eigens einen Tag frei genommen hat. Auch Daniel opfert einen Urlaubstag für das iPad 2 und Boris und Kevin aus Karlsruhe haben die Schule geschwänzt, um ab Mitternacht auf das Objekt der Begierde zu warten. Zwtl: Hersteller inszeniert den Verkauf der neuen Ware Die Apple-Mania kennt scheinbar keine Grenzen. Und der Hersteller inszeniert sich perfekt. Kurz vor 15 Uhr zieht er den Spannungsbogen fester. Der bisher geöffnete Store in der Fressgass wird geschlossen, Mitarbeiter verhängen die Schaufenster mit schwarzen Vorhängen. Ein bisschen wie im Theater und für einige Passanten doch ein bisschen viel Drama. "Ich finde es faszinierend, aber ich kann das nicht nachvollziehen", sagt Jennifer Lanz. Ein wenig irritiert läuft sie mit einer Freundin an der Warteschlange vorbei. Das sei wie bei Teenies, die vor Konzerthallen schlafen, um ihre Lieblingsband zu sehen. Das könne sie noch eher verstehen, sagt die 25-Jährige. Diesen "Konsumwahn wegen einer speziellen Sache, die in zwei Monaten wieder out ist", allerdings nicht. Die Wartenden dürfte das nicht anfechten. Nach fast 20 Stunden, in denen er sich in einem Umkreis von zehn Quadratmetern aufgehalten hat, ist Daniel nicht einmal müde. "Vor Aufregung wahrscheinlich."

Carolin Schulke

(dapd )



Empfehlen Sie diesen Artikel weiter!

0
0

 

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © pixelio.de trolltroll


 

Daniel
Apple Store
Objekt
Freundin
Hersteller
Hause
Sache
Leute

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Daniel" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden