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Die Abgeltungssteuer kommt

Auf Anleger warten zahlreiche Änderungen

(bo/ddp.djn). Mit Beginn des kommenden Jahres werden alle klassischen Zinsen aus Sparverträgen, Festgeldern, Sparbüchern und ähnlichen Anlagen mit 25 Prozent Abgeltungssteuer belegt. Das gilt auch für Sparverträge, die mit sogenannten vermögenswirksamen Leistungen bespart werden sowie für Bausparverträge, die bisher meist von der Zinsabschlagsteuer befreit waren. Zu den Zinsanlagen im Sinne der Abgeltungssteuer zählen jedoch nicht nur die klassischen Erträge aus Festgeldern, Sparbüchern oder Tagesgeldkonten, sondern auch viele andere Geldanlagen.

Bei klassischen Sparzinsen werden vor allem gut verdienende Anleger in Zukunft besser fahren. Denn statt des möglichen Spitzensteuersatzes werden nur noch 25 Prozent Steuern fällig werden. Wer wenig Geld verdient, kann mit einer sogenannten Versteuerung zum individuellen Steuersatz die Abgeltungssteuer sogar auf den persönlichen Steuersatz drücken und zahlt dann weniger als 25 Prozent.

Zertifikate mit einer garantierten Rückzahlung des Gesamt- oder
eines Teilbetrages gelten derzeit in der Regel als
Finanzinnovationen. Daher werden sie wie Zinszahlungen behandelt und
dem individuellen Steuersatz unterworfen - und zwar auch außerhalb
der Spekulationsfrist.

Mit ihnen werden vor allem Gutverdiener in Zukunft besser fahren.
Denn während sie jetzt bis zu 42 Prozent Steuern zuzüglich
Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer zahlen müssen, sind es
zukünftig nur noch 25 Prozent. Wer heute also deutlich mehr als 25
Prozent Steuern zahlt, sollte den Verkauf auf die Zeit nach dem 1.
Januar 2009 verschieben.

Wertzuwächse aus Zertifikaten ohne solche Kapitalgarantien sind
aktuell nur dann steuerpflichtig, wenn sie innerhalb der
Spekulationsfrist verkauft werden. Daran ändert sich auch nichts,
wenn die Zertifikate vor dem 15. März 2007 gekauft wurden - nach
zwölf Monaten gibt es die Wertzuwächse steuerfrei. Beim Kauf nach dem
15. März 2007 gilt das nur noch, wenn die Papiere bis zum 1. Juli
2009 verkauft worden sind.

Daher macht es also keinen Sinn, jetzt zur Vermeidung der
Abgeltungssteuer auf langlaufende Zertifikate zu setzen, weil bei
einem Verkauf nach dem 1. Juli 2009 ein möglicher Erlös als
Kapitalertrag steuerpflichtig wäre.

Auch viele andere Anlagekonstrukte gelten als Finanzinnovationen
und sind daher immer steuerpflichtig - Zerobonds und
Diasagio-Anleihen mit hohem Emissionsabschlag sind nur zwei
Beispiele. Sie alle werden ab dem 1. Januar 2009 der Abgeltungssteuer
unterworfen.

Das hat neben dem fixen Steuersatz (siehe Indexzertifikate)
weitere Auswirkungen: So können Verluste aus diesen Geschäften mit
Zinserträgen verrechnet werden. Transaktionskosten beim Kauf mindern
den Gewinn oder erhöhen einen Verlust . Gleichzeitig können aber
Werbungskosten wie zum Beispiel Zinszahlungen bei kreditfinanzierten
Geschäften nicht mehr steuerlich abgesetzt werden.

Bei Anlagen in Fremdwährungen waren bisher Wechselkursschwankungen
steuerlich ohne Belang, wurden Geldanlagen außerhalb der
Spekulationsfrist verkauft. Das ändert sich in Zukunft, da der
steuerpflichtige Ertrag sich aus der Differenz zwischen
Anschaffungskosten und Verkaufserlös bemisst. Damit werden
Wahrungsgewinne wie auch -verluste steuerlich mit erfasst.

Haben Anleihen beispielsweise hohe Zinserträge erwirtschaftet, die
aber zum Teil von Währungsverlusten aufgezehrt wurden, muss nur der
Saldo versteuert werden. Umgekehrt gilt: Wird ein Zinseffekt durch
Währungsgewinne noch verstärkt, müssen Anleger 25 Prozent auf den
gesamten Gewinn aus Zinsen und Währungsgewinnen zahlen.

(rheinmain)


 


 

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