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Digitalisierung der Schlegel Korrespondenz

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(bo/dapd). An einem Samstag im Juli 1800 griff Friedrich Schlegel zur Feder. "Goethe ist hier und wird auch noch einige Zeit wenigstens hier bleiben", schrieb er aus Jena seinem Bruder August Willhelm Schlegel in Bamberg, der als Mitbegründer der deutschen Romantik gilt. Der Brief findet sich im Bestand der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, kurz SLUB.

Hier lagert das Gros von August Willhelm Schlegels Korrespondenz, mehr als 3.200 Briefe. Hinzu kommen etwa 1.000 Schreiben verschiedener Sammlungen, außerdem rund 300 Briefe, die noch nicht erfasst wurden. Nun soll der gesamte Briefverkehr des Schriftstellers und Universalgelehrten digitalisiert werden - auch mithilfe chinesischer Datentypistinnen.

Handschriften sind für Laien unlesbar

Im Center for Digital Humanities in Trier liegt die Schnittstelle des Projekts, an dem neben der SLUB auch das Institut für Neuere Deutsche Literatur der Universität Marburg beteiligt ist. In Dresden werden die Briefe gesichtet und eingescannt, bevor sie in Marburg transkribiert werden. Experten übertragen die für Laien unlesbaren Handschriften in Druckschrift.

Zudem findet in Marburg die inhaltliche und wissenschaftliche Auseinandersetzung statt - eine wichtige Vorleistung für die elektronische Edition. Die Briefe des Mitbegründers der modernen Geisteswissenschaften und Übersetzer William Shakespeares sollen nicht nur abgeschrieben und in einer Datenbank bereitgestellt werden. Vielmehr würden Nutzer der Online-Edition über einen Schlagwortkatalog auch gezielt nach Inhalten und Personen suchen können, erläutert Thomas Burch vom Center for Digital Humanities.

Am Ende des auf dreieinhalb Jahre veranschlagten Realisierungszeitraums soll es möglich sein, weltweit online auf Schlegels Briefnachlass zuzugreifen. Burchs Team hilft bei der Entwicklung der Software und stellt die Datenbank. Der gesamte Arbeitsprozess wird über das Internet laufen. Doch die Trierer sorgen auch dafür, dass die bereits gedruckt vorliegenden Briefe aus Schlegels Korrespondenz "retrodigitalisiert" werden. Sprich, die Schreiben werden noch einmal in Computer eingegeben.



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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © pixelio.de Dorothea Jacob


 

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