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Fraport rechnet mit einer Bestätigung für den Ausbau des Frankfurter Airports

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Fraport rechnet mit Bestätigung des Frankfurter Flughafenausbaus - Bouffier hofft auf Rechtssicherheit für Nachtlugverbot - Ausbaugegner fordern Stilllegung der neuen Landebahn

Fraport rechnet mit einer Bestätigung des Planfeststellungsbeschlusses zum Ausbau des Frankfurter Flughafens durch das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. "Dieser Ausbau ist sehr wichtig für die Region", sagte der Fraport-Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte am Dienstagabend im HR-Fernsehen. Er verwies unter anderem auf die wirtschaftliche Entwicklung und Arbeitsplätze. "Wir gehen fest davon aus, dass der Ausbau Bestand haben wird" und Leipzig die Planfeststellung bestätigen werde, sagte Schulte.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erhofft sich von der Leipziger Entscheidung Rechtssicherheit. Ziele der Mediation seien der Ausbau des Flughafens und zwischen 23 und 5 Uhr keine geplanten Flüge gewesen, sagte Bouffier. Dafür erhoffe er sich von Leipzig eine rechtliche Handhabe.

Der Ministerpräsident verteidigte den Ausbau und die Standortentscheidung für die neue Landebahn Nordwest. Er warb für einen Ausgleich der verschiedenen Interessen: Es gebe die Verpflichtung, alles zu tun, damit es leiser werde, aber trotzdem müsse der Flughafen eine Zukunft haben.

Fraport-Chef Schulte kündigte eine weitere Anhebung der Entgelte für lautere Flugzeuge an. Vorwürfe, die Belastung durch Lärm sei höher als erwartet, wies er zurück. Es sei nicht lauter geworden als prognostiziert. Aber die Menschen seien überrascht, weil sie sich das nicht vorstellen konnten.

Bürgerinitiativen pochen auf Stilllegung der neuen Bahn

Peter Gerber, Vorstand von Lufthansa Cargo, sagte, dass sein Unternehmen nachts nur wenige Flüge brauche. Aber zeitkritische Güter wie Arzneien müssten in der Nacht transportiert werden. Wenn das nicht möglich sei, wirke sich das auf das wirtschaftliche Ergebnis aus. Gerber sprach von Verlusten in Höhe von 40 Millionen Euro.

Dagegen pochte Michael Wilk vom Bündnis der Bürgerinitiativen gegen die Flughafenerweiterung auf die Prämisse: "Die Bahn muss weg." Man könne die Gesundheit der Menschen in der Region nicht gegen die Prosperität eines Unternehmens stellen.

Der Vorsitzende der Fluglärmkommission des Rhein-Main-Gebiets und Raunheimer Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) forderte, dass es insgesamt leiser werden müsse. Ein ganz zentraler Vorwurf sei, dass der Ausbau mit großer Geschwindigkeit vorangetrieben worden sei, man die Schutzmaßnahmen vor Lärm aber vernachlässigt habe. Auch sei beim Thema Nachtflugverbot vorsätzlich getrickst worden.

In Leipzig wird seit Dienstag über den Ausbau des Flughafens verhandelt. Die Anhörung wird am Mittwoch (14. März) fortgesetzt. Die klagenden Kommunen sowie das Klinikum Offenbach und Privatkläger wollen erreichen, dass der Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau aufgehoben wird. Bereits am Dienstag hatten Kläger in der Verhandlung bemängelt, dass in dem Planfeststellungsbeschluss 17 Nachtflüge genehmigt worden waren, obwohl Fraport diese ursprünglich gar nicht beantragt hatte. Auch der Vorsitzende des Vierten Senats des Bundesverwaltungsgerichts, Rüdiger Rubel, äußerte Zweifel, ob dies ohne eine neue Anhörung zulässig war.

(dapd-hes)



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Bild Nr. 1 © Frankfurt International Airport (FRA)


 

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