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Wärmegedämmte Fassaden

Neue Farben für gedämmte Häuser

Dunkle Farben liegen im Trend, waren für wärmegedämmte Fassaden aber bisher tabu. Wer sein Haus gut dämmt, muss weniger heizen und spart Energie und Geld. Bei der Dämmung der Außenfassaden setzen Hausbesitzer dabei vor allem auf vergleichsweise günstige sogenannte Wärmedämmverbundsysteme.

Diese bieten eine hervorragende Isolation. Im Winter wird der Verlust von Heizwärme auf ein Minimum reduziert, und im Sommer heizt die Sonne die äußere Schicht auf, nicht die Wohnräume.

Risse im Putz
Letzteres ist an sich wünschenswert, bringt aber auch Nachteile: „Abhängig vom Fassadenanstrich kann die Sonneneinstrahlung die Außenwand teilweise auf mehr als 70 Grad aufheizen“, sagt Hendrikje Schön vom Architektenbüro Ludorf + Schön + Weißbrod in Bad Nauheim. Die Folge: Der Dämmstoff kann sich verformen, im Putz bilden sich Risse. Das Problem tritt vor allem bei dunklen Farbtönen auf, weil sie die Sonnenstrahlung praktisch komplett schlucken. Fassade und Mauerwerk heizen sich dann besonders stark auf. „Kräftige, dunkle Braun-, Grau- und Rottöne sind als Fassadenfarbe derzeit sehr beliebt“, sagt Hendrikje Schön. „Unseren Kunden mussten wir wegen der technischen Schwierigkeiten jedoch schon mehrfach zu helleren Farbtönen raten.“ Wärmegedämmte Fassaden erscheinen heute deshalb meist in sanften, hellen Pastellfarben.

Reflektierende Pigmente bringen Farbe ins Spiel
Viele Hausbesitzer finden es bedauerlich, dass sie in der Farbwahl derart eingeschränkt sind. Dies wird sich nun ändern. „Die Farbhersteller haben reagiert und Farben entwickelt, die das kritische Aufheizen der Fassade weitgehend verhindern“, sagt Schön. Den neuen Farben werden spezielle Pigmente beigemischt, welche die Wärmestrahlung der Sonne reflektieren und die Fassade so verhältnismäßig kühl halten. Auf diese Weise kommen nun auch intensive, dunkle Farbtöne für die Gestaltung wärmegedämmter Außenwände infrage. „Endlich sind Hausbesitzern bei der Farbtonwahl keine solch engen Grenzen mehr gesetzt“, meint Architekt Jochen Weißbrod.

Außen warm, innen kühl
Mit den neuen Spezial-Farben wird das Wohnen im Sommer sogar noch angenehmer: Versuche haben gezeigt, dass sich mit einem dunkleren Farbton mit Zusatz sogar geringere Fassadentemperaturen einstellen können als mit einer helleren, konventionellen Farbe. So entsteht eine Art Klimaanlage: „Heizt sich die Außenwand weniger auf, wird auch weniger Hitze durch das Mauerwerk ins Haus geleitet – und die Räume bleiben auch bei hochsommerlichen Temperaturen angenehm kühl“, sagt Jochen Weißbrod.

(LUDORF + SCHÖN + WEISSBROD GbR)


 


 

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