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Warhol-Ausstellung

Über Schlagzeilen und Massenmedien

Andy Warhol (1928 – 1987), einer der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts und Mitbegründer der Pop Art, setzte sich im Verlauf seines gesamten Schaffens intensiv mit Massenmedien und Starkult auseinander.

Mit der Ausstellung „Warhol: Headlines“ würdigt das MMK Museum für Moderne Kunst jetzt von Samstag, 11. Februar, an bis 13. Mai erstmals das gesamte Konvolut von Werken, in denen der Künstler Schlagzeilen verwendete oder Bezug auf sie nahm.

„Die Ausstellung führt uns zu den Wurzeln der Pop-Art-Bewegung, indem sie Andy Warhol an der Schwelle vom erfolgreichen New Yorker Grafiker zum noch renommierteren bildenden Künstler in den 1950er und 1960er Jahren ins Zentrum rückt“, sagt MMK-Direktorin Susanne Gaensheimer.

Anhand unterschiedlicher Medien aus rund vier Jahrzehnten seines Schaffens zeigt die Präsentation, wie Warhol die für sein Werk zentralen Themen Prominenz, Tod, Katastrophen und zeitgenössische Ereignisse aus den Medien aufgriff und deren Darstellung zuspitzte. Sein kritisches Interesse richtete sich dabei sowohl auf die Mechanismen der Massenmedien als auch auf die Vermarktung individueller Schicksale in der Presse. Der fünfzehnminütige Ruhm, den nach Warhols Aussage jeder zumindest einmal im Leben zu erlangen vermag, findet seine bildliche Entsprechung in der medialen Berichterstattung mit ebenso kurzer Haltbarkeit.

Den Ausgangspunkt des internationalen Kooperationsprojekts bildet das Gemälde „Daily News” (1962), das seit 1981 zur Sammlung des MMK gehört. Darin untersucht Warhol auf radikale Weise die gesellschaftliche Rolle der Massenmedien. Vor allem interessiert ihn die Diskrepanz zwischen dem „Warenwert“ und dem „wahren Wert“ eines Kunstwerks. Mit „Daily News“ und drei weiteren Gemälden vereint diese Ausstellung erstmals alle vier handgemalten Headline-Werke aus den frühen 1960er Jahren. Mit zahlreichen originalen Zeitungsseiten sowie Fotografien und Zeichnungen des Künstlers ermöglichen sie den Besuchern direkte Vergleiche zwischen den verschiedenen Stufen der Aneignung. Auch spätere Ausdrucksformen in Warhols Werk, wie Siebdrucke, Skulpturen, Videos und Soundarbeiten schließen seine vielfältige Beschäftigung mit Nachrichten und Überschriften als Thema ein.

Warhols Interesse an Schlagzeilen geht auf seine Zeit als Werbegrafiker in den 1950er Jahren in New York zurück, als er Journalisten bei der Auswahl und Präsentation ihrer Nachrichten beobachtete. Der Künstler konzentrierte sich immer wieder auf Sujets der Popkultur und sammelte dazu Comics, Flugblätter, Zeitungsausschnitte sowie Pressebilder aus Magazinen und Kinoheften. Warhol war in seiner wegweisenden Beschäftigung mit den Massenmedien nicht nur ein Vorreiter seiner Zeit. Er ist damit auch bis heute brandaktuell: Schlagzeilen, die Warhol in den 1960er Jahren für seine Werke auswählte, sind zugleich so zeitlos, das sie sich auch heute noch in ähnlicher Form in den Medien finden. Auch in der Kunst hat das Thema bis in die Gegenwart seine Aktualität beibehalten: In der Sammlung des MMK knüpfen Künstler wie Christian Boltanski, On Kawara, Isa Genzken, Thomas Demand, Sturtevant oder Hans-Peter Feldmann mit ihren Bezügen auf die Massenmedien an Warhol an.

„Warhol: Headlines“ wird in insgesamt vier international renommierten Museen zu sehen sein. Das MMK ist die einzige deutsche Ausstellungsstation. Besonders auffällig ist, dass sehr viele der frühen Warhol-Werke aus dem Besitz europäischer und insbesondere deutscher Privatsammler stammen. „Die Ausstellung würdigt damit auch die sehr frühe Anerkennung Warhols in Europa seit den 1960er Jahren durch große Sammlerpersönlichkeiten, wie Karl Ströher aus Darmstadt, Peter Ludwig aus Köln, Lucio Amelio aus Neapel, Erich Marx aus Berlin und Hubert Burda aus München, aus deren Sammlungen Werke in der Ausstellung vertreten sind“, sagt Kurator Mario Kramer vom MMK.

Die umfassende Werkschau wurde ermöglicht durch eine internationale Kooperation der National Gallery of Art in Washington zusammen mit The Andy Warhol Museum in Pittsburgh, der Galleria nazionale d’arte moderna in Rom und dem Frankfurter MMK. Anknüpfend an die Ausstellung „in der dritten Ebene, zeigt das MMK weitere Werke seiner umfangreichen Pop-Art-Sammlung mit wichtigen Vertretern wie Roy Lichtenstein, Jasper Johns oder James Rosenquist.

Die Ausstellung wird gefördert von der Terra Foundation for American Art und den Freunden des MMK. Medienpartner der Ausstellung sind Welt Kompakt, Interview Magazine Germany, hr2 Kultur, Journal Frankfurt.

Eintrittskarten sind ab sofort im Vorverkauf über „Frankfurt Ticket“ unter 069/1340400 oder www.frankfurtticket.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

(Stadt Frankfurt am M Presse- und Informationsamt)


 


 

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