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Der berühmtesten Mutter eines Dichters

Ausstellung über Catharina Elisabeth Goethe startet am 28. August im Goethe-Haus

(bo/pia). Goethes Mutter ist am 13. September vor zweihundert Jahren gestorben. Das Freie Deutsche Hochstift/Frankfurter Goethe-Museum widmet Catharina Elisabeth Goethe daher eine große Gedenkausstellung. Goethes Mutter ist nicht nur eine der herausragenden weiblichen Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts, sondern auch die bei weitem bekannteste Dichtermutter und obendrein eine der prominentesten Frankfurterinnen des 18. und 19. Jahrhunderts.

Die Ausstellung beginnt am 27. August und endet am Tag vor Silvester, dem 30. Dezember. Sie teilt sich in zwei Bereiche – einen, der sich der Biografie widmet, und einen, der sich mit der Rezeption beschäftigt.

Der erste Ausstellungsteil, der auch die Räume des historischen Goethe-Hauses umschließt, zeichnet die Herkunft der Stadtschultheißtochter Catharina Elisabeth Textor, ihre Vermählung mit dem Kaiserlichen Rat Johann Caspar Goethe, ihr Wirken als Haushaltsvorstand des Anwesens am Großen Hirschgraben und ihre Rolle als Dichtermutter nach. Dabei werden auch ihre besonderen Begabungen und Interessen vorgestellt: Sie konnte Geschichten erzählen und schrieb Briefe, liebte das Theater und korrespondierte mit der Stiftsdame Susanne Katharina von Klettenberg, dem Schriftsteller Johann Heinrich Merck, dem Schauspieler Karl Wilhelm Ferdinand Unzelmann und der Herzoginmutter Anna Amalia von Sachsen-Weimar.

Der zweite Ausstellungsteil führt vor Augen, wie Catharina Elisabeth Goethe zu einer quasi-mythischen Gestalt werden konnte. Ausgehend von der rollenspielartigen Übernahme ihres Kosenamens „Aja“ durch sie selbst über die Charakterisierung zur „Frohnatur“ durch ihren Sohn in Dichtung und Wahrheit bis hin zur raffinierten Stilisierung als bodenständige, volksnahe und unverbildete „Frau Rat“ mit Mutterwitz, Chuzpe und Frankfurter Bürgerstolz durch Bettine von Arnim werden die Stationen der Rezeptionsgeschichte bis in die Gegenwart nachgezeichnet.

Beide Ausstellungsteile liefern zahlreiche neue und überraschende Einsichten. So wird anhand der erstmals öffentlich gezeigten Geschäfts- und Haushaltsbücher erkennbar, in welchem Maß Catharina Elisabeth Goethe nach dem Tod ihres Ehemanns eine erfolgreich wirtschaftende Frau war. Es werden die Gründe aufgezeigt, weshalb sie nicht im Familiengrab der Goethes bestattet worden ist. Und der Ausstellungsbesucher erfährt, warum viele der ihr zugeschriebenen Äußerungen nicht von ihr selbst stammen und dass sie nicht, wie vielfach angenommen, die Urheberin der Frankfurter „Grünen Sauce“ ist.

In gewisser Weise führt die Ausstellung damit den Ansatz der im vergangenen Jahr im Historischen Museum gezeigten erfolgreichen Exposition „Frankfurter Frauenzimmer um 1800“ fort, individualisiert ihn freilich und ergänzt ihn um den Aspekt des „Nachlebens“. Als Begleitpublikation erscheint ein farbig bebilderter Katalogband im Umfang von 160 Seiten zum Preis von 15 Euro mit Essays zum Thema und ausführlichen Exponatbeschreibungen.

Öffentliche Führungen finden während der Festwoche "goethe ffm" statt, und zwar am 28. August und 4. September um 16.30 Uhr sowie am 29. und 31. August und 7. September um 15 Uhr. Anschließend gibt es an jedem zweiten und vierten Sonntag um 15 Uhr sowie an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat um 16.30 Uhr eine öffentliche Führung durch die Ausstellung (Ausnahme ist der 6. November). Die Ausstellung ist geschlossen am 25. September sowie am 24. und 25. Dezember.

(rheinmain)


 


 

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