Kultur
Graumann würdigt Axel Springers Einsatz für Juden und Israel zu seinem 100. Geburtstag
Rhein-Main. (bo/dapd). Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, hat den Verleger Axel Springer als "besonders großen Freund Israels und des Judentums" gewürdigt.
Anlässlich seines 100. Geburtstag erinnert Dieter Graumann an Axel Springers Engagement bezüglich des Judentums und Israels.
Der Verleger der "Bild"-Zeitung, der "Welt", des Ullstein-Verlags und vieler weiterer Publikationen wäre am 2. Mai 100 Jahre alt geworden. Im dapd-Gespräch hob Graumann in Frankfurt am Main hervor, dass bis heute alle Mitarbeiter des Springer-Verlags eine sogenannte Israel-Klausel im Arbeitsvertrag unterschreiben und sich außerdem zur Aussöhnung mit den Juden bekennen müssten.
"Das ist absolut einmalig und zeigt uns, wie wichtig Axel Springer dieses Engagement des Herzens nahm und wie sehr dieser 'Spirit' bis heute in seinem Konzern fortlebt", fügte der oberste Repräsentant der rund 105.000 Juden in Deutschland hinzu. Gerade heutzutage, wo es leider wieder en vogue sei, Israel pauschal und einseitig zu kritisieren oder als Aggressor im Nahost-Konflikt darzustellen, sei eine solche Solidarität mit dem jüdischen Staat alles andere als selbstverständlich.
Graumann erinnerte daran, dass in den Zeitungen des Springer-Verlags sowohl ausführlich über die großen Prozesse gegen NS-Kriegsverbrecher berichtet als auch "die Erinnerung an die Shoah stets gefühlvoll wachgehalten" worden sei. Dabei sei dies seinerzeit alles andere als populär gewesen. So sehr die Person Axel Springer da und dort gewiss auch zwiespältige Gefühle hervorrufen möge, "war sein persönliches Engagement und ist der Einsatz des Verlags für Israel und gegen Antisemitismus bis heute für uns Juden in Deutschland mindestens so wichtig wie für die ganze Gesellschaft", betonte der Zentralratspräsident.
Wörtlich fügte Graumann hinzu: "Und man stelle sich nur einen kleinen Moment vor, das Gegenteil sei der Fall gewesen: Die Springer-Blätter hätten die vorhandenen Vorbehalte gegen die Juden und gegen Israel auch nur ein klein wenig bedient. Dieses schreckliche Szenario mag ich mir gar nicht erst ausmalen." Umso mehr achte und bewundere er die besondere Leistung von Axel Springer, wie auch die Konsequenz derer, die in seinem Sinn der Versöhnung heute sein Werk fortführten, fuhr Graumann fort.
(Gerhard Kneier)
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