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Mittelrheintal soll von Güterzuglärm entlastet werden

Ein Gutachten prüft alternative Bahntrassen. CDU: Die Landesregierung muss mitziehen.

Das Mittelrheintal wird langfristig möglicherweise vom Lärm der Güterzüge entlastet. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte der "Rhein-Zeitung" (Dienstagausgabe): "Wir prüfen auch alternative Trassen östlich und westlich des Rheintals." Dazu werde ein Gutachten erstellt, das alternative Bahnstrecken in Regionen prüfen solle, in denen "weniger Menschen betroffen sind, sozusagen über die grüne Wiese". Dies alles gehe jedoch nicht von "heute auf morgen".

Auf große Skepsis stieß die Ankündigung beim Bürgernetzwerk Pro Rheintal. Die rheinland-pfälzische CDU-Landtagsfraktion begrüßte dagegen Ramsauers Äußerungen. Die Mittelrheintrasse sei längst überlastet, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Hans-Josef Bracht. Eine Entlastungsstrecke sei nötig, um auf der jetzigen Trasse mehr Raum für Personenzüge mit attraktiven Fernverbindungen freizumachen. Die Ankündigung Ramsauers, den Bau einer neuen Güterbahntrasse zwischen Köln und Frankfurt gutachterlich prüfen zu lassen, sei ein wichtiger erster Schritt, ein solches Projekt auf den Weg zu bringen.

Ausweichtrasse wäre "unser aller Traum"

Der Pro-Rheintal-Vorsitzende Frank Groß erklärte, eine Ausweichtrasse für den Güterverkehr wäre "unser aller Traum". Allerdings sei zu befürchten, dass dies angesichts der derzeitigen Finanzlage und der nötigen Planungs- und Realisierungszeiträume für die nächsten Jahrzehnte nur ein Traum bleiben werde.

Bis zur Fertigstellung einer Ausweichtrasse dauere es mindestens 30 Jahre, in denen der Bahnlärm laut Verkehrsprognosen immer schlimmer werde, ohne dass die Menschen einen Anspruch auf Lärmschutz hätten. Nötig sei eine sofortige drastische Reduzierung des Bahnlärms etwa durch die Umrüstung der Waggons auf Flüsterbremsen.

Im Fall einer Alternativtrasse rechnet Ramsauer mit Widerstand aus der Bevölkerung: Wenn die Ergebnisse beispielsweise für eine Strecke zwischen Rhein und Autobahn 3 oder an Eifel und Hunsrück vorbei sprächen, "dauert es keine 24 Stunden, bis wir Proteste aus den dann betroffenen Städten und Gemeinden bekommen werden", sagte er dem Blatt.

Bracht rief die Landesregierung auf, aktiv und konstruktiv an einer tragbaren Lösung mitzuarbeiten. "Ob die neue Trasse vorankommt, hängt auch davon ab, ob die rot-grüne Landesregierung wirklich mitzieht", sagte er. Das Land dürfe sich nicht "passiv nebendran" stellen, wenn es gelte, schwierige Konfliktlagen des Trassenverlaufs zu lösen.

(Sandra Schipp)


 


 

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