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Trau niemals einzig einem Bankberater

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(bo/dapd). Ganz ungeniert wird in der Werbung und im Beratungsgespräch heute mit Prozenten, Renditen und anderem Zahlenwerk geworben, damit die Banken und Versicherer an das Geld der Kunden kommen. Dagegen wäre auch nichts einzuwenden, wenn die Zahlen richtig wären.

Das aber ist oft nicht der Fall.

Beispiel Baufinanzierung: Herkömmliche Baufinanzierungen scheinen für Banken ein Graus zu sein. Anders ist es nicht zu erklären, dass sie immer wieder neue Modelle entwickeln, die die Verkäufer dann präsentieren dürfen. Statt herkömmlicher Annuitätendarlehen soll der Immobilienkäufer lieber Bausparsofortdarlehen abschließen, Cap-Darlehen, Fremdwährungsdarlehen oder Kapitalversicherungen, die in die Baufinanzierung integriert werden. Tatsache ist: In 995 von 1.000 Fällen sind diese Modelle für die Kunden Unsinn, weil sie die Alternativfinanzierungen teuer zu stehen kommen, denn sie zahlen schlicht drauf. Das hindert Banken nicht daran, die teueren Produkte mit Vehemenz zu verkaufen. Auch die Gefährlichkeit mancher Modelle wird von den Verkäufern schlicht beiseite gewischt - wohl wissend, dass die Bank ein Pfandrecht an der Immobilie hat, sie also nicht die Leidtragende ist, wenn die Finanzierung schief geht. Hier gilt: Augen auf und jedes Modell noch einmal gegenrechnen lassen.

Banken verkaufen gerne - und am allerliebsten die eigenen Produkte. Der Kunde erfährt deshalb im Beratungsgespräch manchmal gar nicht, dass es außerhalb der Bank andere Produkte gibt - die deutlich besser geeignet und vor allem deutlich rentabler sind. Bei Stichproben zeigt sich immer wieder, dass oft die deutlich schlechteren Hausprodukte auf den Tisch kommen - Alternativen gibt es nur auf Nachfrage. Bei der Bankberatung für Anleger gilt ebenfalls die Devise: Vergleich macht reich. Vor der Entscheidung sollte immer die Recherche stehen, ob das gewünschte Anlageziel nicht günstiger und besser zu erreichen ist.

Zum Kauf von Fondsanteilen führen zwar viele Wege, aber die meisten Banken verraten dies ihren Kunden nicht. Wenn die potenziellen Anleger Fondsanteile kaufen wollen, rät man ihnen in aller Regel zum Kauf beim Fondsanbieter - kein Wunder, denn der zahlt den Banken satte Provisionen. An der Börse können Anleger die gleichen Fondsanteile fast immer deutlich günstiger kaufen - mit Preisabschlägen von bis zu 90 Prozent, ebenfalls sicher und online über das eigene Depot. Die meisten Berater verschweigen die Option, denn dann verdienen sie deutlich weniger Geld an den Transaktionen. Viele Internetseiten zeigen alle Fonds, die man in Deutschland kaufen kann. Und Kunden können dort auch sehen, ob die Anteile an der Börse handelbar sind. Ist das der Fall, sollte der Berater das nicht verschwiegen, sondern den günstigeren Weg öffnen.

(Michael Wojtek dapd)



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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Rainer Sturm / pixelio.de


 

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