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Morgan Stanley möglicherweise vor Fusion

Bankenkrise hält Börsen in Atem

(bo/ddp.djn). Die Bankenkrise hält die Finanzmärkte weiter in Atem und treibt den Konsolidierungsprozess in der Branche voran. Der britische Finanzkonzern Lloyds TSB gab am Donnerstag in London die Übernahme des größten britischen Hypothekenfinanzierers HBOS bekannt. In den USA steht die US-Investmentbank Morgan Stanley einem Medienbericht zufolge in Fusionsverhandlungen mit der Bank Wachovia. Unterdessen kündigten die wichtigsten Notenbanken der Welt an, die Finanzmärkte mit weiteren Maßnahmen stützen zu wollen.

Das Übernahmeangebot von Lloyds TSB bewertet HBOS mit umgerechnet
15,3 Milliarden Euro. Am Markt wird die unerwartet schnelle Übernahme
als positiv für HBOS gewertet. Zusammen werden HBOS und Lloyds TSB
rund ein Drittel aller britischen Hypotheken sowie ein Viertel der
gesamten britischen Spareinlagen halten. Nach der Fusion dürfte es
auch zu Entlassungen kommen. Lloyds-Chef Eric Daniels rechnet
allerdings nicht damit, dass - wie in den Medien berichtet - 40 000
Stellen wegfallen werden. Nähere Details nannte er nicht. Beide
Institute beschäftigen insgesamt mehr als 130 000 Menschen.

Auch die US-Investmentbank Morgan Stanley erwägt im Zuge der
Finanzkrise offenbar die Aufgabe ihrer Unabhängigkeit. Das New Yorker
Institut stehe in vorläufigen Fusionsverhandlungen mit der Bank
Wachovia und mindestens einem weiteren Institut, berichtete das «Wall
Street Journal» (Donnerstagausgabe). Nach dem Kursverfall der
vergangenen Tage liege die Marktkapitalisierung von Morgan Stanley
nahe der von Wachovia, deshalb sei die wahrscheinlichste Lösung eine
Fusion unter Gleichen. Die angeschlagene US-Sparkasse Washington
Mutual soll dem Blatt zufolge ebenfalls zum Verkauf stehen.

Die wichtigsten Notenbanken der Welt kündigten indes Maßnahmen an,
um die Lage auf den internationalen Finanzmärkten zu entspannen. Wie
es in einer von der Europäischen Zentralbank (EZB) verbreiteten
Erklärung hieß, wollen die Bank of Canada, die Bank of England, die
EZB, die US-Notenbank Federal Reserve, die Bank of Japan und die
Schweizerische Nationalbank Maßnahmen zur Verbesserung der
Liquiditätslage ergreifen. Es würden weiterhin gemeinsam alle
erforderlichen Schritte ergriffen, um gegen den andauernden Druck an
den Finanzmärkten anzugehen.

Die EZB teilte am Mittag im Rahmen eines eintägigen
Refinanzierungsgeschäfts 40 Milliarden Dollar (28 Milliarden Euro)zu.
Die EZB erklärte, sie werde diese Versorgung mit Dollar-Liquidität so
lange wie notwendig fortsetzen. Am Morgen hatte sie bereits 25
Milliarden Dollar zugeteilt.

Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich indes überraschend stabil.
Der Leitindex DAX legte bis 15.00 Uhr 0,5 Prozent auf 5891 Euro zu.

(rheinmain)


 


 

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