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Vorwurf

Linkspartei hält Banzer Fehler bei Bestellung von Impfstoff gegen H1N1 vor

(bo/ddp-hes). Die Linke-Fraktion im hessischen Landtag wirft Gesundheitsminister Jürgen Banzer (CDU) vor, das Land Hessen habe zu viele Dosen mit Impfstoff gegen die Schweinegrippe bestellt.

«Bereits in der ersten Novemberhälfte war aufgrund der Erfahrungen in Australien klar, dass die Grippe mit dem Erreger H1N1 harmloser als jede andere Grippe verläuft», sagte die zuständige Fraktionssprecherin Marjana Schott am Donnerstag in Wiesbaden. Das «Desaster», dass das Land nun offenbar auf zu viel bestelltem und nicht verbrauchtem Impfstoff sitzenbleibe, sei vermeidbar gewesen.

Banzer habe, statt die Bestellung beim Impfstoffhersteller GlaxoSmithKline (GSK) anzupassen, noch Mitte November «ein Schreckensszenario an die Wand gemalt», sagte Schott. Das Land Hessen habe Impfstoff im Wert von 15 Millionen Euro zu viel bestellt. Nutznießer sei die Pharmaindustrie. Den im Fall eines Überschusses geplanten Weiterverkauf der Impfdosen an Entwicklungsländer hält Schott für fragwürdig.

Das Gesundheitsministerium bestätigte am Donnerstag auf ddp-Anfrage den Wert der überzähligen Impfstoffeinheiten in Höhe von 15 Millionen Euro nicht. Bislang habe GSK 1,1 Millionen Dosen nach Hessen gebracht, davon seien 727 000 an Apotheken und Gesundheitsämter ausgeliefert worden, sagte eine Ministeriumssprecherin. Ob der Rest wie vereinbart noch bezogen werden müsse, obwohl sich ein weit geringerer Bedarf abzeichne, sei Teil der Verhandlungen, die die Gesundheitsminister der Bundesländer mit Vertretern von GSK am Donnerstag in Berlin führten.

Minister Banzer betonte im Radiosender «hr-Info», Hessen habe keine feste Stückzahl, sondern nur Impfstoff für 30 Prozent der Bevölkerung bestellt. Bei einer bislang für nötig erachteten doppelten Impfung lässt sich daraus eine Stückzahl von rund 3,7, bei einmaliger Impfung von 1,85 Millionen Dosen errechnen. Banzer zeigte sich zuversichtlich, dass GlaxoSmithKline nicht auf strikte Einhaltung des Kaufvertrags pochen werde, weil inzwischen eine einmalige Impfung als ausreichend gilt.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten, pro Dosis acht Euro, nur im Fall des tatsächlichen Verbrauchs. Banzer attestierte den Hessen eine zögerliche Impfbereitschaft. Erst bis zu zwölf Prozent, so schätzt das Gesundheitsministerium, ließen sich bislang impfen.

(ddp)


 


 

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