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Winter lässt die Wirtschaft kalt

Baubranche trotz Stillstands auf den Baustellen gelassen

(bo/ddp.djn). Die deutsche Wirtschaft sieht im anhaltend starken Winter überwiegend kaum eine Gefahr für die Konjunktur. Die Baubranche, die am stärksten von den frostigen Temperaturen betroffen ist, sowie das Handwerk sehen die Situation gelassen.

Auch der Handel berichtet lediglich vereinzelt von Umsatzausfällen. Lediglich der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt vor einer Gefahr für das Wirtschaftswachstum.

DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier sagte der «Bild»-Zeitung (Montagausgabe), die kalte Witterung könne den Einstieg ins Wachstumsjahr 2010 «gehörig verhageln». «Wenn sich das Wetter nicht bald ändert, dann verlieren wir im ersten Quartal rund zwei Milliarden Euro Wertschöpfung am Bau - umgerechnet sind das rund 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal», erläuterte er.

 Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) beurteilt die Situation allerdings noch gelassen. «Wir sind nun mal ein saisonales Gewerbe. Es ist nichts, was ungewöhnlich ist», sagte ZDB-Wirtschaftsexperte Andreas Geyer der Nachrichtenagentur ddp. Bisher sei der Winter normal verlaufen. Auch im vergangenen Jahr habe das kalte Winterwetter zu Jahresbeginn den öffentlichen Bau und den Wohnungsbau um mehr als 30 Prozent einbrechen lassen. Normalerweise würden die Aufträge im Frühjahr nachgeholt. Damit sei auch dieses Jahr zu rechnen.

Ähnlich äußerte sich der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. «Die Baustellen liegen still», sagte Chefvolkswirt Heiko Stiepelmann der Nachrichtenagentur ddp. Das Gießen von Asphalt oder Beton sei bei diesen Temperaturen nicht möglich. Dennoch würden die meisten Ausfälle ab dem Frühjahr nachgeholt. Die Kapazitäten seien in der Branche durchaus vorhanden. Ob die Umsätze im ersten Quartal zurückgingen, könne er jetzt noch nicht sagen. Stiepelmann sieht keinen Anlass, seine Gesamtjahresprognose, nach der ein Umsatzminus von nominal 1,5 Prozent erwartet wird, zu korrigieren.

Beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) glaubt man hingegen nicht, dass die Umsatzeinbußen, die das Winterwetter der Baubranche beschert, im Jahresverlauf wieder aufgeholt werden können. «Das wird das Jahresergebnis natürlich belasten. Das kann nicht aufgeholt werden, das ist zuviel», sagte ZDH-Sprecher Alexander Legowski der Nachrichtenagentur ddp. Andere Handwerksbereiche seien neben den Bauhandwerken allerdings nicht vom Winter betroffen.

Der Einzelhandel verzeichnet eine starke Nachfrage nach Wintersportartikeln und warmer Kleidung, wie Ulrike Hörchens vom Handelsverband Deutschland (HDE) berichtet. Umsatzausfälle aufgrund des Wetters, etwa weil die Verbraucher wegen des Schnees nicht in die Geschäfte kämen, gebe es lediglich in vereinzelten Regionen. Insgesamt sehe der Einzelhandel die Situation «gelassen».

(Ralf Beunink)


 


 

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