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Staatliche Förderung

Bausparen als Geldanlage

(bo/dapd). Ist spießiges Sparen doch besser? Immerhin sind Aktien- und Fondssparern die fallenden Kurse in der letzten Börsenkrise um die Ohren geflogen, während Bausparer sich im sicheren Hafen wähnen konnten. Aber ist Bausparen wirklich eine Alternative für Geldanleger?

Denn Sinn und Zweck des Bausparvertrages ist es ja nach wie vor, sich einen konkurrenzlos günstigen Zins für die Baufinanzierung zu sichern. Den gibt es aber erst nach der Sparphase und diese Zeit des Sparens besticht vor allem durch niedrige Zinsen. So gibt es über die Jahre Sparzinsen, die deutlich unter dem liegen, was die Tagesgeldanbieter heute zahlen - und das ist schon wenig. Dazu kommen die Kosten: Während Anleger Tagesgeld zum Nulltarif bekommen, werden beim Bausparvertrag Abschluss- und Kontoführungsgebühren fällig. Unter dem Strich sind so Renditen von mehr als 3 Prozent eher die Ausnahme.

Deutlich interessanter wird das Angebot natürlich, wenn die regelmäßigen Einzahlungen in die Bausparverträge vom Staat gefördert werden. Möglich machen das die Wohnungsbauprämie sowie die Arbeitnehmersparzulage. Rund 80 Euro gibt es jährlich an Zuschuss, wenn ein Bausparvertrag abgeschlossen wird. Die Wohnungsbauprämie gibt es allerdings nur noch für unter 25-Jährige, wenn der Bausparvertrag nicht zum Bauen eingesetzt wird. Dennoch gilt: Kommen die Prämien bei kleineren Bausparverträgen zum Einsatz, können sie die Rendite leicht auf über 5 Prozent hebeln.

Trotz der staatlichen Förderung und der damit verbundenen guten Rendite bleiben Bausparer sehr unflexibel. Das Ersparte bleibt für viele Jahre unerreichbar. Ein Ausstieg muss teuer erkauft werden. Es liegt also auf der Hand, nach Alternativen zu suchen. Sparpläne bei Banken und Sparkassen sind dabei kaum eine Alternative: Denn selbst bei rentablen Verträgen liegen die Zinsen kaum über 2 Prozent - viel zu wenig, um eine Bindung an einen Anbieter einzugehen - zumal die Zinsen in aller Regel auch nicht über Jahre hinweg garantiert werden. Starre Versicherungsverträge teilen das Schicksal der Bausparverträge: Sie sind zu unflexibel. Mittlerweile sind aber auch die Versicherungen dabei, flexiblere Rentenversicherungen zu entwickeln, bei denen das Geld verfügbar bleibt. Ob sich diese Modelle auf Dauer durchsetzen, bleibt abzuwarten.

Am Ende besteht natürlich noch die Möglichkeit, die Bausparverträge in die Riester-Förderung einzubeziehen. Dann gibt es jedes Jahr die Zulagen aus dem Riester-Modell, außerdem locken Steuervorteile. Allerdings besteht dann keine Möglichkeit, sich das Guthaben aus dem Bausparvertrag auszahlen zu lassen - es muss dann in eine eigene Immobilie gesteckt werden. Wer ohnehin ein Eigenheim bauen oder kaufen will, kann so die Rendite ankurbeln - muss die Nutzung der eigenen vier Wände im Alter aber auch versteuern.

(dapd )


 


 

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