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Beruf

Die zweite Karriere – der Weg aus dem Beruf in die Berufung

Laut Bundesagentur für Arbeit sind im Monat Januar 2015 30.321.500 Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen, die Arbeitslosenquote lag bei 7%. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie zum Beispiel Portugal, Spanien oder Griechenland mit 25,7% im November 2014 ist dies ein recht guter Schnitt und liegt unter dem EU-Durchschnitt von 10%.

Gemäß des Kienbaum-Rankings (näheres dazu hier), das seit 2010 jährlich durchgeführt wird, sind nur 17% der deutschen Arbeitnehmer unzufrieden mit ihrer Beschäftigung. Soweit also gar nicht mal so negative Nachrichten aus deutschen Landen. Aber zufrieden muss nicht zwangsläufig glücklich bedeuten. Und was ist mit denen, die eben nicht zufrieden sind? Eventuell kommt für diese auch nach jahrelanger Arbeit in ein und demselben Betrieb ein Wechsel in ein völlig anderes Berufsfeld in Frage, wenn dies Glück und Selbstzufriedenheit verspricht – wenngleich das Risiko nicht zu unterschätzen ist.

1. Raus aus dem Bürojob, rein in die Berufung?

Endlich raus aus dem Bürojob und etwas tun, was wirklich Spaß macht – davon träumen sicherlich viele, doch dabei bleibt es meist auch. Denn nur einige wenige trauen sich dann auch wirklich die Kündigung zu schreiben und den Weg in die Selbstständigkeit und die damit verbundene Ungewissheit zu gehen. Eine Hals-über-Kopf-Entscheidung sollte dies aber niemals sein, Vor- und Nachteile müssen abgewogen, die möglichen negativen Folgen bedacht werden.

a. Wenn Erfolg nicht mehr ausreicht

Mit Geld kann vieles gekauft werden – Glück in der Regel jedoch nicht. Sicherlich erleichtert viel Geld das Leben und das Halten eines gewissen Standards ungemein, jedoch ist all das für manche Menschen nicht viel wert, wenn die Arbeit keinen Spaß macht, sondern vielmehr lästig und eventuell sogar psychisch belastend ist. Dann können der Erfolg und das Einkommen noch so hoch sein, es wird nicht reichen, um ein schönes Leben zu führen.

i. Gewohnheit und Langeweile im Büroalltag

Den aktuellen Arbeitsplatz verlassen zu wollen, muss aber nicht immer eine psychische Ursache haben. Schlicht und einfach kann der Wunsch auch darin begründet sein, dass der Alltag im Büro zu langweilig und eintönig geworden ist. Während manch einer sich durchaus für eine bestimmte Summe damit anfreunden kann, sein gesamtes Berufsleben Rechnungen zu schreiben oder stetig ähnliche Kundengespräche zu führen, so suchen andere neue Herausforderungen, möchten sich selbst in die Arbeit einbringen und die Gewohnheit durchbrechen. In einigen Berufsfeldern ist dies aber einfach nicht möglich.

ii. Das sichere Arbeitsverhältnis gegen das Hobby eintauschen?

Eine Frage, die nicht so einfach beantwortet werden kann. Die Versuchung ist groß, jedoch muss abgewogen werden, ob tatsächlich genug Talent und Durchhaltevermögen vorhanden sind, um das Hobby zum lukrativen Beruf zu machen. Auch muss sich derjenige darüber im Klaren sein, dass ein sicheres Arbeitsverhältnis wie bisher gekannt bei einer selbstständigen Tätigkeit der Vergangenheit angehört und möglicherweise Probleme und Sorgen an der Tagesordnung sind, die vorher nicht bekannt waren.

b. Was Hobbies über einen Menschen aussagen

Wer sich in der Vergangenheit mit Bewerbungen beschäftigen musste, der hat eventuell festgestellt, dass zukünftige Arbeitgeber auch gerne Auskünfte über die Hobbies eines Bewerbers einholen. Dies geschieht nicht ohne Grund, denn Hobbies können einiges über die Persönlichkeit eines Menschen verraten. Die österreichische Internetseite karriere.at hat die Angabe von Hobbies und die dazugehörigen Eigenschaften aufgeschlüsselt und auch der Blog Azubiyo hat sich mit diesem Thema beschäftigt:

  • Laufen (Joggen, Marathon) - leistungsorientiert, zielverfolgend
  • Lesen - Intellekt, Weltoffenheit, Wille zur Weiterbildung
  • Schreiben - Kreativität, Sprachgefühl
  • Musik machen - Konzentrationsfähigkeit, Lernbereitschaft

c. Nicht jedes Hobby ist für eine berufliche Ausübung geeignet

Hobbies sind schön und aus manchen lässt sich tatsächlich ein neues Standbein machen. Doch nicht jedes Hobby ist dazu geeignet. Wer beispielsweise mit Eifer einem Mannschaftssport wie Fußball oder Volleyball nachgeht, wird damit schwer bis gar kein Geld verdienen können. Um in den Profisport einzusteigen, ist es in einem Alter von über 20 Jahren schon fast zu spät und auch als Trainer stehen die Chancen schlecht, da in kleineren Vereinen diese Arbeit nur ehrenamtlich ausgeführt werden kann.
Auch Sammler haben es schwer: Zwar könnten sie durchaus Handel mit ihren Sammelobjekten wie Briefmarken oder Modelleisenbahnen betreiben, die Chancen, sich ein richtiges Geschäft damit aufzubauen, stehen heutzutage aber eher schlecht. In einigen Fällen sollte das Hobby also wirklich nur ein Hobby bleiben, denn das wirtschaftliche Risiko ist einfach zu hoch.

d. Neben Leidenschaft muss auch Talent vorhanden sein

Auch ist es nicht möglich das Hobby zum Beruf zu machen, wenn das Talent dazu fehlt. Wer gerne malt, muss dies nicht unbedingt gut können. Wer gerne schreibt, hat nicht zwangsläufig ein Talent für fantasievolle oder sachliche Texte. Leidenschaft ist das eine, Talent allerdings das andere, das zwingend für eine berufliche Karriere vorhanden sein muss.

2. Umsetzung des Hobbies – die wichtigsten Schritte

Die Selbständigkeit bringt viel Verantwortung mit sich. Daher sollten sich Berufsumsteiger im Vorfeld darüber klar werden, ob sie sich selbst als Unternehmertyp bezeichnen würden. Selbstkritik ist in dem Fall wichtig: Wo liegen die eigenen Stärken und Schwächen, wo besteht noch Handlungsbedarf, um die Selbständigkeit möglichst erfolgreich meistern zu können? Denn Selbständigkeit bedeutet nicht nur der gern ausgeübten Tätigkeit nachzugehen, sondern sich auch mit Werbung, Akquise und Buchhaltung (zur Buchhaltung Definition) zu beschäftigen.

a. Planung

Die Kündigung schreiben und dann überlegen, wie weiter vorgegangen werden soll, ist der
falsche Weg. Am Anfang steht die Planung, die gerne viel Zeit in Anspruch nehmen darf. Es müssen diverse Überlegungen getroffen werden:

  • Ist ein Budget vonnöten und kann dieses aufgebracht werden?
  • Müssen Räumlichkeiten angemietet werden?
  • Eine Geschäftsidee entwickeln: Womit kann sich abgehoben werden, welche Ziele sollen erreicht werden?
  • Wird Unterstützung benötigt oder sind alle anfallenden Aufgaben allein zu bewältigen?
  • Gibt es eine private eiserne Reserve, um die ersten Monate oder Jahre zu überbrücken oder ist es sinnvoll, zunächst die neue Geschäftsidee als Nebengeschäft zu betreiben?

b. Mitbewerber

Auch wenn der Quereinstieg in erster Linie aufgrund der Freude an der Tätigkeit angestrebt wird, so sollte mit dem neuen Beruf nach Möglichkeit auch Geld verdient werden. Dies ist nur möglich, wenn der Markt nicht bereits übersättigt ist. Es gilt also zu klären, wie viele Mitbewerber im Zielgebiet vorhanden sind und ob es tatsächlich eine Möglichkeit gibt, gegen diese anzutreten.

c. Bestehenden Markt analysieren

Die Marktanalyse ist ein wesentlicher Bestandteil im Businessplan. Folgende Punkte gilt es dabei zu berücksichtigen:

  • Größe des Marktes
  • Marktwachstum
  • Marktdynamik
  • Marktpotential

d. Kontakte knüpfen

Egal für welche Branche sich ein künftiger Selbstständiger entscheidet, Kontakte sind überall relevant – ob als Geschäftspartner oder Kunde. Im Idealfall sind bereits ein paar Kontakte aus Hobbyzeiten vorhanden, auf die aufgebaut werden kann. Dennoch heißt es, weitere Kontakte zu knüpfen, Marketing ist das Stichwort. Dies kann anhand von Werbung in regionalen Zeitungen oder im Branchenbuch stattfinden. Social Media sollte in der heutigen Zeit aber keinesfalls vergessen werden, deshalb lohnt es sich ein professionelles Profil auf Seiten wie Xing und Facebook zu erstellen oder vielleicht sogar in die Onlinewerbung zu investieren.

e. Wettbewerbsvorteil schaffen

Um sich auf dem Markt einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Zunächst sollte sich die Frage gestellt werden, wodurch genau die eigene Zielgruppe gelockt werden könnte: günstige Preise, Sonderaktionen und Rabatte , aber auch ein sehr guter Kundenservice. Wenn der Kunde sich tatsächlich als König fühlt, ist die Chance groß, dass er erneut zum Kunden wird.

3. Rechtliche Rahmenbedingungen

Der Start in die Selbstständigkeit ist mit einem guten Geschäftskonzept noch nicht geglückt. Auch rechtliche Hürden müssen genommen werden. Wichtig ist dies, um nicht über Steine zu stolpern, die schwerwiegende Folgen haben können, aber doch so einfach hätten vermieden werden können.

a. Selbständigkeit

Wer sich selbständig machen möchte, muss dies anmelden. Abhängig von der Tätigkeit, die ausgeführt werden soll und der Unternehmensform , die gewählt wird, muss dies beim Gewerbeamt , Finanzamt , der IHK oder der HWK erfolgen.

i. Für den Anfang: Gründung im Nebenerwerb

Damit das finanzielle Risiko nicht zu hoch ist, ist es sinnvoll sich zu Beginn im Nebenerwerb selbständig zu machen. Neben dem weiterhin gesicherten Einkommen ist ein anderer Vorteil, dass zunächst ein paar Erfahrungen und Eindrücke gesammelt werden können. Eine solche Gründung im Nebenerwerb muss aber genauso angemeldet werden wie die Vollzeitselbständigkeit.

b. Versicherungen

Die Wichtigkeit von Versicherungen ist sicher jedem bewusst. Dies beginnt schon bei der Krankenkasse. Der neue Selbständige kann sich nun privat – aber Vorsicht: eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse ist dann nur noch schwer möglich – oder aber freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichern lassen.

Selbständige sollten aber noch weitere Versicherungen abschließen:

  • Gewerbliche Haftpflichtversicherung
  • Geschäftsinhaltsversicherung
  • Rechtsschutzversicherung

c. Geschäftsmodelle

Je nach ausgeübter Tätigkeit sind unterschiedliche Geschäftsmodelle möglich. Am häufigsten stehen Neuselbständige aber vor der Frage, ob sie ein Gewerbe anmelden oder sich freiberuflich melden müssen.

i. Freiberufler

Wer sich als Freiberufler melden kann, hat mehrere Vorteile: Da kein Gewerbe angemeldet werden muss, fällt die Gewerbesteuer weg. Die doppelte Buchführung entfällt ebenfalls, sowie die Zwangsmitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer.
Doch der Selbständige hat nicht die Wahl, ob er sich gewerbetreibend oder freiberuflich melden möchte. Unter den Begriff Freiberufler fallen vor allem Heilberufe, Rechts-, Steuer - und wirtschaftsberatende Berufe, naturwissenschaftliche und technische Berufe, Kulturberufe und verschiedene Tätigkeitsberufe aus den Bereichen Wissenschaft, Kunst, Schriftstellertum, Erziehung und Unterricht.

ii. Gewerbe

Um ein Gewerbe führen zu können, muss dieses zunächst beim Gewerbeamt angemeldet werden. Daraufhin werden weitere Unterlagen in der Regel direkt vom Finanzamt zugesandt. Nach der Anmeldung des Gewerbes muss eine Anmeldung in der zuständigen IHK bzw. HWK als Handwerker erfolgen. Wenn eine Kapitalgesellschaft gegründet werden soll (zum Beispiel OHG, GmbH, AG), ist außerdem die Eintragung im Handelsregister notwendig. Zu guter Letzt erfolgt die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft .
Ein Gewerbe anmelden müssen in jedem Fall solche Selbständige, die Produkte verkaufen oder eine Ware herstellen.

d. Finanzierung

Manche Berufe können ohne großes Startkapital ausgeführt werden, andere wiederum benötigen einen höheren Geldeinsatz, um in die Wege geleitet werden zu können.

i. Finanzplanung

Damit die Selbständigkeit nicht im Ruin endet, ist es zunächst wichtig, über ein Sicherheitspolster zu verfügen. Mit Anlaufschwierigkeiten sollte jeder rechnen, denn oftmals dauert es bis zu 2 Jahre, bis ein neues Geschäft anläuft und vernünftigen Gewinn erzielt. Bei einer selbständigen Tätigkeit ist es demnach wichtig, sich auch Geld für die Lebensunterhaltskosten beiseite zu legen.

In die Finanzplanung der Geschäftsidee sollten folgende Punkte unbedingt einfließen:

  • Gründungskosten (Anmeldegebühren, Lizenzen, Mobiliar)
  • Laufende Kosten (Miete, Telefonrechnungen, Wareneinkauf)

ii. Zuschüsse und Fördermittel beantragen

Existenzgründer sind in Deutschland gerne gesehen und werden entsprechend oft vom Staat gefördert. Über 2.000 verschiedene Förderprogramme werden von Bund, Land und der EU angeboten, wobei nicht alle für jeden in Frage kommen. Unter fuer-gruender.de geht die Website nicht nur ausführlich auf dieses Thema ein, sondern bietet auch einen Fördermittelcheck an, mit dem es Existenzgründern möglich ist zu überprüfen, welche Zuschüsse und Förderungen für ihr Vorhaben in Frage kommen könnten.

4. Vom Hobby zum Beruf – Vorgehensweise in verschiedenen Bereichen

Wie bereits erläutert, eignet sich nicht jedes Hobby, um es zum Beruf zu machen. Manch eines ist aber durchaus dafür prädestiniert, vorausgesetzt, es sind das entsprechende Talent und Knowhow vorhanden.

a. Autor 

Die Gedanken in geschriebene Worte zu fassen, ist bereits in jungen Jahren ein Hobby vieler, Stichwort Tagebuch. Aber allein das Führen eines Tagebuches macht noch keinen professionellen Autor. Wichtig ist es hier, die Rechtschreibung und Grammatik zu beherrschen, über einen erweiterten Sprachschatz zu verfügen und sich gut ausdrücken zu können. Wenn dieses Talent vorhanden ist, bedeutet dies jedoch nicht, dass die geschriebenen Texte auch verkauft werden können. Je nachdem, auf was sich spezialisiert werden soll (Romane, Blogartikel, Reportagen usw.), müssen ein Verlag, eine Agentur oder einzelne Kunden gefunden werden, die die Texte tatsächlich kaufen möchten oder erfolgreich vermarkten können.

b. Fotograf

Die Festplatte ist voller wunderbarer Bilder aus dem Alltag oder dem Urlaub , die Fotoalben sind gespickt mit professionell anmutenden Fotografien – der angehende Fotograf hat ein Händchen dafür, die Schönheit von vermeintlich uninteressanten Objekten einzufangen und weiß, wie ein Motiv ins rechte Licht gerückt wird. Dies sind wichtige Voraussetzungen, um beruflich als Fotograf erfolgreich werden zu können. Allein der Spaß am Fotografieren und das Bedienen einer Digitalkamera reichen bei Weitem nicht aus, zumal sich heutzutage jeder Hobbyfotograf gern für einen begnadeten Künstler hält und die Konkurrenz (zur Definition Konkurrenz) demnach sehr groß ist. Und selbst mit diesem Wissen und Können müssen Käufer gefunden werden. Es wäre möglich, sich mit einem zunächst kleinen Fotostudio selbständig zu machen, das auf Laufkundschaft baut, sinnvoller ist in der heutigen Zeit allerdings ein professioneller Internetauftritt mit ansprechendem Portfolio, damit Kunden einen ersten Eindruck erhalten können. Auch in diesem Bereich ist das Knüpfen von Kontakten und die Kundenakquise äußert wichtig.

c. Bildender Künstler

„Ist das Kunst oder kann das weg?“ – Kunst ist Geschmackssache und dementsprechend ein sehr schwieriges Gebiet. Ob Talent vorhanden ist, liegt nicht nur im Auge des Betrachters, sondern auch in dem ausgesuchten Stil, dem sich der Künstler verschrieben hat. Um in diesem Berufsfeld erfolgreich zu sein, bietet es sich an, eine Galerie zu suchen, die die eigenen Kunstwerke ausstellt. Dies ist nicht nur eine Möglichkeit erste Werke zu verkaufen, sondern auch mit Kunstinteressierten ins Gespräch zu kommen und neue Kunden zu generieren. Ohne die richtigen Connections wird es allerdings in der Tat schwierig, in diesem Bereich Fuß zu fassen – weiterhin ist es außerdem entscheidend, dass der momentane Geschmack der Kunstkenner getroffen wird. Ein wenig Glück und Zufall spielen also auch eine Rolle.

d. Professioneller Spieler

Spielen mag fast jeder. Kartenspiele, Brettspiele, Computerspiele – bereits von klein auf ist Spielen sogar wichtig für die Entwicklung. Das Spielen aber zum Beruf zu machen. erscheint auf den ersten Blick unmöglich. Dennoch bieten sich vor allem zwei Sparten dafür an.

i. Blackjack- und Pokerspieler

Dass Blackjack und Poker nicht nur reine Glücksspiele sind, wurde hinreichend von jenen Spielern belegt, die sich eine goldene Nase in jahrelanger Arbeit verdient haben. Hinter diesen Kartenspielen stecken vor allem Strategie und Logik. Das Spielen aber zum Beruf zu machen, ist nicht einfach. Um an einem Turnier teilnehmen zu dürfen, bei dem viel Geld gewonnen werden kann, bedarf es in der Regel eines hohen Startkapitals. Geld, das verloren ist, wenn das Spielen nicht erfolgreich war. Außerdem muss sich in der Szene erst etabliert werden, um an den vielversprechenden Turnieren teilnehmen zu dürfen – ein sehr risikoreiches Standbein also. Wer beruflich in der Spielebranche aktiv werden will, der kann sich ebenfalls als Croupier versuchen, denn auch in diesem Berufsfeld sind eine gute Kombinationsgabe und mathematisches Geschick ausschlaggebend. Tatsächlich ist der Einstieg jedoch durchaus schwierig und anspruchsvoll – so berichtet ein Beitrag von CASINOVERDIENER etwa, dass die meisten Interessierten bereits an den Aufnahmetests der Spielbanken scheitern oder aber die darauf folgenden mehrmonatigen Kurse der Ausbildung nicht bestehen.

ii. Spieler im Computerbereich

Glücksspiele wie Roulette und Kartenspiele wie Poker sind auch am Computer gegen Geldeinsatz möglich. Diverse Plattformen bieten mittlerweile sogar völlig andere Spielformen, bei denen Geld eingesetzt werden muss, aber auch gewonnen werden kann. Auch hier gilt, dass ein hohes Risiko getragen werden muss.
Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit Können als Computerspieler Geld zu verdienen. Hierbei ist die Rede vom sogenannten E-Sport, wobei bei verschiedenen Turnieren ein hohes Preisgeld zu gewinnen ist. Dem Gewinner der Weltmeisterschaft des Shooter-Spiels „Call of Duty“ zum Beispiel winken eine Million US-Dollar. Doch die Konkurrenz ist groß, viele Computerspieler verbringen daher einen Großteil ihrer Freizeit mit solchen Spielen, um mithalten zu können. Um tatsächlich Geld damit verdienen zu können, bedarf es dementsprechend vieler Spielstunden und ebenso einer ordentlichen Portion Talent.

e. Musiker

Ähnlich wie bei der bildenden Kunst ist auch die Musik Geschmackssache. Dies ist eine Hürde, die es zu überwinden gilt, um mit der Musik Geld zu machen: Sie muss den Leuten gefallen. Abgesehen davon, dass das entsprechende Instrument nahezu perfekt beherrscht werden muss oder der Musiker bzw. die Musikerin über eine besonders gute Stimme verfügt, ist es nicht einfach, einen Hit zu landen, der einen Großteil der Menschen begeistert. Viele Musiker, die eine Band gründen oder solo Auftritte organisieren, bekommen im besten Fall ihren Aufwand wieder herein, können von dem verdienten Geld aber nicht leben.
Wer wirklich erfolgreich sein möchte, muss sich auf die Suche nach einer Plattenfirma und möglichst auch nach einem guten Manager machen. Wer sich hingegen eher der klassischen Musik verschrieben hat, der muss in allererster Linie durch ausgezeichnetes Können überzeugen und sich mit vielen sehr guten Konkurrenten messen.

f. Koch/ Gastronom

Für die einen ist es ein lästiges Muss, für die anderen eine wunderbare Tätigkeit: das Kochen. Als Quereinsteiger in diesem Berufsbild Fuß zu fassen, ist fast nicht möglich. Bei Köchen wird in vielen Gasthäusern und Restaurants eine entsprechende Ausbildung vorausgesetzt, weshalb nur der Gang in die Selbständigkeit bleibt. Allerdings ist gerade bei einem Gastronomen ein hohes Startkapital vonnöten: Ein Lokal muss angemietet oder gekauft werden, es muss eingerichtet werden, es bedarf Personal, denn in der Regel schafft es der Gastronom nicht allein die Aufgaben der Küche, der Theke und des Service zu übernehmen. Wer diesen Schritt wagen möchte, sollte demnach wirklich davon überzeugt sein, dass seine Kochkünste entsprechend gut sind und die Idee sich von der anderer absetzen kann. Kurioserweise scheint die Gastronomie schon seit jeher viele unvorbereitete Selbständige magisch anzuziehen, die sich an dem komplexen Berufsfeld im wahrsten Sinne des Wortes die Finger verbrennen und scheitern.

g. Berufssportler

Das A und O bei einem Berufssportler ist das Talent. Wie bereits erwähnt, stellt sich der Einstieg in diesen Beruf als äußerst schwierig dar, wenn ein gewisses Alter überschritten ist, denn die meisten Berufssportler steigen noch vor dem 20. Lebensjahr in diesen Bereich ein. Da der Körper ab einem gewissen Zeitpunkt immer weiter abbaut und abgesehen von wenigen Ausnahmen nicht mehr zu den Leistungen fähig ist, die in jungen Jahren möglich waren, muss schon sehr früh auf diese Traumverwirklichung hingearbeitet werden.
Allerdings gibt es Ausnahmen, was die Sportarten betrifft. Es sollte jedoch bedacht werden, dass nicht jeder Berufssportler gleich viel Geld verdient, Profifußballer bieten da die Ausnahme, viele andere – auch bekannte – Profisportler hingegen müssen weiterhin ihrem erlernten Beruf nachgehen, um den Lebensunterhalt zu verdienen.

5. Vom Hobby zum Beruf – ja oder nein?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Für und Wider gibt es in allen Bereichen, doch ganz allgemein können sowohl Vor- als auch Nachteile aufgelistet werden.

Vor- und Nachteile
VorteileNachteile
Mit Leidenschaft bei der Sache
Wer sein Hobby zum Beruf macht, wird in der Regel gerne zur Arbeit gehen und hat sich einen Traum verwirklicht. Auch steht der Arbeiter mit Herz und Seele hinter dem Projekt und kann entsprechend hohe Leistungen bringen
Lästige, neue Aufgaben
Die Arbeit besteht nicht nur aus den angenehmen Seiten des Hobbies. Als Selbständiger fallen Aufgaben an, die anstrengend, nervenaufreibend und stressig sind, darunter etwa die Buchhaltung.
Freie Entscheidungen treffen
Man ist sein eigener Chef, ist unabhängig und entscheidet selbst, wie etwas laufen oder gestaltet werden soll. Keine Vorschriften mehr, nach denen nur ungern gehandelt wurde. In manchen Berufen ist es sogar möglich, sich die Zeit selbst einzuteilen und dann zu arbeiten, wann es erwünscht ist.
Hohes finanzielles Risiko
Selbständige gehen ein gewisses Risiko ein. Es wird nicht mehr jeden Monat ein festes Gehalt auf das Konto überwiesen, sondern der ehemalige Angestellte ist nun selbst dafür verantwortlich, wie viel Geld in die Kasse kommt. Wenn es schlecht läuft, kann es sogar zu einem Minusgeschäft kommen. Des Weiteren hat der Selbstständige eine große Verantwortung – nicht nur aus finanzieller Sicht – zu tragen.
Höhere Affinität zum Thema
Knowhow und Wissen im Hobbybereich sind in der Regel sehr ausgeprägt, sodass viele Aufgaben leicht von der Hand gehen. So lässt sich effektiv Zeit einsparen, während die Aufgaben selbst zugleich auch noch Spaß machen.
Kein Spaß mehr am Hobby
Einer der wohl schwerwiegendsten Nachteile: Das ehemals geliebte Hobby wird irgendwann nur noch als anstrengende Arbeit betrachtet und fühlt sich demnach keineswegs mehr wie ein entspannender Zeitvertreib an. So wird die künftige Arbeit einerseits zum Knochenjob, während die Liebe zum Hobby gewissermaßen „gestorben“ ist.

6. Fazit

Am Ende bleibt die Frage, ob es sich tatsächlich lohnt, das Hobby zum Beruf zu machen. Die Antwort ist nicht nur situations-, sondern auch personenabhängig.

Fakt ist allerdings: Wer in seinem momentan ausgeübten Beruf unglücklich ist und immer wieder mit dem Gedanken spielt, sein Hobby zum Beruf zu machen, der sollte diesen Gedanken zumindest genauer überdenken, einen Plan machen und sich mit Freunden und Verwandten beraten.
Andererseits sei aber auch erwähnt, dass der Schritt in die Selbständigkeit mit der richtigen Planung durchaus funktionieren und einen Grundstein für eine glückliche Zukunft legen kann. Zwar werden nur wenige mit der Selbständigkeit reich, ausgeglichen, zufrieden und glücklich sind hingegen durchaus erreichbare und erfüllende Ziele.

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(Redaktion)


 


 

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