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Immer mehr Frauen zieht es wieder ins Berufsleben

Der Trend im Agenturbezirk Frankfurt am Main ist deutlich: Immer mehr Frauen möchten nach der Geburt eines Kindes zurück ins Berufsleben, immer mehr noch vor Ablauf eines Jahres. Doch noch immer ist die Verwirklichung dieses Wunsches für Frauen an verschiedene Hürden gebunden.

Wenn die Sommerferien zu Ende gehen, beginnt das Leben für viele Familien und Frauen in Hessen mit Veränderungen: Ein neues Schuljahr bricht an, eventuell besuchen die Kinder eine neue Krabbelgruppe, Tagesmutter, Kindergarten oder Schule. Dementsprechend verändern sich Alltag und Betreuungssituation und alles muss neu organisiert werden. „Läuft dies alles dann in geregelten Bahnen, beginnt traditionell eine Hoch-Zeit, in der Frauen und Mütter verstärkt über sich und ihre berufliche Zukunft nachdenken“, weiß Andrea Mohr, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA).

Aus ihren Gesprächen mit Wiedereinsteigerinnen hat die Beauftragte für Chancengleicheit viele Einzelgeschichten kennengelernt. Eine davon ist die einer jungen Informatikerin, die nach der Elternzeit wieder in das Berufsleben einsteigen möchte. Ihr alter Arbeitgeber hat ihr eine Neuanstellung angeboten. Den Arbeitsvertrag hat sie erhalten, das Datum steht. Es kann eine Erfolgsgeschichte werden. Jetzt hängt jedoch alles davon ab, ob sie eine Kinderbetreuung findet.

Die Beschäftigungsquote der Frauen im Agenturbezirk Frankfurt ist zurzeit mit 49,5 Prozent die höchste in Hessen. Im direkten Vergleich der Jahre 2.000 und 2.010 hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankfurt leicht zugenommen. Interessant ist, dass dieser Anstieg ausschließlich bei den Frauen verzeichnet werden konnte, während die Beschäftigungszahl der Männer etwas niedriger ist als vor zehn Jahren. Bei der Struktur der Beschäftigung zeigt sich, dass die Teilzeitbeschäftigung deutlich zugenommen hat. Dies gilt zwar für beide Geschlechter, allerdings arbeiten fast ein Drittel der beschäftigten Frauen in Teilzeit, während es bei den Männern lediglich 7,2 Prozent sind. Ein kleiner Teilzeitjob reicht vielen Frauen mittlerweile nicht mehr:

„Viele Frauen möchten gerne vollzeitnahe Teilzeit oder auch Vollzeit arbeiten“, bestätigt Andrea Mohr. „Die Tendenz ist, dass Frauen immer kürzer zu Hause bleiben. In unserer vom Dienstleistungssektor dominierten, multikulturellen Stadt gibt es überdurchschnittlich viele Frauen, die nach weniger als einem Jahr wieder in ihr Berufsleben einsteigen möchten. Aber hier wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zum Problem. Besonders auch für gutqualifizierte Frauen passen die Arbeitszeiten in der Regel nicht mit den Betreuungszeiten für Kinder zusammen. Das nimmt Frauen immer noch viele Möglichkeiten und hindert sie daran, wieder stärker am Arbeitsleben teilzunehmen. Interessanterweise sind Frauen aus anderen Nationen besonders erstaunt über die hiesige Situation und die damit verbundenen Probleme. Besonders vor dem Hintergrund des steigenden Bedarfs an Fachkräften geht hier sehr viel Potenzial verloren.“

Das Interesse an den Veranstaltungen im Berufsinformationszentrum (BiZ) ist gestiegen, betont Mohr. Unter den Teilnehmerinnen, die das Angebot der Veranstaltungsreihe BIZ & DONNA für Frauen in der Arbeitsagentur nutzen, seien zunehmend auch Frauen, die selbst nicht arbeitslos oder arbeitsuchend gemeldet sind. Neben den regelmäßig stattfindenden Informationsveranstaltungen werden arbeitslose Frauen bei der Berufsrückkehr mit gezielten Maßnahmen unterstützt.

(Agentur für Arbeit Frankfurt a)


 


 

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