26.01.2012  11:11 Uhr

Rückkehr ins Berufsleben
Frauen sind qualifizierte Fachkräfte

Frankfurt/Main. Die Agentur für Arbeit Frankfurt am Main veranstaltete am 25. Januar eine Teilzeitbörse. Eingeladen waren 5 Unternehmen, die Teilzeitstellen zur Verfügung stellen und bereit sind, auch unterschiedliche Teilzeitmodelle anzubieten. Die Auswahl der 200 eingeladenen Bewerberinnen erfolgte orientiert an den Stellengesuchen der Arbeitsgeber.

Aber es wurden auf der Börse nicht nur Teilzeitstellen von den unterschiedlichen Unternehmen angeboten, sondern auch Hilfen aufgezeigt. So wurde den Arbeitsuchenden die Lernbörse und die Jobbörse der Arbeitsagentur vorgestellt, damit sie auch von zu Hause aus weitere Möglichkeiten bei der Jobsuche anwenden können. Andrea Mohr, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) in der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main übernahm zusätzlich die Beratung und Beantwortung der Fragen zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und Susanne Zestrau vom Landesprogramm Netzwerk Wiedereinstieg beriet ebenfalls während des gesamten Vormittags die interessierten Frauen zum Thema Wiedereinstieg.

„Die Teilzeitbörse soll den Bewerberinnen Mut machen, auch andere Teilzeitmodelle als vielleicht vormittags von 8:00 bis 12:00 Uhr auszuprobieren. Eventuell kann der Partner ja einen Abend in der Woche oder am Wochenende die Kinder übernehmen. Kürzlich hatte ich zum Beispiel eine Bewerberin, die genau diesen Weg gegangen ist und nun an vier Tagen vormittags in einer Arztpraxis arbeitet und zusätzlich am Donnerstag den Spätdienst übernehmen kann“, so Andrea Mohr. „Es besteht aber auch die Möglichkeit, einer Anschubfinanzierung. Hier können wir Arbeitnehmerinnen in den ersten sechs Monaten einer Beschäftigung zusätzliche Kosten für eine Kinderbetreuung, zum Beispiel durch eine Nachbarin, erstatten. So kann ein angebotenes Arbeitsverhältnis relativ zügig begonnen und dann in Ruhe nach einer dauerhaften Kinderbetreuung gesucht werden. Auf der heutigen Teilzeitbörse wurde den eingeladenen Frauen deshalb auch die Möglichkeit geboten, sich ausführlich über die unterschiedlichsten Angebote der Arbeitsagentur zu informieren, um so individuell für sich einen Weg zur Beschäftigung trotz der Kinderbetreuung zu finden.“

Adele Berts zum Beispiel pflegt seit vier Jahren Ihren behinderten Ehemann. „Für mich war es damals selbstverständlich, die Pflege zu übernehmen, aber nun merke ich, dass ich eine zusätzliche Aufgabe für mich brauche. Mir fehlt die Bestätigung, die ich immer im Berufsleben gefunden hatte. Künftig wird mein Sohn am Wochenende die Pflege übernehmen und ich werde mich in dieser Zeit nach einer Stelle in meinem Beruf als Krankenschwester umsehen. Auch die häusliche Pflege wäre vielleicht etwas für mich. Und ich habe heute erfahren, dass ich sogar eine Weiterbildung bekommen kann, um so mein Fachwissen wieder aufzufrischen.“

Die Chance, einen ganz neuen Anfang für sich zu entdecken, sahen während der Börse auch zwei weitere Bewerberinnen. Während eines Beratungsgesprächs, wie ein eventueller Wiedereinstieg in das Berufsleben aussehen könnte, stellte sich heraus, dass sie schon immer gerne in ihrem Wunschberuf als Erzieherin arbeiten würden. Da gerade hier gut ausgebildete Fachkräfte benötigt werden, steht einer Umschulung nichts im Wege. Sie konnten direkt vor Ort mit den nötigen Informationen versorgt werden.

Dass ebenfalls die Unternehmen von den engagierten Teilzeitkräften profitieren, ist diesen durchaus bekannt. Allerdings müssen sich auch die Arbeitgeber mit verschiedenen möglichen Teilzeitmodellen in ihrem Betrieb auseinandersetzen. Ist vielleicht abweichend von den üblichen Arbeitszeiten ein anderes Teilzeitangebot machbar oder besteht vielleicht sogar die Gelegenheit, allein oder im Verbund mit anderen Unternehmen, die Kinderbetreuung zu sichern. Heutzutage kann es sich ein Unternehmen kaum noch erlauben, nicht verstärkt auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmerinnen einzugehen, um gute Fachkräfte zu gewinnen oder zu behalten.

Das Fazit des Arbeitgeberservices nach der Börse: Von den 200 eingeladenen Bewerberinnen sind 96 erschienen. 5 Arbeitgeber stellten rund 70 Teilzeitstellen zur Verfügung. Als Folge der ersten persönlichen Kontaktaufnahmen während der Börse werden nach Einschätzung des Arbeitgeberservices und Auskunft der anwesenden Unternehmen etwa 30 Frauen zu weiteren Gesprächen in die Unternehmen eingeladen. Ein Erfolg, der mit Sicherheit die Wiederholung einer Teilzeitbörse rechtfertigt.


 

(Agentur für Arbeit Frankfurt a)

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Bild Nr. 1 © pvt-consulting.de



 


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