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  • 06.12.2017, 13:49 Uhr
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  • Rhein-Main
Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeitsversicherung: Konditionen und Leistungsausschlüsse

Wenn Erwerbstätige nicht mehr arbeiten können, haben sie meist mit finanziellen Engpässen zu kämpfen – insbesondere, wenn sie als Hauptverdiener ihre Familie ernähren. Denn die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht zum Leben meist nicht aus. Ein Unfall ist jedoch schnell passiert und auch Krankheiten können zu einer Berufsunfähigkeit führen. Privat vorzusorgen, wird daher immer wichtiger.

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Besonders sinnvoll ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für alle Erwerbstätigen, die nicht auf ihr Einkommen verzichten können (insbesondere Alleinverdiener), für Selbstständige (die meist nicht gesetzlich versichert sind) und auch Berufsanfänger, da junge Menschen in der Regel von günstigen Konditionen profitieren. Für Selbstständige und Existenzgründer lohnt es sich darüber hinaus, die Berufsunfähigkeits-Police mit der Rürup-Rente zu kombinieren: So können Sie die Versicherungsbeiträge zu einem Großteil von der Steuer absetzen. Achtung: In diesem Fall dürfen die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie zur Arbeitslosen-, Unfall-, Haftpflicht und Risikoversicherung im Kalenderjahr die Höchstgrenzen von 1.900 bei Angestellten und 2.800 bei Selbständigen nicht überschreiten.

Nicht zwingend notwendig ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte, die länger als fünf Jahre ihrem Job nachgehen: Sie erhalten ein Ruhegehalt, das deutlich höher ist als die Erwerbsminderungsrente. Falls ihre Lebenshaltungskosten höher sind als ihr Anspruch auf Ruhegehalt, können Beamte zusätzlich eine Dienstunfähigkeitsversicherung abschließen.

Berufsunfähigkeit – ein unterschätztes Risiko

Durchschnittlich muss jeder vierte Erwerbstätige in Deutschland seinen Beruf vor Eintritt des Rentenalters an den Nagel hängen. Wer sich die Jahre davor auf den Staat verlassen hat, geht als Arbeitnehmer oder -geber im Falle einer Berufsunfähigkeit oft leer aus. Denn in diesem Fall erhalten die Betroffenen vom Staat entweder gar keine Leistungen oder nur einen Bruchteil ihres bisherigen Einkommens. Auch eigene Rücklagen können diese Versorgungslücke in der Regel nicht ausgleichen. Mit durchschnittlich 759 Euro im Monat (Stand 2016) ist selbst der Höchstsatz der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente zu niedrig, um den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten – vor allem, wenn davon noch die Schulunterlagen, Kleidung und Essen für die Kinder bezahlt werden müssen. Finanzexperten sehen in einer Berufsunfähigkeitsversicherung daher eine der wichtigsten Versicherungen im Bereich Vorsorge. Private BU-Versicherungen zahlen bei Berufsunfähigkeit – zusätzlich zu Sozialrenten und anderen Versorgungsbezügen – eine monatliche Rente.

Es gilt jedoch, sich gut zu informieren, um das kostengünstigste Angebot zu den besten Konditionen zu finden. Der Preis allein sollte dabei nicht ausschlaggebend sein, denn auch die Vertragsbedingungen bei den Policen unterscheiden sich zum Teil stark voneinander.

Leistungsausschluss bei falschen Angaben

In den meisten Fällen fordert der Versicherer einen Gesundheitscheck. Wer in diesem Fragenkatalog chronische und schwere Versicherungen verschweigt, der riskiert, seinen Versicherungsschutz zu verlieren. Kommt die Wahrheit ans Tageslicht, darf der Versicherer die Leistungen wegen Arglist verweigern. Das gilt selbst dann, wenn die Berufsunfähigkeit auf eine völlig andere Ursache zurückgeht. So würde eine Sekretärin, die nach einem Unfall ihre linke Hand nicht mehr bewegen kann und bei der Gesundheitsprüfung ihre Migräneattacken nicht angegeben hat, lange warten, bis sie Leistungen vom Versicherer bekommt: Geht es nach dem deutschen Gesetz, erlischt das Rücktrittsrecht der Versicherer erst zehn Jahre nach Vertragsabschluss. Auch wenn die meisten Versicherungsunternehmen diese Regelungen auf fünf Jahre heruntergesetzt haben, ist Ehrlichkeit beim Vertragsabschluss unabdingbar.

Welche Kriterien außerdem eine Rolle spielen und wie Stiftung Warentest die in Deutschland ansässigen Versicherungsunternehmen bewertet, wird in diesem informativen Beitrag zusammengefasst. Wer den für sich passenden Tarif gefunden hat, sieht der Zukunft gleich entspannter entgegen.

(Redaktion)


 


 

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