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Bessere Vergütung

Ärzte wollen im Tarifstreit wieder verhandeln

(bo/ddp-hes). Im verhärteten Tarifkonflikt für die Ärzte an kommunalen Krankenhäusern will die Ärztegewerkschaft Marburger Bund wieder mit den Arbeitgebern verhandeln.

«Unser Eindruck ist, dass die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände in Bewegung kommt», sagte der erste Vorsitzende der Gewerkschaft, Rudolf Henke, am Montag auf der zentralen Streik-Kundgebung in Frankfurt am Main. Allerdings gebe es noch kein neues Angebot. Deshalb sollten parallel zu den Tarifverhandlungen die Streiks
fortgesetzt werden. Die Verhandlungen sollten noch am Montagabend in
Offenbach beginnen.

Damit gehen die Gespräche in dem Tarifstreit für die 55 000
Medizinern an den kommunalen Krankenhäusern in die sechste Runde. Die Ärzte streiken seit vier Wochen, weil sie eine bessere Vergütung
ihrer Nacht- und Bereitschaftsdienste sowie eine Lohnerhöhung um
durchschnittlich fünf Prozent durchsetzen wollen. In Frankfurt
verliehen sie ihren Forderungen am Montag mit einer Demonstration
Nachdruck. Nach Polizeiangaben beteiligten sich daran rund 3500
Ärzte, die Gewerkschaft sprach von knapp 5000 Teilnehmern aus ganz
Deutschland.

Henke forderte die Arbeitgeber auf, ein «rechtsverbindliches
Angebot» abzugeben. Die Vereinigung der kommunalen
Arbeitgeberverbände (VKA) müsse ein in allen Punkten akzeptables
Angebot vorlegen und dürfe eine bessere Vergütung der Bereitschafts-
und Nachtdienste nicht etwa durch gekürzten Urlaub unterlaufen.
Derzeit bekämen die Ärzte für ihre Nachtdienste einen Zuschlag von
nur 1,28 Euro, dies sei «eine Art Beleidigung», betonte Henke.

Die VKA bietet den Ärzten an den kommunalen Krankenhäusern bislang
eine Lohnerhöhung von 2,9 Prozent bei einer Tarifvertragslaufzeit von
33 Monaten. Außerdem soll die Vergütung für Bereitschafts- und
Nachtdienste um 16 bis 24 Prozent erhöht werden, sagte die
VKA-Sprecherin Katja Christ. Dieses Angebot halte der VKA seit den
Verhandlungen Anfang April aufrecht. Der Marburger Bund hatte die
Gespräche zwischenzeitlich für gescheitert erklärt. Die Arbeitgeber
hätten die Ärzte ihrerseits bereits am vergangenen Donnerstag zu
einer Rückkehr an den Verhandlungstisch eingeladen, betonte Christ.

Der Marburger Bund fordert, die Gehälter um fünf Prozent zu
erhöhen. Die lineare Lohnerhöhung sei aber nicht alles, betonte
Henke. Das Gesamtpaket müsse stimmen. In den bevorstehenden
Gesprächen wollten die Ärzte testen, ob die Arbeitgeber «über die
Sondierungsgespräche hinaus» zu einer Einigung bereit seien. Sollte
ein fairer Abschluss vorliegen, würden die Streiks sofort aufhören.

(ddp-Korrespondent Ulrich Breitbach)


 


 

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