Wirtschaft
Bio stark im Trend
Nürnberg. (bo/dapd). Der deutsche Bio-Markt boomt, kann aber die heimische Nachfrage nicht mehr aus eigenem Anbau bedienen.
Die Zahl der Bio-Betriebe blieb mit einem Plus von 4,3 Prozent auf rund 23.000 ebenfalls hinter dem Marktwachstum zurück. "Wir brauchen jetzt 10.000 neue Bio-Betriebe, um die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot zu schließen", sagte Gerber.
Importanteil von Bio-Ware steigt
Als logische Konsequenz aus dem Missverhältnis steige der Importanteil von Bio-Ware nach Deutschland immer weiter. Laut Gerber beträgt der Importanteil bei Getreide 15 Prozent, bei Kartoffeln 26 Prozent und bei Möhren und Äpfeln etwa 50 Prozent.
"Wir brauchen eine beherzte Politik, um diese Versorgungslücke zu schließen", forderte Gerber. Notwendig sei beispielsweise, die Förderung für Biogas-Anlagen zu beenden, für die gezielt Ackerfrüchte angebaut würden. "Biogas ist dann sinnvoll, wenn die Anlagen mit Ackerfrüchten versorgt werden, die sonst keine Verwendung fänden wie etwa Kleegras oder mit landwirtschaftlichen Rest- und Abfallstoffen", sagte Gerber.
Die derzeitige Förderung habe zu einer "Vermaisung" der Landschaft und zu einem unfairen Wettbewerb um Ackerfläche geführt.
Der BÖLW-Vorstandsvorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein forderte eine allmähliche Umschichtung der Direktzahlungen für die konventionelle Landwirtschaft, von denen derzeit 80 Prozent als eine Art Zusatzeinkommen an die Bauern flössen. Stattdessen sollten alle Mittel für den Umbau zu einer nachhaltigen Landwirtschaft eingesetzt werden.
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