Weitere Artikel
Ausspähaffäre

Betriebsräte wollen Strafanzeige gegen Telekom erstatten

(bo/ddp.djn). Nach der Ausspähaffäre wollen zwei Dutzend Betriebsräte nach Presseinformationen Strafanzeige gegen die Telekom erstatten. Damit wollen sie Akteneinsicht bekommen und am anstehenden Verfahren beteiligt sein, wie die «Frankfurter Rundschau» (Freitagausgabe) schreibt. Dem Bericht zufolge glaubt bei der Telekom kaum einer noch an die Entlastungs-Geschichte von durchgeknallten Einzeltätern in der Sicherheitsabteilung, die selbsttätig zu spionieren begannen. «Zum Zeitpunkt der Überwachungen befanden wir uns immer in Auseinandersetzungen mit der Telekom», sagte T-Mobile-Aufsichtsrat Ado Wilhelm dem Blatt. «Die Daten haben einen originären Zusammenhang mit den damaligen Auseinandersetzungen.»

Bei der jetzt zu Tage tretenden Systematik der Spionage werde
immer wahrscheinlicher, dass auch E-Mails gelesen und die Inhalte von
Gesprächen abgehört wurden. «Die wollten wissen, was wir machen»,
sagte Wilhelm. «Es ist eindeutig klar, dass man versucht hat,
herauszubekommen, wie wir uns aufstellen, den Widerstand organisieren
und uns austauschen.»

Wilhelm wurde in Zeiten harter Tarifkonflikte überwacht. «Ich war
zentraler Arbeitskampfleiter», berichtete er. Tatsächlich seien die
Arbeitgeber in dieser Zeit oft sehr detailliert über bestimmte
Aktionen informiert gewesen. Es sei deshalb schwer vorstellbar, dass
der reine Abgleich von Verbindungsdaten alles gewesen sei. «Wir haben
den Verdacht, dass noch viel mehr gemacht wurde - ich bin
Fernmeldetechniker und weiß, wie einfach das technisch machbar ist»,
sagte Wilhelm. «Es muss auf Veranlassung geschehen sein.»

(Redaktion)


 


 

Betriebsräte
Strafanzeige
Telekom
Ausspähaffäre

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Betriebsräte" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: